Aktuelle Forschungsergebnisse

Häufiges Takten, kürzere Lebensdauer: Darum Takten Wärmepumpen zu häufig

Ein häufiges Takten - also ein häufiges Starten und Stoppen - verringert die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpen. Dies ist nicht nur schlecht für die Ökobilanz, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Doch wodurch wird das Takten von Wärmepumpen beeinflusst und wie kann es verringert werden?

Aktuelle Feldmessungen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zeigen, dass Wärmepumpen in der Praxis unter verschiedenen Versorgungssituationen – etwa in Bezug auf die Qualität der Gebäudehülle, die Auslegung der Wärmeabgabesysteme, die hydraulische Einbindung und die Regelungskonzepte – überwiegend gute Effizienzen erreichen. Vertiefende Analysen betrachten dabei die Takthäufigkeit, die einen wichtigen Einfluss auf die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpen hat. Bei der Jahrestagung des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins in Magdeburg wurden nun aktuelle Forschungsergebnisse zum effizienten Betrieb von Wärmepumpen vorgestellt.

Überdimensionierung als Ursache für zu häufiges Takten?

Oftmals wird laut Wärmepumpen-Initiative-Niedersachsen (WIN) eine Überdimensionierung der Wärmepumpe als alleiniger Grund für häufiges Takten vermutet. Die Überlegung dahinter: Überdimensionierte Wärmepumpen stellen selbst im Teillastbetrieb eine zu große Wärmeleistung für das zu versorgende Gebäude bereit. In Konsequenz muss die Wärmepumpe schnell wieder abschalten, nur um kurze Zeit später das inzwischen wieder abgekühlte Heizungswasser von neuem aufzuwärmen. Thermische Speicher dämpfen diesen Effekt zwar, können ein zu häufiges Takten aber nicht vollständig vermeiden.

Die Takthäufigkeit wirkt sich auf die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpen aus

Hydraulische Einbindung als entscheidender Faktor

In den Auswertungen wurden verschiedene Betriebsweisen analysiert und dabei zwischen einem Takt und 15 820 Takte der Wärmepumpen innerhalb eines Jahres ermittelt. Dabei zeigte sich, dass die Takthäufigkeit der Wärmepumpen in der untersuchten Stichprobe nicht mit der Überdimensionierung korreliert. Vielmehr wurden die hydraulische Einbindung der Wärmepumpe (und des Pufferspeichers) und die Regelung des Heizungssystems als entscheidende Faktoren für die Taktzahlen ermittelt.

In der Praxis werden derzeit eine große Zahl unterschiedlicher Hydraulikschemata und Regelungsstrategien eingesetzt. Ein Fokus der Leitlinien für Wärmepumpen im Gebäudebestand der Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen ist es daher, möglichst einfache und robuste Lösungen für die Einbindung von Wärmepumpen vorzustellen. Ansatzpunkte sind hierbei die getrennte Betrachtung von Trinkwassererwärmung und Raumheizung in der Planung, die Dezentralisierung der Trinkwassererwärmung sowie die Nutzung parallel eingebundener Pufferspeicher für die Raumheizung. Detaillierte Empfehlungen für die Systemeinbindungen finden sich zudem im Hydraulikleitfaden des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP).

In Summe sind robuste und einfache Hydraulikschemata der Schlüssel zu einem effizienten (und damit wirtschaftlichen) und langlebigen Betrieb von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden.

 

Mehr zur Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen

Die Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen (WIN) fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und Fachwissen zu verbreiten. Sie arbeitet an der Entwicklung und Analyse von Wärmepumpen-Technologien sowie an der Überwindung praktischer Hemmnisse. Durch gezielten Wissenstransfer unterstützt WIN Handwerk, Energieberater, Planer und Anwender. Mehr erfahren

Kontakt

Dr. Georg K. Schuchardt

0151 526 324 75
georg.schuchardt [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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