Nachlese zum Energieforum "Recht und Finanzierung dezentraler Energiesysteme" am 27. September 2017 in Lüneburg

Auf dem Energieforum „Recht und Finanzierung dezentraler Energiesysteme“ 27. September 2017 diskutierten rund 140 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft den Stand der Energiewende mit Blick auf die Herausforderungen in Norddeutschland. Der Bogen spannte sich dabei über mehrere Aspekte der Energiewende, von Fragen der Wärmewende – wie die Rolle von mit erneuerbaren Energien gespeisten Wärmenetzen – in den Sessions 1 und 5 oder von energetischen Quartierskonzepten für Kommunen (S 2) über Mieterstrommodelle (S 3), betriebliche Energiekonzepte (S 6) bis hin zu regionalen Erneuerbare-Energien-Stromspeicher (S 6). 

©KEAN

Das diesjährige Energieforum war eine gemeinsame Veranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der Leuphana Universität Lüneburg.

Zum Auftakt sprach der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel über niedersächsische Ansätze zur dezentralen Energieversorgung. Der "Runde Tisch Energiewende" sei hierbei das zentrale Kommunikationsprojekt zur niedersächsischen Energie- und Klimapolitik gewesen, in dem die Energieszenarien 2050 als auch das Leitbild einer nachhaltigen Energie-und Klimaschutzpolitik entwickelt wurden. Wenzel betonte in diesem Zusammenhang, dass für die Umsetzung der Energiewende insbesondere Akzeptanz und gesellschaftlicher Rückhalt benötigt werde. Dafür seien vor allem Kommunen wichtige Partner.

Mit Verweis auf den ersten Energiewendebericht für Niedersachsen vom August 2017 hob der Minister die großen Potenziale im Bereich der Windenergie hervor, die kostengünstig, klimafreundlich und auch wirtschaftspolitisch bedeutungsvoll seien. Im Bereich Onshore wolle die Niedersächsische Landesregierung insbesondere durch Repowering den kontinuierlichen Ausbau der Windenergie an Land umwelt- und sozialverträglich gestalten und bis zum Jahr 2050 die Windenergieleistung an Land auf mindestens 20 Gigawatt (GW) verdoppeln. Hinzu kämen weitere Potenziale in der Offshore-Windenergie.

Die Photovoltaik steht bei der Stromerzeugung auf Platz drei der erneuerbaren Energien in Niedersachsen und entsprechend den Erkenntnissen der Studie zum Energieszenario 2050 in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden; in erster Linie soll dies auf Dachflächen oder an Verkehrswegen erfolgen.

Wenzel merkte an, dass sich die Energiewende bislang auf den Stromsektor fokussiere. Er sehe daher die Aufgabe, den Mobilitäts- und Wärmesektor verstärkt voranzutreiben. Insbesondere gelte es, den Wärmebedarf deutlich zu senken und die erforderliche Wärme effizient und umweltfreundlich zu erzeugen. Schlüsseltechnologien für die Strom-Wärme-Kopplung seien Wärmepumpen und regenerativ versorgte KWK-Anlagen.

Wenzel forderte zum Abschluss seines Vortrags das Ende von Investitionen in Kohle- und Atomkraftwerke und sprach sich in diesem Zusammenhang für einen angemessenen CO2-Mindestpreis aus.


Sessions vertieften Aspekte der Energiewende

In den insgesamt sechs Workshop-Sessions wurden verschiedenen Themen der Energiewende vertieft vorgestellt und diskutiert. Hier zeigte sich eine hohe Fachexpertise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.


Die Ergebnisse der Sessions wie auch die Vorträge des Energieforums werden in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.

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