18 NKlimaG macht‘s möglich
Mit § 18 NKlimaG ist Klimaschutz zur Pflichtaufgabe und damit Teil des kommunalen Kerngeschäfts geworden: Abstimmungen, die mehrere Fachbereiche betreffen, werden verbindlicher und Klimaschutz kann vielerorts, sowohl innerhalb der Verwaltung als auch gegenüber Politik und Öffentlichkeit, konsequenter verhandelt werden.
Zum Hintergrund: Das Land finanziert für Landkreise und kreisfreie Städte Personalstellen für Fördermittelberatung und Klimaschutzmanagement und ergänzt dies durch eine jährliche Pauschale für Klimaschutzprojekte und -aktivitäten (Konnexitätsprinzip). Bereits Anfang 2025 wurden somit mehr als 70 Personalstellen verstetigt und geschaffen – Personal, das die Kommunen nicht nur für die technischen Modernisierungs- und Transformationsleistungen benötigen. Es geht also nicht um ein einfaches Mehr an Klimaschutz, sondern um die beständige Koordination der Modernisierung kommunaler Liegenschaften, den Umstieg auf Elektromobilität und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Indirekt stabilisiert die Pflichtaufgabe auch die Klimaschutzarbeit in der Fläche: Die Fördermittelberatung auf Landkreisebene unterstützt kreisangehörige Kommunen, ohne ihre Förderfähigkeit zu gefährden.
Kompetenzausbau mit Lernkurve
2025 war darüber hinaus ein Jahr des gemeinsamen Kompetenzaufbaus. Viele Landkreise und kreisfreie Städte haben intensiv daran gearbeitet, ihre Emissionsquellen zu untersuchen und Reduktionshebel zu identifizieren, damit aus abstrakten Zielen praktische steuerbare Programme werden. Wir als KEAN haben Kommunen dabei als Praxispartnerin nachhaltig unterstützt, unter anderem mit einem Treibhausgasbilanzierungstool, Schulungen, Fragestunden und regelmäßigem Erfahrungsaustausch. Dieses Engagement setzen wir fort. Der intensive Austausch ermöglicht auch künftig eine gemeinsame Lernkurve, indem wir Knowhow teilen und Maßnahmen weiterentwickeln.
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Christoph Runden und Celestine Kumlehn, Stadt Emden
In der Praxis ist Klimaschutz eine Querschnittaufgabe
Wie sich dieses Teamwork in der Praxis anfühlt, zeigen Einblicke aus den Kommunen. In Emden ist das Klimaschutzmanagement mit Klimaschutzmanager Christoph Runden seit Jahren etabliert. Gerade hier wird sichtbar, was die Pflichtaufgabe zusätzlich bringt: Rückhalt und Planungssicherheit, nicht nur politisch, sondern auch innerhalb der Verwaltung: „Dass die Aufgabe nun zu einer gesetzlichen Pflicht geworden ist, bestärkt unsere Arbeit und zeigt umso mehr unsere Daseinsberechtigung. Außerdem schafft dies auch langfristige Sicherheit für die Stelle.“ Damit Verbindlichkeiten auch wirklich Tempo erzeugen, braucht es Personal zur Koordination und Integration vielfältiger Beiträge ganz unterschiedlicher Akteure. Denn eigentlich ist Klimaschutz kein Solokonzert, sondern funktioniert wie ein Orchester: viele Mitspieler, viele Schnittstellen, viele Instrumente. Christoph Runden betont: „Mittlerweile sind 2,5 weitere Personen im Klimaschutz tätig. Die Arbeit im Team ist deutlich motivierender!“