©Christoph Linden

CO2-Bepreisung - Wer blickt noch durch?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über das Für und Wider einer CO2-Bepreisung diskutiert wird. Das ist gut so, denn es ist offenkundig, dass es eines Instrumentes mit klarer Lenkungswirkung bedarf, damit die CO2-Emissionen spürbar sinken und zugleich eine faire Lastenverteilung gesichert ist – Stichwort „Sozialverträglichkeit“.

Derzeit sind weltweit etwa 70 CO2-Bepreisungssysteme eingeführt oder werden in Kürze in Kraft treten. Das Spektrum reicht dabei von Steuern über Emissionshandelssysteme bis hin zu Hybridsystemen mit einer Kombination aus Preis-und Mengensteuerung.
 Dadurch tauchen in der öffentlichen Diskussion verschiedene Begriffe auf, die letztlich alle eine CO2-Bepreisung meinen, aber mal als CO2-Steuer, CO2-Abgabe, CO2-Umlage, Ausweitung des Emissionshandels und „Energiegeld“ daher kommen. 

Wir hatt
en im Dezember 2018 begonnen, einige Studien, Analysen und Meinungen zum Thema CO2-Bepreisung zu sammeln. Diese werden nun mit aktuellen Veröffentlichungen ergänzt – weiterhin ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

©Svetlana Turchenick

CO2-Bepreisung – jenseits der Konsens stiftenden Leerformel

09.04.2019: In einem Blog-Beitrag erläutert Dr. Felix Chr. Matthes vom Öko-Instituts die verschiedenen Aspekte der aktuellen Debatte um die CO2-Bepreisung und arbeitet fünf zentrale Themen heraus, über die Verständigung erzielt werden müsste. Dabei analysiert er auch die Schwachpunkte verschiedener Ansätze. 

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Erfolgreiche Energiewende erfordert CO2-orientierte Energiepreisreform

26.03.2019: Zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele ist nach Einschätzung zahlreicher Experten ein einheitlicher und alle Energieträger umfassender CO2-Preis die effizienteste Lösung. KfW Research hat mit einem Hintergrundpapier aus der Reihe "Fokus Volkswirtschaft" die Thematik "CO2-Bepreisung" auf 6 Seiten beleuchtet.

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©Monika Dietsch

 

 

20 Jahre Ökosteuer: finanz- und sozialpolitisch top, umweltpolitisch ein Flop

27.03.2019: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eine Beitrag zum Jubiläum der Ökosteuer verfasst und verbindet dieses Jubiläum mit der aktuellen Diskussion um eine CO2-Bepreisung. Notwendig sei eine Reform, die CO2 angemessen bepreist und einkommensschwache Haushalte entlastet.

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©KEAN

 

 

Eckpunkte einer CO2-Preisreform für Deutschland

03.12.2018: Die UN-Umweltagentur hat sich im November 2018 für eine internationale grüne Steuer-Reform stark gemacht. Ökonomen des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), des RWI - Leibniz Institut für Wirtschaftforschung und die Mercator Research Institute (MCC) haben direkt vor dem Start des Klimagipfels im polnischen Kattowitz im Dezember 2018 ein neues Konzept für eine CO2-Preisrefom in Deutschland und Europa vorgelegt.

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CO2-Bepreisung könnte sinnvoll sein

28.09.2018: In seinem Sonderbericht " Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das BMWi" kritisiert der Bundesrechnungshof u.a. die Vielzahl komplizierter Gesetze und Verordnungen, welche die Energiewende derzeit regeln. Vielmehr sollte die Bundesregierung einen rechtlichen Rahmen und ökonomische Anreize zu umweltverträglichem Verhalten setzen. In Betracht käme dafür z. B. eine allgemeine CO2-Bepreisung. Dadurch könnten verschiedene derzeit zu zahlende Umlagen und Steuern entfallen und auch das bisherige Regelungsdickicht könnte erheblich gelichtet werden. Mehr erfahren

 

©KEAN

 

Sprit, Heizöl und Gas teurer machen, damit Strom billiger und Klimaschutz bezahlbar wird

19.11.2018: Die Agora Energiewende schlägt eine aufkommens-neutrale Reform der Energiesteuern entlang von CO2-Preisen vor. Klimafreundliche Gebäude und Elektromobilität sollen mit mehreren Milliarden im Jahr gefördert werden, ein Fonds soll Härtefälle abfedern.

