Neue Studie der Agora Energiewende

Klimaneutrales Deutschland 2050 – In drei Schritten zu null Treibhausgasen

Um der Dynamik des Klimawandels zu begegnen, müssen die Treibhausgasemissionen deutlich und schnell sinken, da nur so eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit möglich ist. In diesem Zuge gilt es, das Energiesystem Deutschlands klimaneutral zu gestalten. Wie dies gelingen kann, wird in einer neuen Studie der Agora Energiewende dargelegt. Zentrales Ergebnis ist: Ein klimaneutrales Deutschland 2050 ist technisch und wirtschaftlich im Rahmen üblicher Investitionszyklen realisierbar! Allerdings bedarf es dafür seitens der Politik kluger Instrumente, um Investitionen in ein resilientes und zukunftsfähiges Energiesystem vorzubereiten und den einhergehenden Strukturwandel sozialverträglich zu initiieren.

Die Forscherinnen und Forscher der Agora Energiewende definieren in ihrer Studie zunächst drei strategische Ziele, die es bis 2050 zu erreichen gilt, um ein „Klimaneutrales Deutschland" zu erreichen. Daraus leiten sie dann Emissionsziele für die Bereiche Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft ab.

Diese drei Ziele lauten:

1. Minderung der Treibhausgas-Emissionen um 65% bis 2030 durch schnellere Dekarbonisierung des Stromsektors (Ausbau Windkraft, PV, etc.) und Reinvestitionen in der Industrie, die bereits heute in Richtung Klimaneutralität ausgerichtet sind (z. B. Wasserstoffroute bei Stahlerzeugung).

2. Minderung der Treibhausgas-Emissionen um 95% bis 2050 durch Einsatz ausschließlich klimaneutraler Techniken in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Industrie.

3. Kompensation der Restemissionen durch CO2-Abscheidung und -Lagerung.

Basis dieser Transformation des Energiesystems sind laut Studie somit einerseits Effizienzmaßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs (insbesondere die Gebäudesanierung aber auch verbrauchsarme Geräte), andererseits der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, einhergehend mit der Elektrifizierung des Wärme- und Mobilitätsbereichs (und anderer Bereiche). Als dritte Säule der Transformation dekarbonisiert der Einsatz grünen Wasserstoffs verbleibende Bedarfe in den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr und Industrie.

Zur Studie "Klimaneutrales Deutschland" der Agora Energiewende

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