Nachlese der Veranstaltung „Förderprogramme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Wohngebäuden“ vom 11.08.2016 in Braunschweig und 06.09.2016 in Walsrode

Am 11. August fand in Braunschweig und am 6. September 2016 in Walsrode die Kooperationsveranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und der NBank zum Thema „Förderprogramme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Wohngebäuden“ statt.

Die wichtigsten Änderungen und Neuerung aus den Förderungen der KfW und des BAFA haben wir noch einmal für Sie zusammengefasst. Außerdem haben uns die Referenten noch einige Fragen zu Details der Förderprogramme beantwortet.

Zu den Förderprogrammen der KfW:

1. Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen

Neubau (Förderprogramme 153, 431, 433, 275):

  • Die Förderung für KfW-Effizienzhäuser 70 ist entfallen.
  • Das KfW-Effizienzhaus 40 Plus ist hinzugekommen (weiterhin gefördert werden KfW-Effizienzhaus 55 und 40).
  • Der Nachweis für KfW-Effizienzhaus 55 kann nun auch mittels Referenzwertverfahren erfolgen.
  • Der Höchstbetrag je Wohneinheit für Kredite aus dem Programm 153 beträgt jetzt EUR 100.000,-.
  • Der Antrag für den Zuschuss für Baubegleitung bei Neubauten (Förderprogramm 431) ist jetzt VOR Vorhabenbeginn zu stelle. 
    • Der Einbau eines Brennstoffzellensystems (Förderprogramm 433) für die Wärme- und Stromversorgung wird mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten bei Neubau gefördert.
    • Batteriespeicher werden in Verbindung mit PV-Anlagen (Förderprogramm 275) in Form von zinsgünstigen Krediten mit Tilgungszuschuss gefördert: Das Programm wird weitergeführt; die Mittel sind nach Abruf in einer angemessenen Frist (12 Monate) einzusetzen. Eine Verlängerung ist in begründeten Einzelfällen möglich.
    • Die Zinsbindung ist für 20 Jahre möglich
    • Nach Bewilligung der Förderung haben die Empfänger sechs Monate Zeit für den Einsatz der Mittel

    Mehr: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/

     

    Bestand  (Förderprogramme 151, 430, 431, 433, 275):

    • Der Ausbau unbeheizter Flächen zu beheizten Wohnflächen (z.B. Dachgeschossausbau) und die Erweiterungen (z. B. Anbauten) sowie die Umwidmung beheizter Nichtwohnflächen zu Wohnflächen werden nun gefördert (Förderprogramm 151/430). Werden bestehende Wohneinheiten erweitert (z.B. Maisonettewohnung) werden die hierfür anfallenden energetischen Baumaßnahmen über „Energieeffizient Sanieren“ gefördert. Wenn eine NEUE Wohneinheit entsteht wird diese über „Energieeffizient Bauen“ finanziert.
    • Heizungsanlagen und Lüftungsanlagen bei Gebäuden mit gemischter Nutzung werden gefördert, wenn die wohnwirtschaftliche Nutzung überwiegt (Förderprogramm 151/430).
    • Heizungs- und Lüftungspaket werden als eigenständige Maßnahmenpakete mit einem Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten max. EUR 7.500,-/WE (Förderprogramm 151/430) gefördert.
    • Batteriespeicher (Förderprogramm 275) zur Nachrüstung von PV-Anlagen, die ab 01.01.2013 ans Netz gegangen sind, werden in Form eines zinsgünstigen Kredites mit Tilgungszuschuss gefördert.
    • Der Einbau eines Brennstoffzellensystems (Förderprogramm 433) zur Wärme- und Stromversorgung wird in Form eines Zuschusses in Höhe von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten bei Sanierung gefördert.
    • Für den Zuschuss für Baubegleitung bei Sanierungen (Förderprogramm 431) gilt jetzt: Der Antrag ist VOR Vorhabenbeginn zu stellen.

    Mehr: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Energetische-Sanierung/

    2. Antworten von Eckart von Schwerin (Referent der KfW) auf Detailfragen

    Frage: Kann der Restbetrag der Finanzierung des Brennstoffzellensystems nach der Inanspruchnahme des 40 Prozent-Zuschusses über das Kreditprogramm finanziert werden?

    v. Schwerin: Die Kombinationsmöglichkeiten bei der Bezuschussung  der Brennstoffzelle sind im Merkblatt für das Programm 433 auf Seite 5 zu finden. Dort heißt es:

    Die mit diesem Zuschuss geförderten Brennstoffzellensysteme (integrierte Geräte und Beistellgeräte) dürfen ausschließlich mit der Vergütung für KWK-Anlagen nach dem "Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung" (KWK-Gesetz, www.bafa.de) kombiniert werden. 

