2019 haben Barbara Mussack und Georg Grobmeyer einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Ein Sanierungsfahrplan erfasst laut Definition der Förderbank KfW: „wie durch eine umfassende Sanierung ein bundesgefördertes Effizienzhausniveau zu erreichen ist (systemische Sanierung)“. Das Haus wurde unter die Lupe genommen, der Ist-Zustand fixiert und die Schritte zum Effizienzhaus wurden berechnet. 2020 wurde dann eine Architektin mit konkreter Planung beauftragt und es fiel die Entscheidung, welche Maßnahmen konkret umgesetzt werden sollten. Das Ziel war ein Effizienzhausstandard 100 - dieser wurde mit fünf aufeinander abgestimmten Maßnahmen erreicht und durch zusätzliche Maßnahmen noch übertroffen. Die Umsetzung und (geförderte) Baubegleitung erfolgte durch eine Architektin.
Die folgenden Maßnahmen wurden im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2020 umgesetzt und führten zum Erreichen eines KfW-Effizienzhausstandards 100:
- Dämmung der Außenwände – WDVS-Steinwolle 16 cm
- Dämmung des Daches - Holzfaser/Einblasdämmung 24 cm
- Dämmung Kellerdecke - Mineralwolle
- 10 neue Fenster drei-Scheiben-Verglasung (6 neuere blieben erhalten)
- Heizung: statt altem Gas-Brennwertkessel von 1990: neuer Gas-Brennwertkessel kombiniert mit Solarwärme vom Dach (Ost-West je zwei Platten pro Seite), möglichst großen Wärmespeicher gewählt - noch größer passte leider nicht durch die Kellertreppe
Nach und nach wurden noch die folgenden Schritte ergänzt:
- 2020: PV-Anlage (Solarstrom) 6 kW Ost-West-Anlage
- 4 Jahre später: neue, dämmende und einbruchsichere Haustür im alten Stil, vom Tischler gefertigt
- 2022:“Fensterläden“. Ein Tischler hat die vorhandenen Fensterläden an die veränderte Fenstergröße angepasst und aufgearbeitet und einige neue hergestellt. Bei der Dämmung der Außenwände waren bereits vorausschauend an den festgelegten Stellen „Kloben“ angebracht worden, damit dort nun die Fensterläden mit Spezialdübeln befestigt werden konnten. Für die Eheleute ihr „Lieblingsprojekt“: „Die Fensterläden schützen im Sommer perfekt vor Licht und Hitze und sehen schön aus!“
Das Ergebnis kann sich sehen (rechnen) lassen!
Die Bauherren schätzen, dass sie insgesamt einen Effizienzhausstandard 85 erreicht haben. Vor der energetischen Sanierung lag der jährlich Gasverbrauch im Durchschnitt bei 19.000 kWh, nach Sanierung beträgt der jährliche Durchschnitt 7000 kWh. Der Stromeinkauf ohne PV belief sich auf ca. 3000 kWh/a, jetzt auf 1400 kWh/a.
Verlauf des Projekts
Zum Ablauf der Sanierung ziehen die Bauherren das Fazit: Eine sehr schnelle Umsetzung ist machbar, wenn die Architektin gut koordiniert. Dazu muss der Architekt Erfahrung mit Altbauten haben und gute Handwerker an der Hand haben. Letztlich gab es dennoch kleinere Planungsfehler bei einigen Fenstern.
Tipps zum Nachmachen
Am besten gleich auf eine Wärmepumpe setzen, die lässt sich auch mit Solarthermie kombinieren.