Photovoltaik-Zubau 2025

Hohes Niveau bestätigt – Wachstum verschiebt sich in Richtung Freiflächen

Niedersachsen überschreitet erstmals die Marke von 10 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung. Der Ausbau verliert leicht an Dynamik, bleibt jedoch auf hohem Niveau: 2025 wurden rund 1,5 Gigawatt (GW) PV-Leistung neu installiert – etwa 200 Megawatt weniger als im Rekordjahr zuvor. Die installierte Gesamtleistung steigt damit auf rund 10,4 GW. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.  

„Die 10-Gigawatt-Marke ist ein wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig zeigt sich, dass noch erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um die Klimaziele zu erreichen“, sagt Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). 

Trotz des leichten Rückgangs bleibt der Ausbau grundsätzlich auf Kurs. Um das niedersächsische Ausbauziel von 65 Gigawatt bis 2035 zu erreichen, müsste die installierte Leistung jährlich um rund 20 Prozent wachsen. 2025 lag das Wachstum bei knapp 17 Prozent – und damit leicht unter dem erforderlichen Wert, ohne jedoch den Zielpfad zu verlassen. 

Die weitere Entwicklung des PV-Ausbaus hängt stark von bundespolitischen Rahmenbedingungen ab. Aktuell sorgt insbesondere die angekündigte Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Unsicherheiten im Markt. Solche Phasen führen erfahrungsgemäß dazu, dass Projekte verschoben und Investitionsentscheidungen zurückgestellt werden. 

Verschiebung hin zu größeren Anlagen 

Der PV-Ausbau in Niedersachsen verlagert sich zunehmend auf größere Anlagen und verteilt sich auf weniger, dafür leistungsstärkere Projekte. Vor allem Freiflächenanlagen legen deutlich zu: Ihr Zubau steigt um rund 40 Prozent. So sind Ende 2025 insgesamt rund 1,7 Gigawatt Freiflächenanlagen in Niedersachsen installiert. Das entspricht etwa 11 Prozent des im Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) vorgesehenen Ausbauziels von bis zu 15 Gigawatt bis 2035 in diesem Segment. 

„Freiflächenanlagen holen beim Ausbau deutlich auf. Entscheidend ist jetzt, dieses Segment weiterzuentwickeln und gleichzeitig den Ausbau auf Dächern und anderen Flächen konsequent voranzubringen“, erklärt Dr. Sarah Kajari-Schröder, Leiterin des Bereichs Erneuerbare Energien bei der KEAN.  

Aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Stromgestehungskosten leisten Freiflächenanlagen einen wichtigen Beitrag zum weiteren Ausbau. Gleichzeitig bleibt es erforderlich, den PV-Zubau insgesamt ausgewogen zu gestalten und Flächenkonkurrenzen zu berücksichtigen. 

Rückgang im Gebäudebereich - Balkon-PV wächst weiter dynamisch  

Der Ausbau im Gebäudebereich ging 2025 zurück. Besonders stark betroffen ist das Haushaltssegment mit einem Minus von rund 25 Prozent gegenüber 2024. Insgesamt entfallen auf Dach- und sonstige Anlagen rund 8,7 Gigawatt. Damit sind in diesem Segment etwa 17 Prozent des Ausbauziels von mindestens 50 GW bis 2035 erreicht. 

Mit 53.446 neu registrierten Anlagen entfällt inzwischen nahezu jede zweite neu installierte PV-Anlage auf Balkonkraftwerke. Trotz ihrer geringen Leistung tragen sie inzwischen rund 4 Prozent zum jährlichen PV-Zubau bei. Das zeigt, wie stark niedrigschwellige Angebote die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Energiewende fördern. 

Regionale Schwerpunkte verstärken sich 

Der PV-Zubau konzentriert sich weiterhin stark auf einzelne Regionen. Die Landkreise Göttingen, Region Hannover, Emsland, Rotenburg (Wümme) und Friesland liegen bei den absoluten Zubauzahlen vorn. Zusammen entfallen rund 34 Prozent des gesamten Zubaus 2025 auf diese fünf Regionen.   

Bis auf Rotenburg waren diese Landkreise bereits im Vorjahr Spitzenreiter des absoluten Zubaus. Das zeigt: Der Ausbau verdichtet sich oft dort weiter, wo bereits entsprechende Strukturen und Erfahrungen vorhanden sind. 

Die höchsten prozentualen Zuwächse verzeichnen Friesland, Rotenburg, Heidekreis, Göttingen und Lüneburg. Besonders Rotenburg rückt damit neu in die Gruppe der führenden Regionen auf.

Weitere Informationen

Diese Auswertung umfasst den Auswertungszeitraum bis einschließlich 31.12.2025 und bildet den Datenbestand des Marktstammdatenregisters zum Zeitpunkt 02. Februar 2026 ab. Der Auswertungszeitraum endet am 31.12.2025. Für den Zubau des Jahres 2025 wird die gesamte neu installierte Leistung berücksichtigt, unabhängig davon, ob Anlagen später stillgelegt wurden. In der kumulierten Gesamtleistung sind endgültige Stilllegungen entsprechend des Datums der endgültigen Stilllegung abgezogen.

➤ Die folgende Präsentation enthält weitere Zahlen, Grafiken und Anmerkungen zum PV-Zubau in Niedersachsen. 

➤ Wie viel Fläche braucht die Energiewende in Niedersachen? Unsere Karte gibt einen Überblick

Kontakt

Dr. Sarah Kajari-Schröder

0160 947 173 46
sarah.kajari-schroeder [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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