Entwicklung der installierten PV-Leistung in Niedersachsen

Grafik: KEAN

14.05.2018: Im Jahr 2017 wurden in Niedersachsen PV-Anlagen mit einer Leistung von etwa 120 MWp neu installiert. Das entspricht einer Steigerung der neu installierten Leistung um knapp 50 Prozent gegenüber 2016 und stellt nach sechs aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Installationszahlen eine deutliche Trendwende dar.

In einer animierten Grafik ist die Entwicklung der installierten Photovoltaik-Leistung von 2005 bis 2017 in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens dargestellt. Die Zahlen stammen vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V., welcher die Anlagendaten der Bundesnetzagentur in seinem PV-Atlas aufbereitet. Die einzelnen Zeitschritte zeigen die jeweils bis dahin insgesamt installierte Leistung, allerdings nicht in absoluten Werten, sondern pro Einwohner. Zwischen 2005 und 2017 stieg die in Niedersachsen installierte Leistung von 117 Megawatt auf über 3.750 Megawatt und hat sich somit mehr als verdreißigfacht.

Starke Konzentration in ländlichen Gebieten

Bei der Pro-Kopf-Verteilung der insgesamt in Niedersachsen installierten Photovoltaik-Leistung wird eine Dominanz der ländlich geprägten Landkreise wie etwa Cloppenburg, Emsland und Vechta mit jeweils etwa 1,5 Kilowatt pro Einwohner gegenüber Städten mit etwa 100 bis 200 Watt pro Einwohner deutlich (Stand Ende 2017). Dies ist einerseits auf die größere verfügbare private Dachfläche pro Einwohner zurückzuführen (größerer Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern in ländlichen Gebieten), andererseits auch auf eine häufige Nutzung von Dachflächen landwirtschaftlich genutzter Gebäude sowie von Freiflächen in ländlichen Gebieten. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass sich die durchschnittliche Anlagengröße in Niedersachsen in den letzten Jahren verringert hat, von 38 Kilowatt im Jahr 2012 auf 20 Kilowatt im letzten Jahr.

Positiver Trend in Deutschland hält an

Auch bundesweit wurde 2017 mehr Photovoltaikleistung als im Jahr zuvor neu installiert. Mit etwa 1.680 Megawatt neu installierter Leistung entspricht das einer Steigerung von etwa 12 % gegenüber den Neuinstallationen 2016. Dieser Trend scheint sich 2018 zu verstärken, wie der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. mitteilt. Demnach hat die Bundesnetzagentur von Januar bis März neue Photovoltaik-Systeme mit einer Gesamtleistung von rund 580 Megawatt registriert. Damit ist der deutsche Photovoltaik-Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 65 % gewachsen. Falls diese Ausbaudynamik für den Rest des Jahres aufrecht erhalten werden kann, würde damit zum ersten Mal der im EEG verankerte Ausbaukorridor von 2.400 bis 2.600 Megawatt erreicht werden, nachdem dieses Ziel drei Jahre in Folge deutlich verfehlt wurde.

Eigenverbrauch im Fokus

Das wirtschaftliche Optimum bei der Dimensionierung der Anlagen verlagerte sich aufgrund der stark gesunkenen Einspeisevergütung zunehmend von der größtmöglichen Dachflächenausnutzung hin zur Eigenverbrauchoptimierung. Gleichzeitig sind aber auch die Systempreise für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren sehr stark gesunken, so dass Solarstrom aus Dachanlagen bereits für etwa 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden kann. In großen Freiflächenanlagen kann Solarstrom sogar für deutlich unter 5 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden (siehe auch Faktenpapier: Stromgestehungskosten von PV-Anlagen).

Gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU), die ihren Strom für deutlich mehr als 12 Cent pro Kilowattstunde aus dem Netz beziehen, kann eine Investition in eine eigene Photovoltaikanlage wirtschaftlich lohnenswert sein, da der größte Anteil des Stromverbrauchs der Produktion tagsüber anfällt, während die Photovoltaikanlage Strom liefert und sich somit hohe Eigenverbrauchsquoten auch ohne Stromspeicher realisieren lassen. (siehe auch Faktenpapier: "Lohnt sich Solarenergie für KMU?".)

Um den KMU die Potenziale der Solarenergie betriebsspezifisch aufzuzeigen, bietet die KEAN seit dem 1. März 2018 landesweit die kostenfreie Impulsberatung für KMU „Solar“ an.