Niedersächsische Energietage 2025

Effiziente Netze als Schlüssel – Wege zu einem flexiblen Energiesystem der Zukunft

Während der Niedersächsischen Energietage haben wir im Rahmen des Fachforums 2: "Effizienzbooster in Energienetzen" die Frage in den Mittelpunkt gestellt, wie intelligente Stromnetze und neue Technologien zur Effizienzsteigerung der Energieinfrastruktur beitragen können. Vertreterinnen und Vertreter aus Netzbetrieb, Forschung, Industrie sowie Regulierung diskutierten praxisnahe Lösungsansätze und politische Rahmenbedingungen. 

Ein zentrales Fazit der Diskussionen war die Forderung nach einer einfacheren und praxistauglicheren Regulatorik, um Innovations- und Investitionsprozesse im Netzsektor zu beschleunigen. Komplexe Genehmigungsverfahren und unterschiedliche Interpretationen rechtlicher Vorgaben hemmen derzeit die Dynamik in der Umsetzung intelligenter Netzlösungen. 

Als ein konkreter Effizienzbooster wurde die “Überbauung” von Netzverknüpfungspunkten (gemeinsame Nutzung von NVP durch z.B. Windkraftanlagen und Freiflächen-PV) identifiziert. Diese sollen künftig als verbindender Knotenpunkt für eine effizientere und beschleunigte Netzintegration von Erneuerbaren, Batteriespeichern oder Lasten dienen. Dazu werden Musterverträge im ersten Quartal 2026 erwartet, die Netzbetreibern ermöglichen, diese Anschlusslösungen rechtssicher umzusetzen. PV und Windkraft: intelligenter Ausbau auf Basis der Studie zur Überbauung der Netzverknüpfungspunkte? 

Der Umgang mit Netzverknüpfungspunkten stand im Fokus | Bild: Peter Heller / EFZN

Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmenden für den Aufbau einer zentralen Koordinierungsstelle sowie eine Anlaufstelle für Praxisbeispiele  aus – zunächst auf Landesebene, perspektivisch aber auch bundesweit, etwa unter Federführung der Bundesnetzagentur (BNetzA). Diese Stelle soll als Anlaufpunkt für den Dialog und die Koordination von Erzeugung, Verbrauch, Speicherinfrastruktur und Sektorenkopplung fungieren. Nur durch ein gemeinsames Verständnis und abgestimmte Planung auf allen Ebenen könne das zukünftige Energiesystem effizient und zügig gestaltet und aufgebaut werden. 

Netzdienlich, netzbelastend oder netzneutral?

Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die fehlende einheitliche Definition zentraler Begriffe wie „netzbelastend“, „netzneutral“ und „netzdienlich“. Eine branchenweite Verständigung über diese Kategorien sei unerlässlich, um regulatorische Vorgaben klarer und zielführender auszugestalten. Im Sinne einer dezentraleren Energiewende bestand Einigkeit, dass künftig Energie möglichst dort erzeugt und gespeichert werden sollte, wo sie tatsächlich gebraucht wird – beispielsweise durch regionale Speicherlösungen oder Sektorenkopplungskonzepte. Impuls zur Netz-, Markt- und SystemdienlichkeitKurativer Betrieb – Netzneutralität als Chance?Netzdienliche Elektrolyseure vs. Batteriespeicher

Schwerpunkt des zweiten Tages: Wasserstoff und innovative Projekte 

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen von Wasserstofftechnologien als Schlüsselkomponente eines resilienten und klimaneutralen Energiesystems. Vorgestellt wurden mehrere zukunftsweisende Projekte: 

  • Ein regionaler Ansatz zur autarken Energieversorgung, bei dem organischer Wasserstoff aus der Kreislaufwirtschaft erzeugt wird – konzipiert für Kommunen mit rund 100.000 Einwohnern und als Modell für lokale Wertschöpfung und Unabhängigkeit | Organischer Wasserstoff aus biogenen Reststoffen

Die Präsentationen und Diskussionen machten deutlich, dass Wasserstoff nicht nur eine technologische Ergänzung ist, sondern als ein verbindendes Element zwischen Strom-, Wärme- und Industriesektor unverzichtbar ist.  

Kontakt

Yvonne Bönner

0170 207 216 7
yvonne.boenner [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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