Energieverbrauch für Wärme in Mehrfamilienhäusern steigt wieder an: Einfache Analyseverfahren können Ursachen aufdecken und mehr Transparenz herstellen

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05.03.2020: Verschiedene neuere Studien haben gezeigt, dass der witterungsbereinigte Energieverbrauch für die Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist - und das, obwohl die energetischen Standards der Gebäude durch Sanierungen insgesamt besser geworden sind. Die Energiekennwerte 2019 des Energiedienstleisters Techem ermitteln einen deutlichen Anstieg des witterungsbereinigten Verbrauchs je Quadratmeter Wohnfläche in den letzten drei Jahren: plus 5,8 Prozent bei Erdgas, plus 8,5 Prozent bei Heizöl und plus 4,9 Prozent bei der Fernwärme (wir berichteten).

Der DIW-Wärmemonitor, der auf Heizkostenabrechnungen für Mehrfamiliengebäude des Energiedienstleisters ista Deutschland GmbH beruht, kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Seit 2015 steigt der Heizenergiebedarf je Quadratmeter in Zwei- und Mehrfamilienhäusern kontinuierlich an. Selbst wenn man dem Verfahren der Witterungsbereinigung skeptisch gegenübersteht: Ein Vergleich der nicht-witterungsbereinigten Verbräuche z.B. zwischen den in der Witterung ähnlichen Jahren 2014 und 2018 zeigt laut Techem-Studie einen um fast 10 Prozent höheren Verbrauch in 2018. Wenn man bedenkt, dass die Gebäude im Durchschnitt durch Sanierungsmaßnahmen und Neubauten immer energieeffizienter werden, stellt sich die Frage nach den Ursachen dieses Anstiegs.

 

Einfache Berechnungen helfen bei der Ursachenforschung

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Natürlich kann das Nutzerverhalten ein wichtiger Grund sein, zumal die Brennstoffpreise in den letzten Jahren sehr moderat waren. Andere Ursachen können in den Heizungsanlagen zu finden sein, die häufig nicht effizient arbeiten oder falsch dimensioniert sind. Um die Frage nach der Ursache zur klären, lohnt sich eine Auswertung der Verbrauchsdaten der Heizungsanlage. Mit Hilfe eines einfachen Berechnungsverfahrens, der Energieanalyse aus dem Verbrauch (EAV), lassen sich auch ohne Investitionen in Messtechnik viele Erkenntnisse über die Effizienz und Auslastung der Heizanlage gewinnen.

Das Faktenpapier „Einfache Analyse: Passt die Heizung zum Gebäude?“ gibt eine Anleitung für diese einfache Berechnung und bietet so Betreibern von Mehrfamilienhäusern die Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand qualifiziert nach Ursachen für hohe Wärmeenergieverbräuche zu suchen. Und: Vermieter können diese Analysen auch ihren Mietern erläutern und somit mehr Transparenz in die Brennstoff-Verbräuche ihrer Wohngebäude bringen.