Branche fordert verlässliche Förderung
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW) und weitere Akteure bewerten die Eckpunkte grundsätzlich positiv. Gleichzeitig mahnen sie eine schnelle und praxistaugliche Umsetzung an. Besonders dringlich sei für das Gelingen der Wärmewende eine langfristige gesetzliche Absicherung der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Insbesondere die langen Verfahrenslaufzeiten bei der Antragstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen schon jetzt eine große Hürde für die Planung und Umsetzung von Wärmenetzprojekten dar. Über die Nutzung des Förderprogramms berichteten wir.
Auch der zusätzliche bürokratische Aufwand durch Preisaufsicht, Schlichtungsstelle und Transparenzpflichten müsse begrenzt werden. Für kleine Nahwärmenetze und Bürgerenergieprojekte werden zudem passgenaue Regelungen gefordert.
Verbraucherschutz bleibt zentral
Während die Branche die geplanten Regelungen teilweise als wichtigen Investitionsimpuls bewertet, warnt der Deutsche Mieterbund vor möglichen erheblichen Mehrbelastungen für Mieterinnen und Mieter. Die weitere Ausgestaltung muss daher einen Ausgleich zwischen Klimaschutz, Investitionssicherheit, Versorgungssicherheit und bezahlbarer Wärmeversorgung schaffen.
Was das Eckpunktepapier für Niedersachsen bedeutet
Nach der ersten Übersicht der eingereichten Wärmeplanungen in Niedersachsen zum Stichtag 30. Juni 2026 ist eine deutliche Tendenz in Richtung dezentraler Wärmeversorgung (z.B. Wärmepumpe) erkennbar, sowohl in ländlichen als auch in dicht besiedelten Gebieten. Doch gerade in diesen dicht besiedelten Gebieten könnten Wärmenetzprojekte mit den neu zu erwartenden - und von der Branche gewünschten - rechtlichen Rahmenbedingungen eher umgesetzt werden.
Gerade Niedersachsen hat ein großes Potenzial mit seinen vielfältigen erneuerbaren Energiequellen – vor allem Windenergie, Biogas, Wärme aus Fließgewässern, Geothermie sowie industrielle Abwärme – bietet Niedersachsen gute Voraussetzungen für die Entwicklung versorgungssicherer Wärmenetze. Das Wärmenetzpaket kann dazu beitragen, diese Potenziale künftig noch stärker für die Wärmeversorgung zu erschließen.
Wärmenetze als Baustein der lokalen Wärmewende
Für niedersächsische Kommunen gewinnt die Frage, wo Wärmenetze wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind, zunehmend an Bedeutung. Kommunen sind zentrale Akteure der Wärmewende und können bei der Umsetzung vielfältig unterstützen, angefangen bei Informationsabenden bis hin zur Gründung von Stadtwerken. Verlässliche Förderbedingungen und praxistaugliche gesetzliche Rahmenbedingungen sind daher entscheidend, damit Kommunen und Versorgungsunternehmen geplante Projekte vorantreiben und die Wärmewende vor Ort umsetzen können.
Wie geht es weiter?
Die Eckpunkte bilden die Grundlage für das angekündigte Gesetzgebungsverfahren. Im Herbst / Winter 2026 soll die Ausarbeitung eines konkreten Referentenentwurfs für das Wärmenetzgesetz durch das BMWE unter Einbindung des Bundesministeriums der Justiz (BMJV) für die zivilrechtlichen Anpassungen (wie § 556c BGB) erfolgen. Die Verbände- und Länderanhörungen sowie das anschließende parlamentarische Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und Bundesrat soll voraussichtlich 2027 erfolgen.
Aktuelle Veranstaltungen zur Geothermie:
24.09.2026: Online: „Wärme aus Tiefer und Mitteltiefer Geothermie im Norden“
06.10.2026: Online: "Warm-up" - Erkenntnisse zur Nutzung mitteltiefer Geothermie in Norddeutschland