Wärmepumpen können sowohl im Bestand als auch im Neubau effizient und kostengünstig Wärme bereitstellen. Gleichzeitig variiert die Takthäufigkeit stark – von Anlagen, die nahezu kontinuierlich laufen, bis hin zu Systemen, die innerhalb eines Jahres tausende Male an- und ausgehen. Die Gründe, warum Wärmepumpen takten, haben wir bereits im ersten Artikel „Häufiges Takten, kürzere Lebensdauer: Darum takten Wärmepumpen zu häufig“ ausführlich dargestellt.
Aufbauend darauf geht es in diesem Beitrag nun darum, den Taktbetrieb zu bewerten und durch gezielte Maßnahmen in Planung und Betrieb zu optimieren.
Wie lässt sich der Taktbetrieb einer Wärmepumpe bewerten?
Der Taktbetrieb von Wärmepumpen lässt sich nur schwer beurteilen, ohne die Details des Heizsystems zu kennen. Relevant sind neben der hydraulischen Einbindung unter anderem die Verfügbarkeit und Größe eines Pufferspeichers, die Steuerung des Wärmepumpensystems sowie die Art der genutzten Umweltwärme (z.B. Luft oder Erdreich). Außerdem zeigen Erfahrungen, dass Wärmepumpen, die sowohl Raumwärme als auch Warmwasser bereitstellen, häufiger takten als Systeme, die nur eine dieser Aufgaben übernehmen. Daher können die folgenden Werte lediglich als Indikator dienen, um den Taktbetrieb einer Wärmepumpe zu bewerten.
Für eine erste Einschätzung können die im Steuerungsmodul dokumentierten Betriebsdaten genutzt werden. Dabei sind insbesondere die „Taktzahl“ pro Jahr sowie die „Betriebsstunden pro Takt“ von Interesse.
Die nachfolgenden Größenordnungen sind eine Einschätzung der Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen (WIN). Sie basieren auf wissenschaftlichen Auswertungen (Abschlussbericht WP-QS im Bestand, Feldmessungen energieschweiz) sowie fachlicher Einordnung der Ergebnisse und stellen grobe Orientierungswerte dar – keine verbindlichen Grenzwerte.
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Eine Taktzahl von bis zu 2.000 Takten pro Jahr und eine durchschnittliche Betriebsdauer von etwa 1 Stunde pro Takt deuten auf einen gut eingeregelten Betrieb hin.
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Bis zu 5.500 Takte pro Jahr bei durchschnittlich rund 30 Minuten Betriebszeit können einen effizienten Betrieb ermöglichen und müssen die Lebensdauer nicht negativ beeinflussen. Abhängig von der konkreten Versorgungssituation sind hier Optimierungen möglich.
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Mehr als 5.500 Takte pro Jahr können die Lebensdauer der Wärmepumpe verringern. Insbesondere sehr kurze Betriebsintervalle (< 15 Minuten, teils < 5 Minuten) weisen auf Optimierungsbedarf hin.
Systematische Rückmeldungen aus der Praxis – insbesondere aus dem Handwerk – liegen hierzu bislang nicht vor.