Kommunales Energienanagement

Energiebericht 2026: Lästig oder hilfreich?

In vielen Kommunen ist er bereits gelebte Praxis: Der Energiebericht. Seine Bedeutung wird aber häufig unterschätzt. Der Bericht macht Verbräuche und den Mittelabfluss sichtbar und dient daher als valide Entscheidungsgrundlage über zukünftige Maßnahmen und Investitionen. Damit lassen sich aus den Zahlen sehr konkrete Schritte für die Kommunen ableiten. 

Ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, durch das kommunale Versorgungsnetz fließt sichtbar Geld. Die Messeinheiten auf den Strom-, Gas- und Wasserzählern wären Euro und Cent. Und auf den Rechnern der Kämmerei und der Verwaltungsleitung erscheint dank funktionierender Digitalisierung dieser sekündlich aktuelle Geldmittelabfluss in einer kleinen Infobox. Da liegt doch der Schluss nahe, dass jeder Blick auf die „Geldzählerstände“ den spürbaren Handlungsdruck auslöst, diesen Mittelabfluss irgendwie zu reduzieren.

Die Realität sieht vielfach anders aus: Verbrauchte Energie- und Wassermengen werden meist erst mit der Rechnung zum Jahresende sichtbar. Erst dann werden die Kosten sichtbar. Aus den Rechnungen sind jedoch direkte Handlungsempfehlungen nur schwer ableitbar, so bleiben erforderliche Einsparschritte auf der Strecke. 

Energiebericht schafft Überblick

Abhilfe ist möglich und in vielen Kommunen auch schon gelebte Praxis: Der Energiebericht. Am 31. Dezember 2026 ist es wieder so weit und der nächste Bericht steht zur Veröffentlichung an.

Entsprechend des niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG) muss jede Kommune einen Energiebericht veröffentlichen. Darin sind die jährlichen Kosten für Strom und Heizenergie, die zugrunde liegenden Verbräuche und die hiermit verbundenen CO2-Emissionen der letzten drei Jahre aufzuführen. Zusätzlich sind die Verbräuche der kommunal genutzten Gebäude bezogen auf die Nutzfläche darzustellen; der Heizenergieverbrauch ist witterungsbereinigt aufzubereiten. Auch wenn nicht explizit im NKlimaG gefordert, empfehlen wir ebenso das Thema Wasserverbrauch in den Bericht zu integrieren, da auch hier vielfach größere Einsparpotentiale bestehen.

Stichtag für den nächsten Energiebericht: 31. Dezember 2026

Für niedersächsische Kommunen ist der Energiebericht ein wichtiges Hilfmittel und somit viel mehr als eine Pflichtaufgabe. Er zeigt, wo wieviel Strom, Gas, Wärme und im besten Fall auch Wasser verbraucht werden, was das kostet und wo sich mit vertretbarem Aufwand etwas bewegen lässt. Und genau darin liegt sein Wert: Der Bericht macht die Verbräuche im Zeitverlauf und gebäudespezifisch sichtbar - die im Alltag oft unsichtbar bleiben. Neben klaren Handlungsempfehlungen stellt der Bericht im Sinne der gebotenen Transparenz auch eine valide Argumentations-grundlage zur Entscheidungsfindung über notwendige Investitionen, beispielsweise in effizientere Technik, dar.

Der Pflichttermin am 31. Dezember ist daher ein guter Anlass, die eigenen Liegenschaften noch einmal genau zu betrachten. Wo liegen die größten Verbrauchstreiber? Welche Gebäude fallen im Vergleich besonders auf? Und wo reichen schon einfache Maßnahmen, um erste Einsparungen zu erreichen? Solche Fragen helfen dabei, aus Zahlen konkrete Schritte abzuleiten.

Mehr als eine leidige Pflicht

Der Energiebericht hat für einen effizienten Umgang mit Energie einen hohen Nutzen. Wer die Daten regelmäßig auswertet, erkennt Trends frühzeitig und kann gezielt gegensteuern. Als Instrument des kommunalen Energiemanagements hilft der Energiebericht, bares Geld zu sparen. Die Praxis zeigt, dass sich Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von 20% häufig schon durch geringinvestive Maßnahmen erreichen lassen - ein wichtiges Argument in Zeiten knapper kommunaler Kassen. Um die Berichterstattung zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Zählerdatenerfassung und Auswertungen mit digitalen Hilfsmitteln zu automatisieren.

Unsere Empfehlung lautet daher: Prüfen Sie jetzt Ihre Verbrauchsdaten, identifizieren Sie die größten Einsparpotenziale und nutzen Sie den Energiebericht 2026 als Grundlage für Ihre nächsten energieeffizienten Entscheidungen.

 

Veranstaltungstipp - Save-the-Date: 

"Energiebericht 2026 für niedersächsische Kommunen"
(Anmeldung ab Anfang Juli möglich)

In der interaktiven Online-Veranstaltung erhalten VertreterInnen von Kommunen Informationen über:

  • Gesetzliche Grundlagen,
  • Hilfe zur Anfertigung der Berichte
  • Verwendung der Berichte.

Termine:

  • 20.08.2026
  • 10.09.2026
  • 16.09.2026
  • 08.10.2026

Uhrzeit

 Jeweils 14:00-16:00 Uhr

Kontakt

Florian Lörincz

0151 514 734 08
florian.loerincz [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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