Entwicklung der installierten PV-Leistung in Niedersachsen 2006-2018

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03.06.2019: Der Zubau von Solarstromanlagen in Niedersachsen steigt weiter kräftig an. Im Jahr 2018 wurden rund 208 Megawatt (MW) Leistung neu installiert, das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Jahr 2017 von mehr als 72 Prozent. Und schon das Jahr 2017 war mit einem Zubau von 120 MW ein starkes Jahr, mit einem Plus von 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2016.

In der aktualisierten animierten Grafik (siehe unten) ist die Entwicklung der installierten Photovoltaik-Leistung in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens dargestellt. Die Zahlen stammen vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V., welcher die Anlagendaten der Bundesnetzagentur in seinem PV-Atlas aufbereitet. Die einzelnen Zeitschritte zeigen, beginnend mit dem Jahr 2006, die bis dahin insgesamt installierte Leistung, allerdings nicht in absoluten Werten, sondern pro Einwohner. In diesem Zeitraum hat sich die in ganz Niedersachsen installierte Leistung von 184 Megawatt auf rund 3.950 Megawatt mehr als verzwanzigfacht.

Nachdem man die Jahre 2010 bis 2012 für Niedersachsen als Boomjahre mit sehr hohen Zubauzahlen bezeichnen kann, kam es in den Folgejahren zu einer Konsolidierung mit moderaten Zuwächsen bzw. Stagnationen. Im Jahr 2017 folgte dann eine Trendwende, die 2018 noch einmal deutlich untermauert wurde.

 

Schwerpunkt ländlicher Raum

Bei der Pro-Kopf-Verteilung der insgesamt in Niedersachsen installierten Photovoltaik-Leistung wird eine Dominanz der ländlich geprägten Landkreise wie etwa Cloppenburg, Emsland und Vechta mit jeweils etwa 1,5 Kilowatt pro Einwohner gegenüber Städten mit etwa 100 bis 300 Watt pro Einwohner deutlich (Stand Ende 2018). Dies ist einerseits auf die größere verfügbare private Dachfläche pro Einwohner zurückzuführen (größerer Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern in ländlichen Gebieten), andererseits auch auf eine häufige Nutzung von Dachflächen landwirtschaftlich genutzter Gebäude sowie von Freiflächen in ländlichen Gebieten.

Das wirtschaftliche Optimum bei der Dimensionierung der Anlagen verlagerte sich aufgrund der stark gesunkenen Einspeisevergütung zunehmend von der größtmöglichen Dachflächenausnutzung hin zur Eigenverbrauchoptimierung. Gleichzeitig sind aber auch die Systempreise für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren sehr stark gesunken, so dass Solarstrom aus Dachanlagen bereits für etwa 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden kann. In großen Freiflächenanlagen kann Solarstrom sogar für etwa 5 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden. Hintergrundpapier: PV-Stromgestehungskosten.

 

Solarenergie auch attraktiv für Unternehmen

Gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU), die nicht zu den privilegierten Letztverbrauchern gehören und ihren Strom für deutlich mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde aus dem Netz beziehen, kann eine Investition in eine eigene Photovoltaikanlage wirtschaftlich lohnenswert sein, da der größte Anteil des Stromverbrauchs der Produktion tagsüber anfällt, während die Photovoltaikanlage Strom liefert und sich somit hohe Eigenverbrauchsquoten auch ohne Stromspeicher realisieren lassen. 

 

Die Rahmenbedingungen für den Bau von Photovoltaik sind derzeit günstig. Die Modulpreise sind gesunken und für den nicht selbst verbrauchten Strom gibt es eine Einspeisevergütung von ca. 11 Cent pro kWh. Mit landesweit verfügbaren Beratungsangeboten für Hauseigentümer, Kommunen und Unternehmen bietet die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) die notwendige Information für alle Solar-Interessierten. 

Solar-Checks für Hauseigentümer

Impulsberatung Solar für Unternehmen und Kommunen