Neuerungen in den Förderprogrammen: Beispiel Heizungstausch

30.01.2020: Über die aktuellen Änderungen in den Förderprogrammen des Bundes für energetische Sanierung haben wir bereits berichtet, unseren Überblick über die Neuregelungen finden Sie hier. Um die Änderungen im Bereich des klimafreundlichen Heizens noch verständlicher zu machen, haben wir uns die Bedingungen für den konkreten Fall des Heizungstauschs als Einzelmaßnahme in Bestandsgebäuden genauer angesehen und die vorherigen Fördermöglichkeiten mit den neuen Bedingungen verglichen.

Die Neuerungen in der Förderkulisse von Anfang des Jahres bieten vielfältige Vorteile und Verbesserungen beim Heizungstausch, der nun alleine über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert wird. Es werden jetzt sogenannte „Umfeldmaßnahmen“ mitgefördert. Gerade dieser Bereich beinhaltet zum Teil große Kostenfaktoren, wie zum Beispiel die Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen, Bohrungen für Erdwärmesonden, Optimierungen des Heizungsverteilsystems, der Austausch von Heizkörpern bzw. der Einbau von Flächenheizungen oder die Installation eines Pufferspeichers, die nun über die Förderung mit abgedeckt werden. Eine vollständige Liste der förderfähigen Kosten finden Sie hier (PDF). 

Das vorherige System mit festen Fördersummen und zusätzlich möglichen Boni für begleitende Maßnahmen wurde durch eine anteilige Förderung von 35 bzw. 30 Prozent abgelöst, welche die Umfeldmaßnahmen mit einschließt. Wenn das neue Heizsystem eine Ölheizung ersetzt, steigt der Fördersatz sogar nochmals um 10 Prozentpunkte. In Niedersachsen sind immer noch rund 350.000 Ölheizungen im Einsatz, die im Durchschnitt knapp 20 Jahre alt sind. Die hohen Fördersätze für den Austausch dieser alten Systeme lassen hier auf eine deutliche Wirkung hoffen.

Besonders Solarthermieanlagen profitieren von den neuen attraktiven Investitionszuschüssen. Anlagen, die der Warmwasserbereitung oder der Warmwasserbereitung und Unterstützung der Raumheizung dienen, erhalten einen Zuschuss bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Auch die gänzliche Umstellung auf erneuerbare Energien ist mit einem Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten lukrativ. Für den Neubau lohnt sich z.B. die Kombination einer Wärmepumpe mit Solarthermie. Wärmepumpen sind eine besonders effiziente Technologie, die in gut gedämmten Gebäuden ideal einsetzbar ist. In Niedersachsen werden bisher nur in rund 21 Prozent der Neubauten Wärmepumpen eingesetzt, im Bundesdurchschnitt sind es über 40 Prozent. Die verbesserten Förderbedingungen könnten dem Ausbau auch in Niedersachsen neuen Schwung verleihen. 

Insgesamt sind die Förderbedingungen für den Heizungstausch nicht nur lukrativer, sondern auch wesentlich einfacher geworden, was die folgende Übersicht über beispielhafte Maßnahmen zeigt. Eine steuerliche Förderung von maximal 20 Prozent der Kosten ist im Fall des Heizungstauschs finanziell nicht attraktiver als die Zuschussförderung des BAFA.

Vergleich der Förderung des Heizungsaustauschs im Gebäudebestand vor und nach der Änderung zum 01.01.2010.

Die vollständige Übersicht  zu den Neuerungen bei der Heizungsförderung finden Sie auf der Seite des BAFA.