    Frage: Der Zuschuss für die Baubegleitung muss jetzt VOR Beginn der Maßnahme beantragt werden. Ist dies nur eine Formsache, also kann nach Antragstellung gleich begonnen werden? (Risiko). Wieviel Zeit muss hier bis zur Zusage einkalkuliert werden?

    v. Schwerin: Die Bearbeitungszeit für den Baubegleitungszuschuss hängt  stark vom aktuellen Antragseingang ab. Zur Zeit liegt die Bearbeitungszeit bei ca. 4 Wochen.

    Frage: Bei welchen Programmen besteht die Möglichkeit KfW-Mittel mit BAFA-Mitteln zu kombinieren?

    v. Schwerin: Einen guten Überblick über die Kombinationsmöglichkeiten bietet die nachfolgende Tabelle

    Zu den Förderprogrammen des BAFA

    1. Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen

    Heizungsoptimierung

    Gefördert wird der Ersatz von Heizungs- Umwälzpumpen und Warmwasser-Zirkulationspumpen durch Hocheffizienzpumpen und/oder der Hydraulischer Abgleich, zzgl. der Anschaffung und fachgerechten Installation von voreinstellbaren Thermostatventilen, Einzeltemperaturreglern, Strangventilen, Pufferspeichern etc.

    • VOR Erteilung des Auftrags muss die Online-Registrierung beim BAFA für den Austausch der Pumpe ​bzw. für den hydraulischen Abgleich erfolgen.
    • NACH Umsetzung der Maßnahme, jedoch spätestens sechs Monate nach der Registrierung muss der Verwendungsnachweis über das Portal auf der Homepage des BAFA eingereicht werden.

    Diese Zuschussförderung in Höhe von 30 Prozent der Netto-Investitionskosten ist nicht kombinierbar mit dem „Heizungspaket“ des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE)

    Mehr: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/heizungsoptimierung/index.html

     

    Optimierung bereits geförderter Heizungsanlagen

    Ist eine vom BAFA geförderte Solarkollektor-, Biomasseanlage oder Wärmepumpe vor mehr als drei Jahren und weniger als sieben Jahren in Betrieb genommen worden, kann ein Investitionszuschuss von 200 Euro für die Optimierung der Anlage gezahlt werden.

    • Förderantrag und vollständige Rechnung sind innerhalb von neun Monaten NACH Abschluss der Optimierungsmaßnahmen beim BAFA einzureichen.

    Mehr: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/optimierung/index.html

     

    Heizungsaustausch mit gleichzeitiger Verbesserung der Energieeffizienz

    Die APEE-Zusatzförderung in Höhe von 20 Prozent des im Rahmen der MAP-Richtlinie bewilligten Zuschusses wird gewährt, wenn eine ineffiziente fossil betriebene Altanlage durch eine moderne Biomasseanlage oder effiziente Wärmepumpe ersetzt wird oder wenn eine bestehende Heizungsanlage (ohne Brennwerttechnik) mittels Einbindung einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage modernisiert wird und wenn für die Installation einer neuen Heizungsanlage eine Förderung „nach den Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ (MAP-Förderung) gewährt wird und der Heizungsaustausch mit einer Optimierung der gesamten Heizungsanlage kombiniert wird.

    Die Zusatzförderung ist mit dem MAP-Antragsformular (Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe) einzureichen. 

    Mehr: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/apee/index.html

    2. Antworten des BAFA auf Detailfragen

    Frage: Zu den Fördervoraussetzungen Erdsondenbohrung: Was hat sich an den Fördervoraussetzungen geändert?

    BAFA: Seit April 2015 gelten zwei zusätzliche Fördervoraussetzungen:

    1. Die ausführende Bohrfirma muss nach den Qualitätsanforderungen der technischen Regel DVGW W 120-2 zertifiziert sein.

    2. Mögliche Schäden, die aufgrund eines Bohrvorhabens entstehen könnten, müssen zum Zeitpunkt der Bohrung durch den Abschluss einer „verschuldensunabhängigen Versicherung abgedeckt sein.

    siehe auch das entsprechende Merkblatt des BAFA (PDF). 

    Frage: Inwiefern ist eine Förderung von Holzpelletöfen mit Wassertasche als Zusatzheizung möglich?

    BAFA: Eine Förderung von Holzpelletöfen mit Wassertasche als Zusatzheizung, die an das Verteilsystem angebunden sind, ist auch über das Marktanreizprogramm (MAP) möglich.

    Frage: Ist bei der energetischen Optimierung von Heizanlagen der Austausch ganzer Bauteilgruppen förderfähig, auch wenn theoretisch nur einzelne Bauteile ausgetauscht werden müssten?

    BAFA: Ja, solange die Pumpe das dominierende Bauteil der Bauteilgruppe ist.