Digitale Daten werden laut Umfrage gegenwärtig vorrangig für Visualisierung, Klimaschutz, Monitoring und Planung genutzt bzw. es wird sich damit beschäftigt. In den Bereichen für Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung, Entscheidungsunterstützung, Verwaltung und Ressourcenmanagement sind es nur etwas mehr als die Hälfte und für Krisenmanagement und Smart City werden digitale Daten gegenwärtig noch recht wenig genutzt.
Für Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien spielen digitale Daten eindeutig eine wichtige Rolle. Die Relevanz digitaler Daten hierfür wird von den teilnehmenden Kommunen mit 8,34 von 10 Punkten bewertet.
Die Nutzung von Umweltdaten, die als öffentliche Daten bereitgestellt werden, wird je nach Quelle jedoch nur zu 23,4 – 45,1 % als einfach bewertet und ein großer Teil der Antwortenden kann den Aufwand dafür nicht einschätzen. Dem gegenüber stehen jedoch erhebliche Lücken bei Reifegrad und Datenqualität in Kommunen. Lediglich 4 % sehen den Stand der Datennutzung in ihrer Kommune als sehr weit fortgeschritten an, während bei 46,9 % zwar einzelne Umsetzungen vorhanden sind, bei weiteren 46% jedoch nur erste Ansätze. Fast zwei Drittel der Kommunen sehen die Gründe dafür in einer fehlenden Strategie oder bei der zentralen Koordination der Datennutzung.
Die große Bedeutung von Datenplattformen für eine kollaborative Mehrfachnutzung sowie zur Veröffentlichung von Echtzeitdaten ist in den Kommunen noch zu unbekannt. Hier antworten 43,8% mit „ist mir nicht bekannt“. Bei weiteren 28,6 % ist deren Einsatz nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant.
Bei der Datennutzung sind kommunale IT-Dienstleister, weitere Externe sowie Partner bei interkommunaler Zusammenarbeit wesentliche Kooperationspartner. Mit wissenschaftlichen Einrichtungen wird kaum zusammengearbeitet und OpenSource-Anwendungen aus öffentlichen Quellen werden nur von 8,8% der Antwortenden genutzt.
Herausforderungen und Bedarfe
Fehlende zeitliche und personelle Ressourcen, fehlende Technik und Knowhow sowie unklare Zuständigkeiten und Abstimmungsschwierigkeiten innerhalb der Verwaltungen sind wesentliche Hemmnisse bei der Datennutzung (mehr als 50 von 106 Antworten). Hier fallen in den qualitativen optionalen Freitexten die Nennung fehlender Budgets, die mangelnde Bereitschaft zur Digitalisierung bei Mitarbeitenden sowie Leitungsdefizite auf.
Zusammengefasst zeigen sich drei zentrale Lücken:
- Ressourcen & Befähigung – Den Menschen in der Verwaltung fehlen Zeit und Knowhow,
- Governance & Klarheit – Verantwortlichkeiten und Priorisierung sind nicht geregelt,
- Datenzugang & zentrale Unterstützung – Kommunen neigen immer noch zu Insellösungen: Es gibt zu wenig Kooperationen, zu wenig Standards und zu wenig Unterstützung durch zentrale (Hilfs-)Angebote.
Schlussfolgerungen:
Damit digitale Daten in Kommunen systematischer genutzt werden, braucht es statt Einzellösungen mehr geregelte Verantwortung, einheitliche Standards sowie Unterstützung durch Datenplattformen und Datenkataloge, Standard-Schnittstellen und zentrale Vorlagen.
➔ Zur Auswertung