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©BDI

BDI: "Klimapfade für Deutschland"

Januar 2018: Bereits Anfang 2018 hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat eine umfassende Studie zur Energiewende 2050 vorgelegt. Eine Handlungsempfehlung war u.a. die Einführung einer CO2-Bepreisung (Seite 12/13):

"Um Verbraucher zu einem Wechsel auf niedrig-emittierende Technologien in den Nicht-ETS-Sektoren zu motivieren, sollten entsprechend klare und  kalkulierbare  Preissignale  gesendet  werden.  Dazu könnten z.B.Steuern oder unmittelbare THG-Bepreisungen ebenso wie mengenbasierte Systeme zählen."

Mehr erfahren: BDI Handlungsempfehlungen zur Studie "Klimapfade für Deutschland" (pdf 1 MB)

 

 

 

 

Globale Unternehmen fordern CO2-Mindestpreis

27.11.2018: Als Ergänzung zum EU-Emissionshandelssystem (EU EHS) schlägt eine Gruppe von Unternehmen die Einführung eines europäischen oder regionalen CO₂-Mindestpreises im Energiesektor sowie die Festlegung einer CO₂-Bepreisung für die Transport- und Gebäudesektoren vor. Eine entsprechende ausführliche Studie zeigt, dass ein robusterer Weg zur Dekarbonisierung des Energiesektors möglich ist, wenn sich mehrere Länder zusammenschließen.

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©Leuphana

Höhere Energiepreise schaffen Anreize für Energieeffizienz und erneuerbare Energien

November 2018: Prof. Dr. Thomas Schomerus von der Leuphansa Universität Lüneburg beschäftigt sich mit der Frage, wie die Energiewende besser gelingen kann. Die stärkere Einbindung der erneuerbaren Energien spielt eine zentrale Rolle. Dafür  müssten fossile Energieträger und deren CO2-Ausstoß eine ehrlicheren Preis erhalten. Die KEAN sprach mit ihm über den Themenkomplex.

 

 

 

 

UBA-Gutachten: CO2-Bepreisung als Teil einer Reform der Erneuerbaren-Finanzierung

August 2018: Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Finanzierung der Förderung erneuerbarer Energien zu reformieren und gerechter zu machen. Danach soll künftig auch der Verbrauch von Öl, Kohle, Gas, Diesel und Benzin in Abhängigkeit ihrer CO2-Emissionen besteuert werden.

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Umweltministerkonferenz der Länder fordert CO2-Bepreisung

09.11.2018: Die Umweltminister der Länder fordern die Bundes-regierung erneut auf, einen Vorschlag für eine CO2-Bepreisung vorzulegen, die in allen Sektoren (Stromerzeugung, Wärme und Mobilität) wirksam ist und verfassungs- und europarechtskonform umgesetzt werden kann.

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©dena

Geschäftsführer der dena fordert CO2-Steuer

24.11.2018: In einem Interview mit dem Handelsblatt fordert Andreas Kuhlmann eine Energiesteuerreform mit einem starken Fokus auf CO2-Reduktion. „Die Besteuerung von CO2 sollte langsam aber verlässlich aufwachsend sein und im Gegenzug müssen andere Abgaben und Umlagen im Energiebereich abgebaut werden“, sagt er.

Zum Interview mit dem Handelsblatt

 

 

 


Kontakt

Ihr Ansprechpartner:

Christoph Linden

0511 89 70 39 17

christoph.linden[at] klimaschutz-niedersachsen.de

TV-Beitrag

Der Report aus München hat am 04.12.2018 einen Beitrag zu den Herausforderungen der Energiewende ausgestrahlt.

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