Bundesverband Wärmerecycling gegründet

Die Gründungsmitglieder des Bundesverbandes Wärmerecycling e.V. freuen sich auf einen konstruktiven Austausch im Bereich Energieeffizienz. Von l.n.r.: Wolfgang Hermle, Jürgen August, Johannes Bott, Theo Caffier, Dr. Peter Wolf, Wolfgang Jaske, Jörg Bleile, Prof. Dr. Matthias Reckzügel, Uwe Fritsch, Lothar Nolte, Thomas Krause, Prof. Dr. Tim Wawer, Matthias Wohlfahrt.

29.03.2017: In der Nutzung von Restwärme aus Industrie, Abwasser oder anderen Abwärmequellen liegt ein großes Potenzial. Sie kann wesentlich zum Gelingen der Energiewende im Wärmebereich beitragen. In Osnabrück haben am 21.03. 2017 zwölf Institutionen die Gründungssatzung des „Bundesverbands Wärmerecycling e.V.“ unterzeichnet – einer neuen Netzwerkplattform für mehr Energieeffizienz im Wärmesektor, darunter auch die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

"In der öffentlichen Debatte zur Energiewende spielt der Wärmesektor bislang noch keine bedeutende Rolle. Dabei hängt das Gelingen der Energiewende ganz entscheidend vom Umbau der Wärmeversorgung ab. Mehr als 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs bzw. aller CO2-Emissionen entfallen auf den Wärmebereich.  Nicht umsonst sprechen viele Experten beim Umbau der Wärmeversorgung – der sogenannten Wärmewende – von einem schlafenden Riesen. Genau hier setzt der neue Bundesverband Wärmerecycling e. V. an", erklärt Prof. Dr.-Ing. Matthias Reckzügel, Leiter des Kompetenzzentrums Energie an der Hochschule Osnabrück bei der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung. "Wenn es gelingt, nur 1 Prozent der Wärmeenergie in Deutschland zu recyceln, können dadurch 2.500.000 Tonnen CO2 oder 1.000.000 Tonnen Erdgas pro Jahr eingespart werden. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von ca. 750.000 Einfamilienhäusern. Das ist eine unvorstellbar große Menge", veranschaulicht Dr. Peter Wolf von der Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH die Möglichkeiten, die im Wärmerecycling liegen.

Know-how bündeln

Der neu gegründete Verband bündelt das vorhandene Energieeffizienz-Know-how der Mitglieder und stellt es für alle zur Verfügung. "Zentraler Anspruch ist, den aktuellen Stand der Technik anhand von bereits realisierten Projekten und validen Daten zu publizieren. Erfolgreiche Pilotprojekte werden hervorgehoben und können auf andere Bereiche und energieintensive Branchen übertragen werden. Kurz gesagt: Als Netzwerk kompetenter Partner möchten wir alle technischen Anlagen und Prozesse im Wärmesektor kontinuierlich verbessern. Wärmerecycling ist der Schlüssel zu Effizienz und Erfolg“ erläutert Wolfgang Jaske von der Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH das Ziel des Bundesverbands Wärmerecycling.

Branchenübergreifend Handeln

Die Gründungsmitglieder des Bundesverbandes Wärmerecycling e.V. setzen sich aus den unterschiedlichsten Branchen und Institutionen zusammen. „Wenn wir das große Potenzial des Wärmerecyclings nutzen, kann das wesentlich zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen. Das wird nur gelingen, wenn alle Akteure am gleichen Strang ziehen. Wir begrüßen deshalb, dass die unterschiedlichen Netzwerkpartner ihr Wissen und ihre Erfahrungen jetzt in einem Verband zusammentragen und bündeln,“ betont Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. 

Die Gründungsmitglieder in alphabetischer Reihenfolge:

Energiedienst AG, Jörg Bleile
Hochschule Osnabrück, Prof. Dr. Tim Wawer
HTP Ingenieur GmbH & Co. KG, Johannes Bott
innotec Industrievertretung, Theo Caffier
Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH, Dr. Peter Wolf
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH, Lothar Nolte
LEO Lokale – Energie – Optimierungen, Prof. Dr. Matthias Reckzügel
Mitglied des Landtags Axel Miesner
Stadtwerke Hannover AG, Matthias Wohlfahrt
Stadtwerke Osnabrück AG, Wolfgang Hermle
Steinbeis Transferzentrum, Uwe Fritsch
Viessmann Deutschland GmbH, Thomas Krause