Veranstaltungsnachlese: Strombedarf im Unternehmen optimieren – Lohnen sich Energiespeicher? 

Am 1. Juni 2016 fand in der Aula der TU Braunschweig im Haus der Wissenschaft die Auftaktveranstaltung des neuen Geschäftsbereichs Energiespeicher und -systeme der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachen in Kooperation mit der Regionalen EnergieAgentur sowie dem elenia der TU Braunschweig statt. Unter dem Titel „Strombedarf im Unternehmen optimieren – Lohnen sich Energiespeicher?“ diskutierten rund 110 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über Technologien und Einsatzmöglichkeiten von Batteriespeichern in der Industrie. 

Eine pauschale Aussage, welche Technologie die Vorreiterrolle im Speichermarkt einnehmen wird, konnten und wollten die Referenten nicht treffen. Denn die Auswahl der Technologie muss individuell vom Einsatzzweck wie beispielsweise dem Ziel der Kappung von Verbrauchsspitzen oder der Eigenverbrauchsoptimierung abgeleitet werden. Auch die technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten sowie betriebsspezifische Eigenheiten wie der jeweilige Lastgang müssen berücksichtigt werden.

Die Vorträge machten außerdem deutlich, dass zukünftig eine weitere technische Optimierung von Speichersystemen zu erwarten ist. Auch wird von einer deutlichen Kostenreduktion insbesondere der Lithium-Ionen- und Redox-Flow-Batterien ausgegangen, was zu kürzeren Amortisationszeiten führt.

Aktuell gibt es kein einheitliches Messverfahren des Gesamtwirkungsgrades von Batteriespeichersystemen, damit fehlen den Verbrauchern einheitliche Angaben, um die Effizienz von Speichern miteinander vergleichen zu können. 

Derzeit gibt es zudem noch einige regulatorische Hemmnisse, die die Marktdurchdringung von Stromspeichern erschweren. So würde z. B. der Wegfall der Einstufung von Stromspeichern als Letztverbraucher den wirtschaftlichen Betrieb von Speichern erleichtern. 

Insgesamt finden derzeit sowohl auf technischer, als auch auf ökonomische und regulatorischer Ebene wichtige Entwicklungen für den Bereich der Batteriespeicher und ihre Einsatzmöglichkeiten in der Industrie statt. Energiespeicher mit ihren vielseitigen Anwendungsfeldern werden als eine Flexibilitätsoption für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zunehmend von Bedeutung sein.

Der Einladungsflyer mit Programm zum Download (PDF)

Eine Zusammenfassung der Vorträge können Sie hier  herunterladen (PDF).

Die Präsentationsfolien der einzelnen Vorträge: Pietsch: Betriebliches Spitzenlastmanagement; Hanke-Rauschenbach: Welcher Speicher löst mein Problem?; Loges: Effizienzlabel für Batteriespeicher; Becker: Vermarktungs- und Finanzierungsmodelle für KMU MicroGrids; Hickmann: Redox-Flow-Batterien für den industriellen Einsatz;Gent/Lietz:  Energierechtliche Hürden für Stromspeicher 


Weitere Informationen zu den Vortragsschwerpunkten von Professor Richard Hanke-Rauschenbach und der Energierechtlerin Franziska Lietz finden Sie in den Experteninterviews in unserer Rubrik "Nachgefragt bei".

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin:

Ann Kruse

0511 89 70 39-31

ann.kruse [at] klimaschutz-niedersachsen.de