Ein zentrales Fazit der Diskussionen war die Forderung nach einer einfacheren und praxistauglicheren Regulatorik, um Innovations- und Investitionsprozesse im Netzsektor zu beschleunigen. Komplexe Genehmigungsverfahren und unterschiedliche Interpretationen rechtlicher Vorgaben hemmen derzeit die Dynamik in der Umsetzung intelligenter Netzlösungen.
Als ein konkreter Effizienzbooster wurde die “Überbauung” von Netzverknüpfungspunkten (gemeinsame Nutzung von NVP durch z.B. Windkraftanlagen und Freiflächen-PV) identifiziert. Diese sollen künftig als verbindender Knotenpunkt für eine effizientere und beschleunigte Netzintegration von Erneuerbaren, Batteriespeichern oder Lasten dienen. Dazu werden Musterverträge im ersten Quartal 2026 erwartet, die Netzbetreibern ermöglichen, diese Anschlusslösungen rechtssicher umzusetzen. PV und Windkraft: intelligenter Ausbau auf Basis der Studie zur Überbauung der Netzverknüpfungspunkte?

Der Umgang mit Netzverknüpfungspunkten stand im Fokus | Bild: Peter Heller / EFZN
Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmenden für den Aufbau einer zentralen Koordinierungsstelle sowie eine Anlaufstelle für Praxisbeispiele aus – zunächst auf Landesebene, perspektivisch aber auch bundesweit, etwa unter Federführung der Bundesnetzagentur (BNetzA). Diese Stelle soll als Anlaufpunkt für den Dialog und die Koordination von Erzeugung, Verbrauch, Speicherinfrastruktur und Sektorenkopplung fungieren. Nur durch ein gemeinsames Verständnis und abgestimmte Planung auf allen Ebenen könne das zukünftige Energiesystem effizient und zügig gestaltet und aufgebaut werden.
Netzdienlich, netzbelastend oder netzneutral?
Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die fehlende einheitliche Definition zentraler Begriffe wie „netzbelastend“, „netzneutral“ und „netzdienlich“. Eine branchenweite Verständigung über diese Kategorien sei unerlässlich, um regulatorische Vorgaben klarer und zielführender auszugestalten. Im Sinne einer dezentraleren Energiewende bestand Einigkeit, dass künftig Energie möglichst dort erzeugt und gespeichert werden sollte, wo sie tatsächlich gebraucht wird – beispielsweise durch regionale Speicherlösungen oder Sektorenkopplungskonzepte. Impuls zur Netz-, Markt- und Systemdienlichkeit | Kurativer Betrieb – Netzneutralität als Chance? | Netzdienliche Elektrolyseure vs. Batteriespeicher