Besondere Übergangsfristen

GEG: Welche Regelungen gelten in Mehrfamilienhäusern für Etagenheizungen und Wohnungseigentümergemeinschaften?

Gerade in städtischen Gebieten finden sich zahlreiche Mehrfamilienhäuser, in denen Etagenheizungen zur Beheizung der Wohnungen eingesetzt werden. Häufig handelt es sich hierbei zudem um Einheiten von Wohnungseigentümergemeinschaften, wodurch im Kontext der Neuregelungen des GEG einige Fragen zum Vorgehen, Fristen und Co. auftauchen. Wir greifen diese auf und gehen auf einige zentrale Punkte ein.   

Während in den öffentlichen Diskussionen um das GEG insbesondere die Regelungen zum Heizungstausch im Bereich von Einfamilienhäusern thematisiert werden, treten die Regelungen für Mehrfamilienhäuser in den Diskussionen eher in den Hintergrund. Im Kontext von Mehrfamilienhäusern sind insbesondere die Regelungen bei Etagenheizungen, aber auch das Vorgehen beim Heizungstausch im Fall von Wohnungseigentümergemeinschaften von Interesse. 


Gasetagenheizungen - Übergangsfristen von bis zu 13 Jahren

Für Gasetagenheizungen gelten nach § 71l des GEG Übergangsfristen von bis zu 13 Jahren, sofern nach einem Ausfall einer Etagenheizung im Gebäude eine Zentralisierung der Heizungsanlage durchgeführt wird. Die 13 Jahre setzen sich wie folgt zusammen:

  • Fällt eine Etagenheizung im Gebäude aus, so beginnt eine Entscheidungsfrist von zunächst 5 Jahren ab dem Austausch der ersten Etagenheizung oder Einzelraumfeuerungsanlage.
  • Weitere 8 Jahre gibt es dann zur Umsetzung, wenn auf eine Zentralheizung umgestellt werden soll. Nach Fertigstellung der Zentralheizung müssen alle weiteren Heizungen im Gebäude innerhalb eines Jahres angeschlossen werden.

Ist keine Zentralheizung vorgesehen, müssen alle auszutauschenden Gasetagenheizungen gegen neue Anlagen ersetzt werden, die dann jeweils wohnungszentral die 65%-Erneuerbare Energien-Pflicht erfüllen.

Trifft die oder der Verantwortliche innerhalb von fünf Jahren nach dem Ausfall einer Etagenheizung im Gebäude keine Entscheidung, ist die Zentralisierung der Heizungsanlage verpflichtend!

Wohnungseigentümergemeinschaften müssen Informationen anfordern

Für Wohnungseigentümergemeinschaften, in deren Gebäude mindestens eine Etagenheizung eingebaut ist, gilt bis zum 31.12.2024 zunächst einmal die Pflicht, sich alle Informationen zu den betreffenden Heizungsanlagen von allen Eigentümerinnen und Eigentümern sowie dem zuständigen Schornsteinfeger anzufordern.

Innerhalb von sechs Monaten nach dieser Aufforderung müssen dann die Informationen wie beispielsweise Alter, Leistung und Art der Heizungsanlage der Eigentümergemeinschaft vorliegen.

Sobald die erste Etagenheizung erneuert wird, muss eine Wohnungseigentümerversammlung einberufen und ein Umsetzungskonzept zur Erfüllung der 65%-EE-Pflicht erarbeitet werden. Bis zur vollständigen Umsetzung ist mindestens einmal jährlich in der Wohnungseigentümerversammlung über den Stand der Umsetzung der Erfüllung der Anforderungen des § 71 Absatz 1 zu berichten.

 

Weitere Informationen

Eine Möglichkeit zur Erfüllung der 65%-EE-Pflicht bietet auch in Mehrfamilienhäusern die Wärmepumpe. Hierzu haben wir drei Beispiele aus der Praxis vorgestellt, bei denen auf sehr unterschiedliche Weise Wärmepumpen in einem Mehrfamilienhaus zum Einsatz kommen – in wenig, oder teilsanierten Gebäuden. Zu den Beispielen 

Kontakt

Carmen Dittmer

0511-89 70 39-20
carmen.dittmer [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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