Energiecluster

Großbatteriespeicher in der Gemeinde Emmerthal

Großbatteriespeicher spielen im künftigen Energiesystem eine zentrale Rolle. Allein im Avacon-Netz begehren Projekteure Anschlüsse für Batteriespeicher über eine elektrische Leistung von rund 120 Gigawatt. Zum Vergleich: Die maximale Leistung im bundesdeutschen Stromnetz liegt aktuell bei etwa 80 Gigawatt. Wie die Einbindung und Planung von Batteriespeichern vor Ort gelingen kann, zeigt die Gemeinde Emmerthal.

Batteriespeicher spielen in einem zukünftigen Energiesystem, das zu 100 Prozent auf Erneuerbaren Energien beruht, eine besonders bedeutsame Rolle. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Netzstabilität und (Aus-)Nutzung von Erneuerbaren Energien. Die Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont geht hier mit einer entsprechenden Priorisierung und Planung aktiv voran. Bürgermeister Dominik Petters und sein Vertreter Olaf Schmidt erläuterten den Willen der Gemeinde, mehrere Großbatteriespeicher auf dem Gemeindegebiet anzusiedeln. 

Emmerthal als „Energiecluster“? 

Durch den Standort des Ende 2021 stillgelegten Kernkraftwerks Grohnde – ein Ortsteil von Emmerthal – befindet sich in der Region eine entsprechend leistungsfähige Netzinfrastruktur der TenneT TSO GmbH. Sehr gute Bedingungen also, um in der Region neue Energieprojekte zu etablieren. Vor diesem Hintergrund wurde Mitte 2025 die Erarbeitung einer Rahmenplanung „Energiecluster Emmerthal“ beschlossen.

Darin ist geplant, durch die Änderung des Flächennutzungsplans gesteuert Flächen für Großbatteriespeicher (> 500 Megawatt möglich), Umspannwerke und Gewerbebetriebe auszuweisen. Dabei soll die Errichtung von Batteriespeichern auf einer Fläche von insgesamt bis zu 35 ha ein Schwerpunkt sein. Drei Projektentwickler erhielten bereits eine Zusage über einen Anschluss an ein Umspannwerk der TenneT. In unmittelbarer Nähe zu den geplanten Batteriestandorten errichtet die TenneT gerade zudem ein ganz neues Umspannwerk mit Anschlussmöglichkeiten für neue Energieanwendungen. 

Quelle: Gemeinde Emmerthal


In Emmerthal werden also die zentralen Bausteine der Energiewende – Erneuerbare Energieanlagen, Netze und Batteriespeicher – zusammengefügt und miteinander vernetzt. Zudem zeigt das Projekt, wie vorhandene Infrastruktur im Zuge der Energiewende weitergenutzt werden kann.  

Eine Herausforderung stellt für die Gemeinde der aktuelle Ordnungsrahmen zu BESS dar, Stichwort „Privilegierung“. Welche Auswirkungen wird diese z.B. auf laufende Verfahren zur Änderung von Flächennutzungsplänen wie im obigen Beispiel in Emmerthal haben? In der Veranstaltung „Recht aktuell“ werden wir am 20. Januar näher auf die geplante Privilegierung von Großbatteriespeichern eingehen. 

 

Mehr zum Energiecluster 

Kontakt

Torsten Landshöft

0171 922 188 6
torsten.landshoeft [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Newsletter
abonnieren