Wie kann mehr Flexibilität im Energiesystem entstehen, und was bremst sie derzeit aus? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Online-Veranstaltung am 5. November 2025. Expertinnen und Experten teilten ihre Perspektiven auf aktuelle Forschungs- und Praxisprojekte: Yvonne Bönner (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen) ordnete das Thema ein, Herr Martin Grasenack (HAW Hamburg) berichtete über die Systemdienlichkeit aus dem Norddeutschen Reallabor (NRL) und Herr Mahner (Leibniz Universität Hannover) präsentierte Erkenntnisse aus der Studie „Nutzen statt Abregeln“. Ergänzend brachte Dr. Kattenstein (H2‑Regionen Energy Engineers) die Sicht der Wasserstoffpraxis ein.
Zentrale Aussagen der Veranstaltung:
- Für den netzdienlichen Betrieb von Speichern fehlt bislang eine geeignete Regulatorik.
- Das derzeitige Zulassungssystem für den Netzanschluss folgt dem Windhundprinzip, wodurch vorhandene Flexibilitäten im nachgelagerten Netz ungenutzt bleiben und Netzüberlastungen verstärkt werden.
- Gefordert wird ein Regulierungsrahmen, der den netzdienlichen Einsatz und die Errichtung von Speichern anerkennt und fördert.
- Künftig müsse Erzeugung und Verbrauch stärker räumlich gedacht werden – etwa durch die Erzeugung von Wasserstoff dort, wo er stofflich gebraucht wird.
- Auch das Nord‑Süd‑Gefälle in der Energieinfrastruktur und Instrumente wie eine Grüngasquote sollten berücksichtigt werden.
Fazit:
Mehr gemeinsame Planung heute kann den Nachbesserungsbedarf von morgen deutlich reduzieren. Dezentrale Wasserstofflösungen sind technisch bereits realisierbar, jedoch abhängig von Standortfaktoren wie Industrieanbindung, Wärmeinfrastruktur und Logistik.
Hier finden Sie die Präsentationen:
→ Und hier die Aufzeichnung bei Youtube.