Mehr Wärmepumpen für Niedersachsen

28 Prozent mehr Wärmepumpen in 2021 – Förderung geht weiter!

Der Zubau an Wärmepumpen in Neu- und Bestandsbauten steigt weiterhin stark an. Im Jahr 2021 wurden deutschlandweit 154.000 Wärmepumpen abgesetzt – 28 Prozent mehr als im bereits sehr starken Jahr 2020. Der Ausbau muss ambitioniert weitergehen! In Niedersachsen startet die Wärmepumpen-Initiative mit dem 1. Niedersächsischen Wärmepumpentag.

Die Kosten für Heizenergie sind in diesem Winter so hoch wie selten. Die fossilen Brennstoffe Öl und Gas verteuerten sich so sehr, dass viele Haushalte mit deutlichen Nachzahlungen für das letzte Jahr konfrontiert sind. Mit einer Wärmepumpe können Hauseigentümer unabhängig von Öl und Gas werden, heizen umweltfreundlich mit erneuerbaren Energien und sparen einen großen Teil der jährlichen Heizkosten.

Wie der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Bundesverband der Deutschen Heizindustrie (BDH) mitteilen, wurden im Jahr 2021 deutschlandweit rund 154.000 Wärmepumpen abgesetzt. Das waren 28 Prozent mehr als im Jahr 2020, in dem es bereits eine ähnliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr gegeben hatte. Diese Steigerungen sind angesichts der ehrgeizigen Ziele der neuen Bundesregierung dringend notwendig: Laut Koalitionsvertrag sollen bis zum Jahr 2030 der erneuerbare Anteil im Wärmesektor 50 Prozent betragen, ab 2025 soll jede neue Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – und die Wärmepumpe ist hier die entscheidende Technologie.

Studien zeigen, dass bis 2030 die Anzahl der Wärmepumpen in Deutschland von jetzt etwa 1,1 auf über 5 Millionen steigen muss. Für Niedersachsen bedeutet dies eine umso größere Herausforderung, da in Niedersachsen trotz guter Rahmenbedingungen – hohes Windstromangebot, relativ günstige Bedingungen zur Erschließung von Wärmequellen – deutlich weniger Wärmepumpensysteme installiert werden wie im deutschen Durchschnitt. (Zahlen für das Jahr 2021 liegen aktuell noch nicht vor)

Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen – 1. Niedersächsischer Wärmepumpentag
Dieser Nachholbedarf ist ein wesentlicher Antrieb für die Aktivitäten der Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen (WIN). Zum Auftakt findet am Dienstag, dem 22. Februar 2022, der 1. Niedersächsische Wärmepumpentag statt. Nach dem landespolitischen Impuls durch den Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies wird es in einer Diskussionsrunde darum gehen, welche Schritte für eine weitere Verbreitung von Wärmepumpen in Niedersachsen einzuschlagen sind. Fachvorträge über Projekte im Wohnungsbau, zu Quartierskonzepten und zu Fragen der Aus- und Weiterbildung schließen sich an. Sie werden ergänzt durch kurze Impulse aus der niedersächsischen Wärmepumpenforschung.

Kommunale Wärmeplanung – Pilotprojekt „Wärmepumpen-Quartier"
Niedersachsen hat früh die Zeichen der Zeit erkannt und ein Pilotprojekt zu Wärmepumpen-Quartieren gestartet. Vier solcher Quartiere werden derzeit umgesetzt und begleitet. Das Ausweisen solcher Wärmepumpen-Quartiere ist ein Instrument der kommunalen Wärmeplanung, um die Verbreitung von Wärmepumpen in Wohngebieten zu beschleunigen.

Ein weiteres Instrument, die Wärmeversorgung nachhaltig zu steuern, ist die Festsetzung von entsprechenden Standards in der kommunalen Bauleitplanung. Im Januar dieses Jahres hat die KEAN gemeinsam mit dem Niedersächsischen Umweltministerium eine Musterfestsetzung zum Verbot von fossilen Brennstoffen in Wohngebieten vorgelegt.

Bundesförderung der BAFA läuft weiter!
Die Bundesregierung hatte am 24. Januar 2022 die KfW-Förderprogramme der Bundesförderung für energetische Gebäude (BEG) mit sofortiger Wirkung gestoppt. Sie soll nach Medienberichten vom 16.02.2022 ab dem 21.02.2022 wieder aufgenommen werden, da der Haushaltsausschuss des Bundestages die entsprechenden Haushaltsmittel in Höhe von 9,5 Mrd. Euro bewilligt hat.

Die Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen der energetischen Sanierung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) war von dem Förderstopp nicht betroffen! Daher ist eine Förderung für den Wechsel von Öl- bzw. Gasheizungen auf eine Wärmepumpe weiterhin möglich.

Kontakt

Christoph Linden

0511 89 70 39-17
christoph.linden [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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