PV Zubau im ersten Halbjahr 2026

Luft nach oben beim PV-Zubau – hohe Dynamik bei der Inbetriebnahme von Speichern

Der PV-Ausbau in Niedersachsen verliert 2026 an Dynamik. Im ersten Halbjahr wurden 665 Megawatt (MW) neue Photovoltaikleistung installiert – 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig setzt sich die Verschiebung hin zu größeren Anlagen fort: Rund ein Drittel des Zubaus entfällt inzwischen auf Freiflächenanlagen. Deutlich dynamischer entwickelt sich der Batteriespeichermarkt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Niedersachsen 856 Megawattstunden (MWh) neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Das zeigt eine aktuelle Halbjahresauswertung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

PV-Zubau verliert an Dynamik

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Niedersachsen 665 Megawatt (MW) neue Photovoltaikleistung installiert. Damit setzt sich die bereits im vergangenen Jahr beobachtete Abschwächung des Zubaus fort.

Gleichzeitig verändert sich die Struktur des Ausbaus: Während der Zubau in fast allen Größenklassen zurückgeht, werden größere Anlagen zunehmend wichtiger. Auf Anlagen mit einer Leistung von mehr als 750 Kilowatt entfällt im ersten Halbjahr 2026 ein wachsender Anteil des Zubaus. Eine besondere Bedeutung haben dabei Freiflächenanlagen: Mit 214 MW entfällt rund ein Drittel der neu installierten Leistung auf dieses Segment.

Der Ausbau im Gebäudebereich ging 2026 weiter zurück – ein Minus zum Vorjahreshalbjahr um rund 25 Prozent. Besonders fällt hier das Haushaltssegment auf: Wurden hier im ersten Halbjahr 2023 noch 464 MW zugebaut, sind es im Vergleichszeitraum 2026 nur 261 MW.

Erfreulich ist weiterhin die Beliebtheit der Balkonkraftwerke. Zwar ist auch hier eine leichte Abnahme von knapp 4 Prozent zu verzeichnen – trotzdem ist jede zweite neu installierte PV-Anlage ein Balkonkraftwerk. Trotz ihrer geringen Leistung tragen sie inzwischen 5 Prozent zum jährlichen PV-Zubau bei.

Ausbauziel bleibt ambitioniert

Um das niedersächsische Ausbauziel von 65 Gigawatt bis 2035 zu erreichen, müsste die bereits installierte Leistung jährlich um rund 20 Prozent wachsen. Im ersten Halbjahr 2026 lag das Wachstum der bereits installierten Leistung bei 6 Prozent und damit deutlich unter dem für die Zielerreichung erforderlichen Wachstum. Der Trend sinkender Zubauraten nach dem Hoch im Jahr 2024 scheint sich auch 2026 fortzusetzen. Damit entfernt sich Niedersachsen vom notwendigen Entwicklungspfad. Gleichzeitig könnten sich die Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau weiter verschärfen. Die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der EEG-Vergütung von Photovoltaikanlagen dürfte insbesondere Investitionen in neue Gebäudesolaranlagen erschweren und damit die Zubauraten zusätzlich bremsen.

Regionale Unterschiede im Zubau  

Der PV-Zubau konzentriert sich weiterhin stark auf einzelne Regionen. Die Region Hannover sowie die Landkreise Hildesheim, Stade, Emsland, Diepholz, Osnabrück und Wesermarsch liegen bei den Zubauzahlen vorn. Zusammen entfallen rund 40 Prozent des gesamten Zubaus 2026 auf diese Regionen. In den Landkreisen Hildesheim, Stade und Wesermarsch werden die hohen Zubauraten durch Freiflächenanlagen hervorgerufen, wohingegen in der Region Hannover, den Landkreisen Emsland, Diepholz und Osnabrück die Mehrheit durch Gebäudesolaranlagen hervorgerufen wird.

 

Hohe Dynamik bei der Inbetriebnahme von Batteriespeichern

Der Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland nimmt weiter deutlich an Fahrt auf: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Niedersachsen 856 MWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Gegenüber 2025 entspricht das einem Zuwachs der Gesamtkapazität um 31 Prozent.

Mit 74% entfällt der größte Anteil der insgesamt installierten Kapazität weiterhin auf Heimspeicher mit weniger als 30 kWh. Großbatteriespeicher machen derzeit 21% aus. Ihre Entwicklung ist jedoch besonders dynamisch. Allein im ersten Halbjahr 2026 gingen Großspeicher mit einer Kapazität von 533 MWh ans Netz.

Der wachsende Anteil von Großbatteriespeichern ist auch ein Ausdruck des steigenden Bedarfs an Flexibilität im Stromsystem aufgrund der volatilen Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Die aktuellen Zubauzahlen spiegeln damit bereits die hohe Zahl an Netzanschlussanfragen für Großbatteriespeicher aus dem letzten Jahr wider und deuten auf eine weiterhin starke Entwicklung in diesem Marktsegment hin.

Weitere Informationen

Diese Auswertung umfasst den Auswertungszeitraum bis einschließlich 30.06.2026 und bildet den Datenbestand des Marktstammdatenregisters zum Zeitpunkt 25. August 2026 ab. Der Auswertungszeitraum endet am 30.06.2026. Für den Zubau des ersten Halbjahres 2026 wird die gesamte neu installierte Leistung bzw. Speicherkapazität berücksichtigt, unabhängig davon, ob Anlagen später stillgelegt wurden. In der kumulierten Gesamtleistung sind endgültige Stilllegungen entsprechend des Datums der endgültigen Stilllegung abgezogen.

➤ Die folgende Präsentation enthält weitere Zahlen, Grafiken und Anmerkungen zur Halbjahresauswertung von PV- und Speicherzubau in Niedersachsen.

Kontakt

Dr. Isabell Kiepe

0151 526 324 77
isabell.kiepe [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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