Laut der aktuellen Auswertung des BAFA wurden bereits nahezu 4.000 Förderanträge im Rahmen der BEW bewilligt und bis Ende Juni rund 373 Millionen Euro ausgezahlt. Niedersachsen gehört mit 341 bewilligten Förderanträgen und einem Fördervolumen von gut 15,3 Millionen Euro bundesweit zu den stärkeren Flächenländern und belegt bei der Zahl der Bewilligungen den fünften Platz.
Rund 8,8% aller bundesweiten Bewilligungen entfallen damit auf Niedersachsen. Gemessen am Bevölkerungsanteil des Landes von 9,6% liegt dieser Anteil leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Dies ist insofern plausibel, da Niedersachsen eher ländlich geprägt ist und über eine hohe Erdgasnetzabdeckung, zugleich aber über vergleichsweise wenige Wärmenetze im Bestand verfügt und daher stärker auf dezentrale Lösungen setzt.

Förderanträge im Bundesgebiet und in Niedersachsen. Daten: BAFA, Darstellung: KEAN
Die Zahlen zeigen ein deutliches Engagement niedersächsischer Kommunen, Unternehmen und Energieversorger. Bei den Transformationsplänen wurden bis zum Stichtag 31. März 2026 von 175 eingereichten Anträgen 77 bewilligt, was einer Bewilligungsquote von 44% entspricht. Damit hat Niedersachsen frühzeitig die strategischen Grundlagen für den Ausbau klimaneutraler Wärmenetze geschaffen.
Wer greift auf welche Fördermittel zurück?
Die Förderanträge stammen dabei bundesweit aus unterschiedlichen Trägergruppen:
- Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 1.623 Anträge
- Unternehmen: 1.330 Anträge
- Kommunale Gebietskörperschaften: 342 Anträge
- Contractor, Genossenschaften, Vereine: 475 Anträge
Den höchsten Anteil der Antragsteller nimmt die Gruppe der kommunalen Unternehmen ein. Damit zeigt sich, dass die Transformation der Wärmenetze insbesondere von kommunalen Energieversorgern und Stadtwerken vorangetrieben wird.
Die Bewilligungen/Auszahlungen unterscheiden sich deutlich zwischen den Modulen der BEW. Von bundesweit insgesamt 3.893 bewilligten Anträgen seit Einführung des Förderprogramms ergibt sich folgende Aufteilung:

Ein Blick auf die Verteilung der Fördermittel zeigt zwei wesentliche Entwicklungen:
- Modul 1 dominiert die Antragstellung. Bundesweit wurde der Großteil der Förderanträge im Modul 1 gestellt. Gefördert werden hier unter anderem Machbarkeitsstudien und Transformationspläne (bis März 2026). Diese Projekte dienen der strategischen Vorbereitung von Wärmenetzvorhaben und sind mit vergleichsweise geringeren Fördersummen von bis zu zwei Millionen Euro pro Antrag verbunden.
- Viele Projekte befinden sich noch in der Vorbereitungs- oder frühen Umsetzungsphase. In den Modulen 2 und 3, über die konkrete Investitionen wie Wärmeerzeugungsanlagen, Rohrleitungsnetze oder weitere Infrastruktur gefördert werden, wurden bislang deutlich geringere Fördersummen ausgezahlt.
Die Fördermittelverteilung verdeutlicht, dass sich der Ausbau von Wärmenetzen bislang vor allem in der Planungs- und Vorbereitungsphase befindet. Die hohe Zahl an Anträgen in Modul 1 zeigt zwar ein großes Interesse und eine intensive strategische Auseinandersetzung mit zukünftigen Vorhaben. Die bislang geringeren Auszahlungen in den investitionsbezogenen Modulen 2 und 3 lassen jedoch darauf schließen, dass viele Projekte den Übergang von der Planung in die konkrete Umsetzung noch nicht erreicht haben.
Fazit: Die BEW-Förderung zeigt, dass die Wärmewende in Deutschland vor allem durch kommunale Unternehmen und Energieversorger vorangetrieben wird. Viele Projekte befinden sich jedoch noch in der Planungsphase. Niedersachsen nimmt bei den bewilligten Anträgen eine gute Position ein und hat insbesondere mit den Transformationsplänen wichtige Grundlagen für den weiteren Ausbau klimaneutraler Wärmenetze geschaffen.