Land beschließt Änderung der Niedersächsischen Bauordnung

Solarpflicht für neue Nichtwohngebäude beschlossen

Der Niedersächsische Landtag hat am 09. November eine Novelle der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) beschlossen. Darin wird in §32a eine Solarpflicht für neue Nichtwohngebäude festgesetzt; neue Wohngebäude müssen für den Einsatz von PV vorbereitet werden. Die Regelung gilt ab 2023.

Auf allen überwiegend gewerblich genutzten Gebäuden mit mehr als 75m² Dachfläche, für die nach dem 31.12.2022 ein Bauantrag, ein Antrag auf bauaufsichtliche Zustimmung oder eine Mitteilung nach § 62 eingereicht wird, muss auf mindestens 50% der Dachfläche eine Solaranlage errichtet werden – egal ob zur Strom- oder zur Wärmeerzeugung. Alle anderen Gebäude (also auch Wohngebäude) müssen PV-Ready sein, d.h. das Tragwerk muss für eine spätere Solarenergienutzung ausreichend stabil sein und es müssen Leitungskorridore und Platz für zugehörige technische Ausrüstung vorgesehen werden.

Die Regelungen wurden bewusst einfach gehalten, um seitenlange Definitionen etwa von „Nutzbarer Dachfläche" und etwaiger Ausnahmetatbestände zu vermeiden. Als Ausnahme wird lediglich akzeptiert, wenn andere öffentlich-rechtliche Pflichten wie z.B. der Denkmalschutz dagegensprechen, die Errichtung im Einzelfall technisch unmöglich ist (hier braucht es viel Phantasie, um solche Fälle zu konstruieren) sowie die Errichtung im Einzelfall wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Bei der Beurteilung von letzterem will man sich laut Begründung an Regelungen in anderen Bundesländern (z.B. Hamburg, Berlin) orientieren. Hier wird eine Amortisation unter 20 Jahren als wirtschaftlich vertretbar angesehen. Außerdem wird darauf verwiesen, dass man die Fläche auch Dritten für Pacht- oder Contractingmodelle anbieten kann. Details sollen in den nächsten Wochen über FAQs erläutert werden, über die wir weiter informieren werden.

Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen hierzu: „Solaranlagen waren in den letzten Jahren fast immer wirtschaftlich attraktiv. Trotz dieses Anreizes blieben die meisten Dächer von Neubauten in Niedersachsen bisher leer. Deshalb ist die Verpflichtung jetzt ein folgerichtiger Schritt". Planerinnen und Architekten, die an Nichtwohngebäuden in Niedersachsen arbeiten, sind nunmehr gut beraten, die Realisierung einer Solaranlage ab sofort in die Projektplanung einzubeziehen. Die KEAN plant entsprechende Fortbildungen, über die wir zu gegebener Zeit berichten werden.

Zum Beschluss des Landtags

Kontakt

Matthias Rudloff

0511 89 70 39-24
matthias.rudloff [at] klimaschutz-niedersachsen.de

powered by webEdition CMS