Kommunale Wärmeplanung – Was ist das?
Eine Besonderheit der kommunalen Wärmeplanung liegt darin, dass der Begriff derzeit nicht einheitlich definiert ist und noch einer gewissen Dynamik unterliegt. So kann der Begriff in bundes-, landes- und kommunalpolitischen Debatten durchaus unterschiedliche inhaltliche Ausprägungen haben.
In einem aktuellen UBA-Kurzgutachten wird dies näher beleuchtet.
So gibt es z.B. hinsichtlich der räumlichen Ausprägung der kommunalen Wärmeplanung teils sehr unterschiedliche Auffassungen. Einerseits kann die kommunale Wärmeplanung als Ansatz auf der Quartiersebene verstanden werden, andererseits wird oftmals das gesamte Gemeindegebiet in den Blick genommen.
Auch in Hinsicht auf die inhaltlichen Schwerpunkte gibt es erhebliche Unterschiede. So wird die Effizienz im Gebäudebestand bei wärmeplanerischen Aktivitäten häufig zu wenig oder gar nicht berücksichtigt, da die Kommune hierauf nur begrenzte Einflussmöglichkeiten hat. Dafür wird zumeist ein starker Fokus auf die Nutzung erneuerbarer Wärmequellen in Gebäuden und auf den Ausbau von Wärmenetzen gelegt. Da die Gebäudeeffizienz jedoch ebenfalls eine zentrale Säule der Wärmewende ist, sollte diese in der kommunalen Wärmeplanung nicht vernachlässigt werden.
Ungeachtet dieser unterschiedlichen Blickwinkel kristallisiert sich heraus, dass die kommunale Wärmeplanung gemeinhin als langfristiger und strategischer Prozess begriffen wird. Wärmeplanerische Aktivitäten sind dabei immer wieder zu hinterfragen und ggf. an veränderte Rahmenbedingungen vor Ort oder in der Förderlandschaft anzupassen. Grundsätzlich beinhaltet die kommunale Wärmeplanung eine Bestandsaufnahme und eine Potenzialanalyse. Auf dieser Basis wird ein Zielszenario entworfen, mit dem Ziel einer treibhausgasneutralen und möglichst wirtschaftlichen Wärmeversorgung. Abschließend werden die dafür nötigen Maßnahmen im Quartier, bzw. im Gemeindegebiet definiert.
Grundsätzlich kann man festhalten, dass der kommunalen Wärmeplanung von der neuen Bundesregierung eine sehr große Bedeutung beigemessen wird, um die Wärmewende voranzutreiben. Daher ist zu vermuten, dass auch der Zugang zu Fördermitteln zum Teil an wärmeplanerische Aktivitäten geknüpft werden könnte. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat in diesem Zusammenhang aktuell das Papier "Energieeffizienz in Kommunen" veröffentlicht, das näher auf die Förderlandschaft für Kommunen eingeht. Kommunen sollten sich daher bereits heute mit dem Thema der kommunalen Wärmeplanung beschäftigen, um sich einen Vorsprung zu erarbeiten.
Weitere Informationen:
UBA-Kurzgutachten: Kommunale Wärmeplanung
KEAN-Leitfaden zur kommunalen Wärmeplanung
KEA BW Leitfaden zur kommunalen Wärmeplanung
Muster-Festsetzung zum Verbot fossiler Brennstoffe
Vortragsunterlagen:
Kommunale Wärmeplanung – Wie geht das? (Dr. Dorothea Ludwig - IP SYSCON GmbH)
Kommunale Wärmeplanung interkommunal entwickelt (Marisa Tammen, Landkreis Friesland und Elisa Bodenstab, Landkreis Wittmund)
Kommunale Wärmenutzung im Landkreis Emsland (Walter Pengemann und Johannes Lorenz, Landkreis Emsland)
Wärmeplanung vor Ort – Neubaugebiet ohne Öl und Gas (Ansgar Böker, Ingenieurbüro Böker GbR)