Wärme
Mit über 50 Prozent entfällt der größte Anteil des Endenergieverbrauchs auf den Wärmesektor – der Anteil der erneuerbaren Energien ist hier jedoch gering: Zwischen 2008 und 2022 ist der Anteil der Erneuerbaren nur von 6,6 auf 10,1 Prozent angestiegen. Für das Prognosejahr 2025 wird von einem weiteren Anstieg auf 11,7 Prozent ausgegangen.
Immerhin zeigte sich in den letzten Jahren ein positiver Trend bei der Inbetriebnahme von Wärmepumpen: Mit insgesamt 299.000 verkauften Heizungs-Wärmepumpen sind Wärmepumpen im Jahr 2025 erstmals das meistverkaufte Wärmeerzeugungssystem in Deutschland und erreichten damit knapp 50 Prozent Marktanteil an allen neu installierten Wärmeerzeugern. Niedersachsen konnte mit ca. 35.700 Förderzusagen für Wärmepumpen im Jahr 2025 seine Vorjahreszahl von rund 18.000 Zusagen fast verdoppeln. Damit wird der Platz in der Spitzengruppe der Bundesländer mit starkem Wärmepumpenausbau gefestigt (Auswertung zum WP-Ausbau 2025).
Ein wichtiger Baustein hin zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung ist die kommunale Wärmeplanung, die in Niedersachsen bereits Fahrt aufgenommen hat. Einen Überblick über die nds. Kommunen bei der kommunalen Wärmeplanung stellt die folgende Abbildung dar. Weiterführende Informationen zum Thema Kommunale Wärmeplanung finden Sie hier.

Bildquelle: KEAN
Infrastrukturen und Netzausbau
Um erneuerbare Energien stärker in das Energiesystem der Zukunft einzubinden, müssen Strom-, Gas-, Wasserstoff- und Wärmenetze und künftig auch ein CO2-Netz ausgebaut werden:
Stromnetz:
Der Ausbau der Stromübertragungs- und Stromverteilnetze ist erforderlich, um Strom aus erneuerbaren Energien aus den windstarken Regionen im Norden in die verbrauchsstarken Regionen im Süden und Westen Deutschlands zu transportieren. Niedersachsen kommt hierbei eine zentrale Rolle zu: Im Zuge des sogenannten Startnetzes wurden 22 Netzausbauprojekte benannt, wovon sechs in Niedersachsen liegen. Der Netzausbau findet darüber hinaus im Rahmen sog. BBPIG (Bundesbedarfsplangesetz)-Projekte statt: Von den bundesweit insgesamt 106 Vorhaben liegen 24 Projekte bzw. Bauabschnitte in Niedersachsen mit einer Gesamtlänge von etwa 4.700 km (rund 28% der bundesweiten Gesamtlänge).
Zusätzlich zu den Onshore-Vorhaben sind zur Einspeisung der Offshore-Windenergie in das Übertragungsnetz auf dem Festland Netzanbindungsleitungen erforderlich. 2025 wurden die beiden Offshore-Vorhaben DolWin5 nach Emden Ost und BorWin5 nach Garrel in Betrieb genommen.

Bildquelle: KEAN
Batteriespeicher:
Großbatteriespeicher, d. h. Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1 MWh oder mehr, übernehmen im Energiesystem eine zunehmend bedeutende Rolle. Der Ausbau von Großbatteriespeichern in Deutschland sowie in Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Ende 2025 erreichte die gesamte installierte Batteriespeicherkapazität 2,7 GWh, davon entfielen 0,2 GWh auf Großbatteriespeicher. Gegenüber 2024 entspricht das einem Zuwachs der Gesamtkapazität um fast 31 Prozent, die Kapazität der Großbatteriespeicher erhöhte sich sogar um 52 Prozent.

Bildquelle: KEAN
Wasserstoff:
Aufgrund der guten Bedingungen für Erneuerbare hat Niedersachsen beste Voraussetzungen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Durch eine Landesförderung von Pilotvorhaben in Höhe von rund 80 Millionen Euro wurden bereits erste wichtige Schritte zur Erprobung und Skalierung der Technologie gemacht. Darüber hinaus werden verschiedene nds. Projekte als "IPCEI" (Import Project of Common European Interest) gefördert. Dazu gehören der Aufbau von vier Großelektrolyseuren mit einer Leistung von 850 MW, die Errichtung von rund 800 km Wasserstoffleitungen, die Umrüstung eines Kavernenspeichers von Erdgas- auf Wasserstoffspeicherung sowie der Einstieg in die klimafreundliche Stahlherstellung mittels grünen Wasserstoffs in Salzgitter („SALCOS“-Projekt). Einen guten Überblick über H2-Projekte gibt es beim Niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerk.
Im Oktober 2024 hat die Bundesnetzagentur zudem den Antrag zum deutschen Wasserstoff-Kernnetzes genehmigt. Das Wasserstoff-Kernnetz sieht eine Leitungslänge von rund 9.000 km vor, die sukzessive bis 2032 in Betrieb genommen werden soll. Der überwiegende Teil des Kernnetzes (ca. 56 Prozent) basiert auf der Umstellung von bestehenden Erdgasleitungen. Niedersachsen ist mit rund 1.800 km Leitungslänge in besonderem Maße an der Realisierung des Wasserstoff-Kernnetzes beteiligt. Dem Thema Infrastrukturen widmet sich die KEAN hier.
Fazit
Der Energiewendebericht verdeutlicht, dass es bereits zahlreiche erfreuliche Fortschritte auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gibt. Auch 2025 konnte Niedersachsen seinen Strombedarf bilanziell nahezu vollständig aus Erneuerbaren decken, Wärmepumpen sind in Niedersachsen weiter auf dem Vormarsch und auch im Bereich der Großbatteriespeicher nimmt der Ausbau Fahrt auf. Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen bedarf es weiterer Maßnahmen, um die Klimaziele zu erreichen. Hierbei spielt insbesondere die stärkere Einbindung der Erneuerbaren im Wärme- und Verkehrssektor eine wichtige Rolle, genauso wie der Ausbau der Netze.
Weitere Informationen
Zum Energiewendebericht 2025