Bereits im Jahr 2012 wurde Bakum zur „Niedersächsischen Klimakommune“ ernannt, da die Gemeinde bereits damals nennenswert Wind- und Biogasenergie zur Deckung des Energiebedarfs nutzte. So wird seither die Abwärme aus dem Biogas-BHKW in kommunalen Gebäuden wie dem Schwimmbad genutzt. Des Weiteren begann die Energiegenossenschaft Visbek-Bakum 2011 mit der Errichtung eines Windparks mit insgesamt 175 kWp elektrischer Leistung. Die Gemeinde erzielt hier eine Flächenpacht und die Genossen eine Rendite von etwa 6 Prozent.
Der Bau eines Bürgerwindparks startete im Spätsommer 2021. Mit einer aktuellen elektrischen Gesamtleistung von rd. 10,35 MW werden aus der Windenergie jährlich etwa 26 Mio. kWh erzeugt. Beteiligt sind neben der Errichter-Gesellschaft die Gemeinde, die Grundeigentümer:innen und Bürger:innen über die Energiegenossenschaft Bakum e.G. Neben der Sonnen- und Windenergie wird in Bakum auch Strom aus 11 Biogasanlagen gewonnen. Jährlich erzeugt die Gemeinde aus PV, Windkraft und Biogas-BHKW mehr als 96 Mio. kWh elektrische Energie und versorgt sich selbst. Aus den Biogasanlagen deckt die Kommune rd. 25 % des gesamten Wärmebedarfs. Über die kommunale Wärmeplanung besteht die Chance, dass sich dieser Anteil noch erhöht, insbesondere auch unter der Nutzung von Geothermie.
In der Zeit von 2022 bis 2025 errichtete die Gemeinde auf fünf kommunalen Gebäuden Dach-PV-Anlagen, die erste auf der Sporthalle. Das Besondere an diesem Projekt ist die Bündelung der fünf Hausanschlüsse zu einem Netzverknüpfungspunkt an das örtliche Stromnetz der EWE Netz GmbH. Diese Maßnahme führte zu einer besseren Ausnutzung des Stroms von den Anlagen auf den Dächern. Hinzu kam schließlich noch ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 300 kW, der den Eigennutzungsanteil des PV-Stroms weiter erhöhte. Auch in der E-Mobilität engagiert sich Bakum und betreibt am „gebündelten“ Netzanschluss mit Batteriespeicher als Puffer eine Schnellladesäule (120 kW DC, 2 Ladepunkte). Für diese Projekte – PV, Anschlussbündelung, Batteriespeicher und Ladesäule – geht die Gemeinde von etwa 8 Jahren Amortisationszeit aus. Nach dieser Zeit wird der Haushalt jährlich um etwa 50.000 bis 60.000 Euro entlastet.