Die Gemeinde Weyhe im Landkreis Diepholz hat sich die Aufsuchungsrechte von Erdwärme in ihrer eigenen Gemeinde gesichert und ist damit Vorreiter in Niedersachsen.
Idee und Ziel
Die Gemeinde Weyhe möchte die regionalen Energieressourcen, die u.a. in ihrem kommunalen Gebiet in Form von Tiefer Geothermie vorhanden sind, selbst nutzen. So soll eine eigene nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung gestaltet werden.
Wie ist die Gemeinde Weyhe vorgegangen?
Um die potenzielle Nutzung von Tiefer Geothermie genau zu untersuchen und realisieren zu können, muss zunächst beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ein entsprechendes Erlaubnisfeld beantragt werden. Nach Beantragung im Jahr 2023 erfolgte die Genehmigung der Aufsuchungserlaubnis im Jahr 2024 für zwei Erlaubnisfelder. Aufgrund der Landesgrenze (Bremen-Niedersachsen) musste eine Aufteilung des Gebietes in die Erlaubnisfelder „Hemelingen“ und „Weyhe“ erfolgen. Die Genehmigungen zur Aufsuchung von Erdwärme zu gewerblichen Zwecken werden zunächst auf fünf Jahre befristet erteilt. Das Erlaubnisfeld „Hemelingen“ ist gut 14,5 Quadratkilometer groß und erstreckt sich entlang der südlichen Grenze von Bremen über die Stadtteile Hemelingen und Obervieland. Das Erlaubnisfeld „Weyhe“ grenzt unmittelbar südlich auf niedersächsischer Seite an, ist gut 66 Quadratkilometer groß, umfasst Weyhe und berührt Teile der Gemeinde Stuhr (Brinkum) und Barrien, ebenfalls im Landkreis Diepholz, sowie der Gemeinde Riede im Landkreis Verden.
Kosten/ Förderungen
Die erste Potentialanalyse zur Nutzung von Tiefengeothermie wurde im Rahmen der NKI-geförderten kommunalen Wärmeplanung durchführt, wobei ein Förderprozentsatz von 90 Prozent galt. Für die Erteilung der Erlaubnisse fielen Gebühren im dreistelligen Bereich an.
Die nun nötige Probebohrung kann nur mit Bundesfördermitteln und in Zusammenarbeit mit einem potenziellen Betreiber des Fernwärmenetzes realisiert werden. Dazu gibt es bislang noch keine Ergebnisse.