Kommunale Wärmewende

Strategien und Werkzeuge für die Finanzierung und Umsetzung von Wärmenetzen

Wärmenetze sind eine wichtige Säule der kommunalen Wärmewende. Doch zwischen dem politischen Willen und der baulichen Umsetzung liegt ein weiter Weg: Von der ersten Machbarkeitsprüfung über die Wirtschaftlichkeitsbewertung bis hin zur konkreten Finanzierung. Hilfreiche Impulse, wie die Planung und Umsetzung von Wärmenetzen gelingen können, brachte eine gemeinsame Veranstaltung mit dem BDEW zum Thema „Finanzierung von Wärmenetzen“.

Ein solides Bild über die kommunale Wärmestruktur ist zentrale Voraussetzung, um die Planung und Finanzierung eines Wärmenetzes gezielt anzugehen. Der BDEW hat dafür bereits einen umfangreichen Datenpool für Wärmenetze in Deutschland aufgebaut: Rund 4.500 Netze sind inzwischen bekannt, davon etwa 690 mit konkreten Preisangaben auf der Plattform waermepreise.info. Die Datenbasis wächst stetig – und könnte künftig, ergänzt durch Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung – als Fundament eines deutschlandweiten Wärmenetz-Katasters dienen, so Evelin Wieckowski vom BDEW. Ein enger Austausch zwischen BDEW, BNetzA und weiteren Fachakteuren wäre ein entscheidender Schritt, um die Datengrundlage weiter zu verbessern. Zur Präsentation des BDEW

Von der Idee zur Wirtschaftlichkeit

Bevor kommunale Projekte starten, stellen sich Fragen nach technischer Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Dafür stehen inzwischen praxisorientierte Tools zur Verfügung, die erste Vorauswertungen ermöglichen. Denn eines wurde in der Veranstaltung „Finanzierung von Wärmenetzen“ deutlich: In Gebieten mit zu großer Streuung der Gebäude rechnet sich ein Wärmenetz meist nicht. Oder, wie es der Referent Herr Saadhoff (EWE) formulierte: „Sobald ich nur Gärten und keine Häuser sehe, brauche ich nicht mehr über ein Wärmenetz nachdenken.” Zur Präsentation (folgt)

Ebenso gilt es, die zeitlichen Rahmenbedingungen im Blick zu behalten. Die Förderfristen der BAFA im Rahmen der BEW sind heute sehr eng gefasst – die Umsetzung eines kompletten Wärmenetzgebiets innerhalb von 48 Monaten ist in der Praxis kaum realistisch. Ausschreibungs- und Lieferprozesse sowie die Personalsituation in den Kommunen verzögern die Projektabwicklung zusätzlich.

Handlungsspielräume für Kommunen

Gerade Kommunen stehen bei der Umsetzung oft vor personal- und prozessbedingten Hürden. Viele Projekte scheitern nicht an der Idee, sondern an begrenzten Kapazitäten für Vergabe und Ausschreibung. Dabei bestehen durchaus Handlungsspielräume: So können Kommunen laut Nikita Kirchkesner (GP Joule) auch außerhalb formaler Ausschreibungsverfahren – etwa über Gestattungsverträge – in der Wärmewende ins Handeln kommen. Zur Präsentation

Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie

Parallel dazu gewinnen Wärmepumpen weiter an Bedeutung – sowohl in zentralen Wärmenetzen (Großwärmepumpen) als auch im dezentralen Einsatz. Die Luft-Wärmepumpe gilt dabei weiterhin als Benchmark, an deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit sich auch künftige Wärmenetzlösungen messen lassen müssen.

Kontakt

Yvonne Bönner

0170 207 216 7
yvonne.boenner [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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