BAFA Jahresstatistik 2021 liegt vor

Erfolgreiche Beratungstätigkeit holt Fördermittel nach Niedersachsen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die Jahresstatistik über die Inanspruchnahme der Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN) veröffentlicht. Die Auswertung zeigt, dass die Nachfrage niedersächsischer Unternehmen sehr groß ist. Besonders gefragt: Das Fördermodul 1 - Energieaudit (DIN EN 16247).

Die Strom- und Gaspreise sind derzeit auf historisch hohen Niveaus - womit sich auch kleine und mittlere Unternehmen konfrontiert sehen. Auffangen lässt sich die zusätzliche Belastung zum Beispiel durch Energie- und Ressourceneffizienzsteigerungen. Die verschiedenen Module der Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN) bieten Unternehmen in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, sich zu den Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien beraten zu lassen, um Energieeffizienzpotenziale voll auszuschöpfen und Kostenbelastungen langfristig zu reduzieren.

Modul Energieaudit lag 2021 vorne

Es zeigt sich, dass im Jahr 2021 vor allem das Modul 1: "Energieaudit" des Förderangebots in Anspruch genommen wurde. Das Modul ist inhaltlich mit der als Energieberatung im Mittelstand bekannten Förderung gleichzusetzen. Bundesweit entfiel im Jahr 2021 ein Zusagevolumen von insgesamt 5,9 Millionen Euro auf die EBN – 4,7 Millionen Euro davon auf das angesprochene Modul 1. Der prozentuale Anteil Niedersachsens am Bundeswert für das Modul 1 lag bei 22,7 % – und Niedersachsen damit an erster Stelle im Ländervergleich. Das entspricht 178 Beratungen mit einem Fördervolumen von über 1 Mio. Euro. Im Vergleich zu der zum 31.12.2020 ausgelaufenen Bundesförderung Energieberatung im Mittelstand (EBM) ist die Anzahl der geförderten Beratungen nach einem starken Jahr 2020 zwar auf das Niveau von 2018/2019 gefallen, der prozentuale Anteil Niedersachsens am Zusagevolumen aber deutlich gestiegen (2021: 22,7 %; 2020: 11,4 %)*1.

 

KEAN-Beratungsangebote holen Fördermittel nach Niedersachsen

Eine Möglichkeit, erste Energieeffizienzpotenziale zu identifizieren, bieten die kostenfreien Transformationsberatungen (bis Ende 2021: Impulsberatungen) der KEAN. Im Rahmen des niedrigschwelligen Beratungsangebots, welches die KEAN gemeinsam mit der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit (NAN) seit mehreren Jahren erfolgreich anbietet, werden kleine und mittlere niedersächsische Unternehmen zu den Themen Solar und Energie- und Materialeffizienz beraten.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 350 Impulsberatungen für KMU durchgeführt. Damit setzt sich der steigende Trend seit Start der Beratungsangebote fort (bis 2020: ca. 200 p/a; 2020: 250 Beratungen). Als Ergebnis der KEAN-Beratungen zeigt sich häufig, dass eine ausführlichere Beratung für KMU sinnvoll ist - zum Beispiel in Form der verschiedenen Module der Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme. Eine Vielzahl der beratenen KMU gaben uns in einer Befragung an, dabei vorrangig die Förderung des BAFA genutzt zu haben – was auch durch die im Ländervergleich hohe Nachfrage nach BAFA-Energieberatungen innerhalb Niedersachsens deutlich wird. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Entwicklung zu Teilen auch aus den KEAN-Beratungsangeboten resultiert.

 

Fazit

Die Energiepreise sind sehr volatil und werden perspektivisch weiter steigen. Für Unternehmen ist es daher von zentraler Bedeutung, sich mit dem eigenen Energieverbrauch und Energie- sowie Ressourceneffizienzpotenzialen auseinanderzusetzen. Das kostenlose Transformationsberatungsangebot der KEAN bietet niedersächsischen Unternehmen die Möglichkeit, einen ersten, wichtigen Schritt in diese Richtung zu gehen.
Aus diesem Grund wurde das Beratungsangebot der KEAN zu Jahresbeginn um die „Transformationsberatung – Impuls Klimaneutralität (TBK)" erweitert und die Antragstellung nochmals vereinfacht. Unternehmen können jetzt durch eine Online-Interessenbekundung nach Auswahl eines Experten die Beratung erhalten. Die TBK gibt einen ersten Überblick zur Treibhausgasbilanz des Unternehmens und hilft so, einen Fahrplan zur Emissionsminderung zu entwickeln. Ergebnis könnte hier sein, das neue Modul 5 (Transformationskonzepte) der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft zu nutzen.

*1 Eingeschränkte Vergleichbarkeit, da das Angebot seit 2021 in das Modul 1: Energieaudit nach DIN EN 16247 im Rahmen der Förderung „Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme" überführt wurde.

Kontakt

Matthias Rudloff

0511 89 70 39-24
matthias.rudloff [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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