Eine Grüngasquote ist ein politisches Instrument, mit dem der Anteil klimafreundlicher Gase im Gasverbrauch schrittweise erhöht werden soll. Dazu werden Gasversorger bzw. Inverkehrbringer von fossilem Gas verpflichtet, einen wachsenden Anteil ihres Absatzes durch erneuerbare oder CO₂arme Gase wie Biomethan, Wasserstoff oder synthetisches Methan zu ersetzen oder entsprechende Treibhausgas-Minderungen nachzuweisen.
Quoten können grundsätzlich dazu beitragen, neue Märkte in Gang zu setzen. Sie sind vor allem dort hilfreich, wo – wie beim Wasserstoffhochlauf – bislang wirtschaftliche Anreize fehlen, grünen Wasserstoff einzusetzen. In diesem Sinne können Quoten im Wasserstoffbereich Investoren mehr Planungssicherheit geben, mittelfristig Kostensenkungen anstoßen und so den Markthochlauf unterstützen. Eine entsprechende Konzeption einer Grüngasquote wurde Seitens Frontier Economics im März dieses Jahres veröffentlicht. Eine detaillierte Betrachtung der Frontier Economics Studie zur Grüngasquote ist in der im November dieses Jahres veröffentlichten Einordnung vom Institut der Wirtschaft in Köln und dem Wuppertal Institut zu finden.
Es ist jedoch nicht garantiert, dass eine entsprechende Grüngasquote die gewünschten Effekte erzielt. Es ist davon auszugehen, dass die Grüngasquote kurz nach ihrer Einführung aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Wasserstoff zunächst über Biomethan gedeckt wird. Um gezielt Anreize für den Wasserstoffhochlauf zu setzen, wäre demnach zusätzlich auch eine Mindestwasserstoffquote innerhalb der Grüngasquote erforderlich. Gleichzeitig kann eine Grüngasquote die eigentliche Transformation verlangsamen, da sie den Anreiz für Unternehmen mindert, ihre Prozesse auf klimafreundlichere Technologien (bspw. Elektrifizierung) umzustellen. Zudem werden die entstehenden Mehrkosten über den Gaspreis auf sämtliche Kundengruppen umgelegt – einschließlich privater Haushalte, die dadurch zusätzlich finanziell belastet werden.