Niedersächsische Energietage 2017 mit großem Zuspruch

07.-08.11.2017: Auf den Zehnten Niedersächsischen Energietagen, die in diesem Jahr von der KEAN als Partner unterstützt wurden, diskutierten rund 190 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wie mit Hilfe von regenerativem Strom auch die Wärme- und Mobilitätswende beschleunigt werden kann (Sektorenkopplung).

Das erste Fachforum stand unter dem Titel „Dekarbonisierung des Gesamtsystems: mögliche Beiträge der Sektorkopplung und alternative Routen“. Die Teilnehmer forderten den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere im Bereich der Solarenergie. Dieser treibe die gesamte Energiewende und er sollte sich nicht nur auf wenige regionale Schwerpunkte beschränken. In Gebieten mit unzureichender Netzinfrastruktur müssten ggf. Übergangslösungen gefunden werden, ein Drosseln der erneuerbaren Erzeugung und die damit verbundene Verzögerung des Ausbaus gelte es zu vermeiden.

Wind- und Sonnenenergie sind inzwischen wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Energieträgern. Strom aus erneuerbaren Energien kann gut in den Wärme- und Verkehrssektor eingebunden werden. Hierfür wird wesentlich mehr Strom als heute benötigt.

Für die Integration des Stroms ist jedoch auch der Netzausbau entscheidend. Etwa ab dem Jahr 2030 werden zudem eine größere Zahl saisonaler Speicher notwendig sein, insbesondere Gasspeicher und Wärmespeicher. Hierfür kann die vorhandene Infrastruktur genutzt werden. Im Wärmebereich kommt dem Erdreichspeicher in Verbindung mit der Wärmepumpe eine zunehmende Bedeutung zu.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass für eine erfolgreiche Sektorkopplung eine gerechtere Belastung der Energieträger nötig sei. So werde Strom durch Abgaben und Umlagen heute stark belastet, während Gas und Öl deutlich weniger staatlich induzierte Preisbestandteile aufweisen. Hier müsse die neue Regierung handeln.

Der weitere Schwerpunkt der Diskussion lag auf Technologien, die für die Dekarboniserung benötigt werden. Es wurde deutlich, dass der Einsatz durch die Priorisierung der Einsatzreihenfolge (Merit-Order) der Power to X-Technologien im Sinne der Treibhausgasreduktionseffizienz bestimmt werden sollte. Der Vorteil der Power to X-Technologien hängt immer von einem hohen regenerativen Stromanteil ab. Eine besonders hohe Treibhausgasreduktion weisen Wärmepumpen auf, gefolgt von batterieelektrischen Fahrzeugen. Beide Technologien stehen bereits heute zur Verfügung und sollten in der Breite genutzt und zudem weiterentwickelt werden. 

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Die verfügbaren Vorträge der 10. Niedersächsischen Energietage finden Sie auf der Internetseite des EFZN.

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