Wärmepumpen mit erneuerbaren Energien

Energetische Autarkie für ältere Wohngebäude in greifbarer Nähe

Das Institut für Solarforschung Hameln (ISFH) stellt in einem aktuellen Forschungsprojekt des BMWi fest, dass nicht nur der Strombedarf, sondern auch fast der komplette Wärmebedarf in bestehenden Einfamilienhäusern aus lokalen erneuerbaren Energien gedeckt werden kann – und zwar mit bereits heute verfügbaren Technologien.

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende, insbesondere wenn deren Strombedarf durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Vor diesem Hintergrund untersucht das Institut für Solarforschung Hameln (ISFH) in einem vom BMWi geförderten Forschungsvorhaben, ob und in welchem Umfang der Strombedarf von Wärmepumpen und der zusätzlich auftretende Strombedarf für andere Anwendungen in Haushalten durch lokal verfügbare Erneuerbare Energien und handelsübliche Technologien wie Strom- und Pufferspeicher gedeckt werden können.

Dafür wurden in zwei Wärmepumpenquartieren Messdaten zum Stromverbrauch sowie zur Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windkraft erhoben. Auf Basis dieser realen Haushaltslastprofile wurde für jeden Zeitpunkt im Jahr ermittelt, welcher Anteil des Energiebedarfs durch lokale erneuerbare Energien gedeckt werden kann.
Im Ergebnis zeigt sich, dass durch die intelligente Kopplung von Wärmepumpen mit Photovoltaikanlagen, mit elektrischen Speichern und thermischen Pufferspeichern in existierenden Quartieren schon heute 60 Prozent des Energiebedarfs lokal gedeckt werden können.

Weiterführende Modellierungen deuten darüber hinaus an, dass durch weitere Optimierungen, z.B. durch Nutzung lokaler Windpotenziale, nahezu 90 Prozent des Energiebedarfs der Wohnsiedlungen mit Wärmepumpen aus lokal verfügbaren Erneuerbaren Energien gedeckt werden können. Somit scheint die vollständige Deckung des Strom- und Wärmebedarfs durch handelsübliche Techniken und Technologien in greifbare Nähe zu rücken.

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie im Jahresbericht 2019 des ISFH ab S. 59

Kontakt

Matthias Rudloff

0511 89 70 39-24
matthias.rudloff [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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