Sonnenenergie versorgt Haus und Auto mit Strom 
Der Solar-Check macht’s möglich

Norbert Heemann (Mitte) zeigte Barbara Mussack von der KEAN (l.) und Tobias Winkelmann von der Klimaschutz-leitstelle Lüneburg seine Sonnenstrom-Lösung für das 80 Jahre alte Zweifamilienhaus und das E-Auto.
Foto: Landkreis Lüneburg

Norbert Heemann hat seine Photovoltaik-Anlage von vornherein groß ausgelegt. Mit einer Leistung von knapp 10 Kilowatt Peak produziert sie viel mehr Strom als im Haushalt der Familie genutzt werden kann. „Ich hatte die Benzinkosten des Autos im Blick, mit dem meine Frau jährlich rund 35.000 km unterwegs ist. Wir wollen auf ein Elektroauto umstellen.“

Vor gut einem Jahr ließ sich die Familie aus Lüneburg bei einem „Solar-Check“ beraten, wie sie Sonnenenergie nutzen kann. „Mich interessierte, was sich bei einem älteren Haus überhaupt nachträglich machen lässt – und mit welchem Aufwand“, so Norbert Heemann. Der Solar-Check, den die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen gemeinsam mit örtlichen Partnern landesweit anbietet, war der richtige Einstieg in die Überlegungen. „Dafür ist die Meinung eines unabhängigen Experten sehr hilfreich, denn der möchte kein bestimmtes Produkt verkaufen“, beschreibt der Hauseigentümer die Vorteile der Beratung.


Mehr Eigennutzung durch kleine Änderungen der Gewohnheiten

Eine große Dachfläche  -nach Osten und nach Westen- bot ideale Voraussetzungen für die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Da die Familie ganztägig im Haus ist, kann der Strom von früh bis spät direkt selbst genutzt werden. Mit ein paar Änderungen der Gewohnheiten wird der günstige Solarstrom tagsüber verbraucht: Spül- und Waschmaschine laufen, wenn die Sonne scheint und die Dauerverbraucher wie Kühl-und Gefrierschrank und PC werden ebenfalls mit Solarstrom „gefüttert“.

Je nach Investitionskosten und Laufzeit der Anlage liegen die Gestehungskosten für Solarstrom zwischen 10 und 15 Cent pro Kilowattstunde gegenüber etwa 30 Cent Stromkosten bei Bezug aus dem Netz. Dieser Unterschied macht die Eigennutzung von Solarstrom attraktiv: Je weniger Strom eingekauft werden muss, umso besser. Den nicht selbst nutzbaren, überschüssigen Solarstrom speist die Familie in das Netz ein und erhält dafür eine Vergütung, die derzeit bei rund 12 Cent pro Kilowattstunde liegt. Der Blick auf die Stromrechnung stimmt deshalb Hauseigentümer Norbert Heemann optimistisch. Während bisher 180 Euro monatlich an Stromkosten anfielen, sind es nun im Schnitt nur noch etwa 50 Euro – inklusive Einspeisevergütung gerechnet.

© KEAN

Nächster Schritt Elektroauto

Nun steht der nächste Schritt an und soll eine weitere Sparbüchse werden: Ein Elektroauto ist bestellt, eine Ladestation wurde gleich beim Bau der Anlage installiert. „Ich gehe davon aus, dass wir 150 Euro an monatlichen Spritkosten zum größten Teil sparen können, wenn wir das Auto mit dem eigenen Solarstrom betanken“, erklärt Norbert Heemann seine Überlegungen. Ein großer Vorteil ist in seinem Fall, dass das Auto morgens oder am späten Nachmittag elektrisch geladen werden kann. „Wir sind zeitlich flexibel und können die Ladezeiten an die Stromproduktion anpassen.“ E-Autos verbrauchen je nach Typ 14 bis 20 kWh/pro 100 km. Im ersten Halbjahr konnte Norbert Heemann einen täglichen Ertrag von bis zu 50 Kilowattstunden verzeichnen, genug also um auch den Strombedarf für ein E-Auto zu decken. Im günstigsten Fall könnte also 100 km bei einem angenommenen Verbrauch von 15 kWh und 10 Cent Stromkosten pro kWh für 1,50 Euro gefahren werden, rechnet Norbert Heemann vor. In jedem Fall eine günstige und emissionsfreie Autofahrt.

Beim Kauf des E-Autos hat sich die Familie für ein Leasing-Modell entschieden. „Das scheint uns die bessere Lösung zu sein, weil wir erwarten, dass die Batterietechnologie in drei Jahren noch besser ist und wir dann auf ein solches Modell umsteigen können“. Auch der Vergleich von Leasingkosten und Kaufpreis ging bei den Heemanns zugunsten des Leasings aus, da in diesem Fall der Händler einen besonderen Rabatt gewährte. Hier ist jedoch immer im Einzelfall zu entscheiden, was die bessere Lösung ist. Fest steht bereits: die Familie ist begeistert von ihrer Stromproduktion auf dem Dach und den vielfachen Nutzungsmöglichkeiten der regenerativen Energie.

Mehr Information zu Photovoltaik und E-Mobilität mit einer Beispielrechnung gibt es in unserem
Infoblatt.

Solar-Checks mit einer unabhängigen Beratung gibt es in vielen Regionen Niedersachsens.
Sie finden Ihre Region hier.

Weitere Informationen

Mehr Information zu Photovoltaik und E-Mobilität mit einer Beispielrechnung gibt es in unserem Infoblatt.

Solar-Checks mit einer unabhängigen Beratung gibt es in vielen Regionen Niedersachsens. Sie finden Ihre Region hier.