Wärmepumpenausbau: Niedersachsen hat Nachholbedarf 

31.07.2018: Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende liegen die zentralen Herausforderungen aktuell im Verkehrssektor und im Wärmebereich. Für den Wärmebereich sind die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und Heizungssystemen sowie der Einsatz erneuerbarer Energien entscheidende Erfolgsfaktoren. Mit Wärmepumpen lassen sich aus einer kWh Strom drei und mehr kWh Wärme aus einer praktisch unerschöpflichen Quelle, der Wärme der Umwelt, gewinnen. Kommt der Strom dafür aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft oder Photovoltaik, dann wird die Wärme komplett CO2-frei erzeugt. Das macht die Wärmepumpe zu einer Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Alle neueren einschlägigen Studien machen deutlich, dass die Nutzung von Wärmepumpen für die zukünftige Beheizung von Wohngebäuden eine entscheidende Rolle spielen muss, wenn die deutschen Klimaschutzziele erreicht werden sollen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Studien und Analysen (Rubrik Wärmewende).

Niedersachsen unter dem Bundesdurchschnitt

2017 kamen in Deutschland in 37,2 Prozent aller Neubauten Wärmepumpen zum Einsatz, in Niedersachsen liegt der Anteil lediglich bei 18,4 Prozent der Neubauten. In Bestandsgebäuden ist der Anteil der Wärmepumpen noch verschwindend gering. Dabei  bietet die Technologie Planern und Nutzern vielfältige Möglichkeiten: Erdreich- und Wasser-Wärmepumpen können einen  kombinierten Heiz-und Kühlbetrieb gewährleisten – insbesondere für gut gedämmte Gebäude ein wesentlicher Mehrwert für den Komfort der Nutzer. Erdreich-Wärmepumpen können eine saisonale Wärmespeicherung im Erdreich ermöglichen, die mit einer Solarthermieanlage noch effizienter gestaltet werden kann. Ergänzt um PV-Anlagen wird die Wärmepumpe eine zentrale Komponente für die „Energiewende im Kleinen“. 

Wärmepumpe & Co. bei der Effizienztagung Bauen+Modernisieren 2018

Das Thema Wärmepumpen bildet daher auch einen Schwerpunkt bei der Effizienztagung Bauen+Modernisieren am 9. Und 10. November 2018. Erläuterungen zur Einsatzmöglichkeiten, Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele beleuchten die Möglichkeiten und Herausforderungen der Technologie. Ein wichtiges Thema ist dabei die Temperatur für die Trinkwarmwasserbereitung: Anforderungen der Trinkwasserhygiene machen bislang vergleichsweise hohe Temperaturen für das Trinkwasser notwendig, wodurch die Effizienz der Wärmepumpe deutlich beschränkt wird. Ultrafiltrationsanlagen bieten die Möglichkeit, die Trinkwasserhygiene unabhängig von der Temperatur sicherzustellen. Dieser Hebel zur Effizienzsteigerung ermöglicht eine weitere Verbreitung von Wärmepumpen sowohl für Gebäude des Bestands als auch für Neubauten, da diese nun wesentlich effizienter und somit wesentlich wirtschaftlicher betrieben werden können.

Zum Programm der Effizienztagung Bauen+Modernisieren 2018