Sanierung eines Einfamilienhauses in Gehrden mit sinnvoll abgestimmten Einzelmaßnahmen

Barbara Mussack, unsere geschätzte ehemalige KEAN-Kollegin, und Georg Grobmeyer haben ihr Einfamilienhaus in Gehrden mit Einzelmaßnahmen saniert und ihren Gasverbrauch um fast zwei Drittel reduziert. Für die erfolgreiche Sanierung mit überschaubaren Mitteln erhielt das Ehepaar 2025 die Auszeichnung „Grüne Hausnummer“.

Idee und Ziel 

Das Ehepaar hat das Haus 1990 erworben und damals sofort einen neuen Gas-Brennwertkessel eingebaut. Als ehemalige Mitarbeiterin KEAN hat Barbara Mussack sich viele Jahre beruflich für den Klimaschutz eingesetzt und auch privat war für sie immer klar: „Sobald es uns möglich ist, wollen wir das Haus energetisch fit machen. Denn unsere Verantwortung als Hausbesitzer bedeutet auch, möglichst wenig zur Erderwärmung beizutragen. Das bedeutet möglichst wenig fossile Brennstoffe und möglichst viel erneuerbare Energien. Den Stil des Gebäudes wollten wir dabei erhalten und seinen Charme erneuern.“ 

Kosten/ Förderungen 

Die Sanierung kostete etwa 180 000 Euro, davon haben die Bauherren etwa 50 000 Euro als Förderung zurückbekommen. Folgende Förderprogramme wurden genutzt:  

  • KfW Effizienzhaus 100 -Programm 430
  • Dach und Solar Förderung der Region Hannover
  • BAFA Heizung mit Erneuerbaren Energien im Wärmemarkt
  • Förderung Solarkollektor der Region Hannover
  • KfW- Förderung Baubegleitung 

Westseite mit PV-Anlage

Erneuerung der Fenster

Dämmung des Daches

2019 haben Barbara Mussack und Georg Grobmeyer einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Ein Sanierungsfahrplan erfasst laut Definition der Förderbank KfW: „wie durch eine umfassende Sanierung ein bundesgefördertes Effizienzhausniveau zu erreichen ist (systemische Sanierung)“. Das Haus wurde unter die Lupe genommen, der Ist-Zustand fixiert und die Schritte zum Effizienzhaus wurden berechnet. 2020 wurde dann eine Architektin mit konkreter Planung beauftragt und es fiel die Entscheidung, welche Maßnahmen konkret umgesetzt werden sollten. Das Ziel war ein Effizienzhausstandard 100 - dieser wurde mit fünf aufeinander abgestimmten Maßnahmen erreicht und durch zusätzliche Maßnahmen noch übertroffen. Die Umsetzung und (geförderte) Baubegleitung erfolgte durch eine Architektin.  

Die folgenden Maßnahmen wurden im Zeitraum von Oktober bis  Dezember 2020 umgesetzt und führten zum Erreichen eines KfW-Effizienzhausstandards 100: 

  1. Dämmung der Außenwände – WDVS-Steinwolle 16 cm
  2. Dämmung des Daches - Holzfaser/Einblasdämmung  24 cm
  3. Dämmung Kellerdecke - Mineralwolle
  4. 10 neue Fenster drei-Scheiben-Verglasung (6 neuere blieben erhalten)
  5. Heizung: statt altem Gas-Brennwertkessel von 1990: neuer Gas-Brennwertkessel kombiniert mit Solarwärme vom Dach (Ost-West je zwei Platten pro Seite), möglichst großen Wärmespeicher gewählt - noch größer passte leider nicht durch die Kellertreppe

Nach und nach wurden noch die folgenden Schritte ergänzt: 

  • 2020: PV-Anlage (Solarstrom) 6 kW Ost-West-Anlage
  • 4 Jahre später: neue, dämmende und einbruchsichere Haustür im alten Stil, vom Tischler gefertigt
  • 2022:“Fensterläden“. Ein Tischler hat die vorhandenen Fensterläden an die veränderte Fenstergröße angepasst und aufgearbeitet und einige neue hergestellt. Bei der Dämmung der Außenwände waren bereits vorausschauend an den festgelegten Stellen „Kloben“ angebracht worden, damit dort nun die Fensterläden mit Spezialdübeln befestigt werden konnten. Für die Eheleute ihr „Lieblingsprojekt“: „Die Fensterläden schützen im Sommer perfekt vor Licht und Hitze und sehen schön aus!“

Das Ergebnis kann sich sehen (rechnen) lassen! 

Die Bauherren schätzen, dass sie insgesamt einen Effizienzhausstandard 85 erreicht haben. Vor der energetischen Sanierung lag der jährlich Gasverbrauch im Durchschnitt bei 19.000 kWh, nach Sanierung beträgt der jährliche Durchschnitt 7000 kWh. Der Stromeinkauf ohne PV belief sich auf ca. 3000 kWh/a, jetzt auf 1400 kWh/a.

Verlauf des Projekts 

Zum Ablauf der Sanierung ziehen die Bauherren das Fazit: Eine sehr schnelle Umsetzung ist machbar, wenn die Architektin gut koordiniert. Dazu muss der Architekt Erfahrung mit Altbauten haben und gute Handwerker an der Hand haben. Letztlich gab es dennoch kleinere Planungsfehler bei einigen Fenstern. 

Tipps zum Nachmachen  

Am besten gleich auf eine Wärmepumpe setzen, die lässt sich auch mit Solarthermie kombinieren.  

Umbau auf Hochtouren

Wärmepumpe

Westseite des Hauses

Alle Fotos: Barbara Mussack

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