Neuerungen in den Förderprogrammen: Beispiel Sanierung der Gebäudehülle

Zu Beginn des Jahres 2020 sind, wie im Klimapaket beschlossen, die Förderbedingungen für energieeffiziente Gebäude deutlich verbessert worden. Neben der Erhöhung der Zuschussförderung durch die KfW und das BAFA wurde auch eine die steuerliche Förderung für die Sanierung selbstgenutzter Wohngebäude eingeführt. Nachdem wir bereits beleuchtet haben, was die Neuerungen für den Austausch von Heizanlage konkret bedeuten, haben wir nun eine Gegenüberstellung der alten und neuen Fördermöglichkeiten bei Sanierung der Gebäudehülle (Dämmung, Fenstertausch etc.) durch die KfW vorgenommen und die Änderungen an einer Beispielrechnung durchgespielt. Denn in den KfW-Programmen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren ist nicht nur der Anteil der Förderung an den Investitionskosten auf bis zu 40 Prozent angehoben worden, sondern es sind auch die maximalen Fördersummen gestiegen.

Die folgende Tabelle zeigt die Änderungen in den Zuschüssen und den Höchstsätzen für Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden und für den Neubau von Wohngebäuden (KfW-Programme 151/152, 153 und 430). Daneben wird die steuerliche Förderung dargestellt, die aber nur für selbstgenutztes Wohneigentum möglich ist.

Beispiel Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 85

Wir haben die Änderungen für ein fiktives Beispiel einmal durchgerechnet: Die Sanierung eines durchschnittlich großen Einfamilienhauses zu einem KfW-Effizienzhaus 85.

Abhängig vom sonstigen Zustand des Hauses, kann laut KfW die Kombination der folgenden Sanierungsmaßnahmen zum KfW-Effizienzhaus-Standard 85 führen:

  • Außenwanddämmung 14 cm
  • Dachdämmung 20 cm
  • Kellerdämmung 8 cm
  • Neue Fenster mit Doppelverglasung
  • Gas-Brennwertheizung und Solaranlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Bei einer einfachen Durchführung nehmen wir in diesem Beispiel für ein Einfamilienhauses Investitionskosten von rund. 75.000 EUR an.

Nach den alten Förderbedingungen hätten die Eigentümer für diese Sanierung einen Investitionszuschuss von 15.000 Euro (20 Prozent) erhalten. Unter den neuen Bedingungen betrüge der Zuschuss 22.500 Euro (30 Prozent). Ein Unterschied von 7.500 Euro. Für die einzelnen Maßnahmen könnte alternativ die steuerliche Förderung in Anspruch genommen werden. Verteilt über drei Jahre könnten hier 15.000 Euro (20 Prozent) von der Steuerschuld abgezogen werden.

 

Alles eine Frage der Höchstbeträge

Bei dieser relativ niedrigen Investitionshöhe ist der Vergleich zur steuerlichen Förderung recht einfach zu ziehen. Wenn die Ausgaben für die Sanierungsmaßnahmen aber die maximal anrechenbaren Beträge übersteigen, kann es bei selbstgenutztem Wohneigentum unter Umständen günstiger sein, die steuerliche Förderung zu nutzen, da hier in einigen Fällen die maximale Fördersumme höher liegt.

Das wäre zum Beispiel der Fall bei Einzelmaßnahmen mit einer Investitionssumme von 70.000 Euro. Hier betrug die KfW-Förderung zu den alten Bedingungen 5.000 Euro (10 Prozent, maximale Förderhöhe 5.000 Euro), zu den neuen Bedingungen sind es 10.000 Euro (20 Prozent, maximale Förderhöhe 10.000 Euro). Über die steuerliche Förderung wäre es möglich verteilt über drei Jahre 14.000 Euro von der Steuerschuld abzuziehen, vorausgesetzt natürlich diese liegt in den drei folgenden Jahren bei rund 5.000 Euro oder darüber.

Die Frage, ob es für Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum nicht günstiger ist, die steuerliche Förderung für die einzelnen Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, stellt sich auch noch in den folgenden Fällen:

  • Bei Einzelmaßnahmen mit einer förderfähigen Investitionssumme über 50.000 Euro
  • Bei einer Sanierung zum Effizienzhaus 85/100/115 oder Denkmal und einer förderfähigen Investitionssumme über 150.00 Euro, abhängig vom geplanten Effizienzhausstandard

Wenn die Maßnahmen einen Heizungstausch beinhalten, könnte es auch sinnvoll sein, diesen alternativ über einen BAFA-Zuschuss mit bis zu 45 Prozent fördern zu lassen und die restlichen Maßnahmen von der Steuerschuld abzuziehen.

Wenn höhere Effizienzstandards erreicht werden, ist die KfW-Förderung in jedem Fall lukrativer als die steuerliche Förderung. Für eine Sanierung zum Effizienzhaus 55 beispielsweise gab es zu den alten Konditionen maximal 27.500 Euro Tilgungszuschuss bzw. 30.000 Euro Investitionszuschuss, nach den neuen Fördersätzen gibt es nun maximal 48.000 Euro für beide Zuschüsse. Steuerlich absetzbar wären maximal 40.000 Euro.