Energiekonzept der Diakonie Adelebsen Alma-Louisenstift

Die energetische Sanierung der Diakonie Adelebsen stellt ein gelungenes Beispiel dar, wie notwendig gewordene Einzelmaßnahmen frühzeitig und vorausschauend mit umfassenderen Modernisierungen kombiniert wurden, um eine deutlich höhere energetische Effizienz zu erzielen. 

Zum Hintergrund 

Soziale Einrichtungen stehen in Sachen Klimaschutz vor vielfältigen Herausforderungen. Um sie dabei zu unterstützen, wurde das KiSs-Projekt ins Leben gerufen. Mit Hilfe von konkreten Informations-, Bildungs- und Beratungsangeboten wird die niedersächsische Sozialwirtschaft in diesem Kooperationsprojekt zwischen der LAG der Freien Wohlfahrtspflege, dem niedersächsischen Umweltministerium und der KEAN bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen begleitet. Eine Einrichtung, die sich bereits auf den Weg begeben hat, ist die Diakonie Adelebsen. Sie setzt sich aus dem Pflegeheim Alma-Louisen-Stift, einem ambulanten Pflegedienst, einer Tagespflege und einem betreuten Wohnen zusammen. Die Baujahre der Gebäude reichen von 1889 bis 1990. Die Brutto-Grundfläche beträgt ca. 6.500 m². 

 

Idee und Ziel  

Die Technik in dem Alten- und Pflegeheim war veraltet, sodass die komplette Energieversorgung im laufenden Betrieb des Heims umgestellt und erneuert werden musste. Aus diesem Grund wurde ein Energiekonzept erstellt, welches insbesondere von der Einrichtungsleitung, dem Vorstand der Diakonie Adelebsen sowie einem Ingenieurbetrieb aus Hardegsen entwickelt wurde. Die Diakonie Adelebsen hat gezeigt, wie mit frühzeitiger Planung und Engagement die Herausforderungen beim Klimaschutz in der Sozialwirtschaft angegangen werden können.   

Kosten/ Förderungen 

Es wurden keine Angabe zu Gesamtkosten gemacht. Gefördert wurde das Wärme- und Gebäudenetz der Einrichtung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). 

Alte Heizzentrale

Neue Heizzentrale

Wärmepumpen-Kaskade

Aktionen und zeitlicher Ablauf 

2019 startete die Planung für das Energiekonzept. Ein Jahr später wurde eine erste Konzeptentwicklung beauftragt. Die Umsetzung wurde 2021 begonnen und 2023 abgeschlossen. 

Im Rahmen der Sanierung wurde zum einen das bestehende Blockheizkraftwerk (20 kW) erneuert und zusammen mit drei Luft-Wasser-Wärmepumpen in einer neuen Heizzentrale installiert. Ergänzt wird die Heizzentrale durch einen Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Litern. Darüber hinaus wurde in allen Gebäuden ein hydraulischer Abgleich durchgeführt. So entstand ein Nahwärmenetz, welches die verschiedenen Gebäude bewirtschaftet. 

Eine Photovoltaikanlage mit etwa 60 kWp liefert selbst erzeugten Strom für das Gebäude. Zudem wurden zwölf E-Ladestationen eingerichtet, über die sowohl die Fahrzeuge des Menüservices als auch des ambulanten Pflegedienstes geladen werden können. Stromüberschüsse kommen den Mitarbeitenden zugute. 

Was hat in der Planung und Umsetzung gut funktioniert? Welche Hindernisse gab es?  

Der Weg dorthin war nicht einfach. Die Hindernisse reichten von den Anträgen auf Zuschüsse, die Einbindung der Mitarbeitenden, Bewohnenden und Mietenden sowie die Suche nach qualifizierten Handwerksbetrieben. Schwierigkeiten in der Umsetzung zeigten sich vor allem auch in erschwerten Verlegebedingungen des Nahwärme- und Stromversorgungsnetz aufgrund schwieriger Gelände- und Gebäudestruktur (Baumwuchs, Gebäude unter Wasserspiegel, Altbaubestand). 

Schwierigkeiten im Betrieb stellt die ungenügende Wärmezulieferung der Wärmepumpe dar. Hier wird weiterhin optimiert.  

Nächste Schritte 

Zukünftig geplant ist vor allem die Optimierung der Wärmepumpe. Gegebenenfalls soll eine Kühlung über eine Adsorptionskälteanlage erfolgen, wobei überschüssige Wärme aus dem BHKW-Betrieb oder Photovoltaik-Überschüsse genutzt werden könnten. Zudem soll geprüft werden, ob die überschüssige Raumwärme aus der Technik- und Heizzentrale mittels Wärmepumpe nutzbar gemacht werden kann. Auch die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung in die Gebäudeleittechnik zur bedarfsgerechteren Bereitstellung von Trinkwarmwasser ist mittelfristig vorgesehen. 

Tipps zum Nachmachen  

Eine frühzeitige Planung und Einbindung von Fachleuten/ Profis (Ingenieurbetrieb) ist essentiell. Notwendige Instandsetzungen sollten außerdem, wenn möglich, direkt mit weiteren umfassenden Maßnahmen kombiniert werden. 

Zwölf E-Ladestationen versorgen...

...die Fahrzeuge des Menüservices und des Pflegedienstes

Kontakt, weitere Informationen, Links  

Name der Einrichtung: Diakonie Adelebsen 

Ansprechpartner: Joachim Triphaus 

E-Mail: joachim.triphaus@diakonie-adelebsen.de 

Alle Fotos: KEAN

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