Energiesysteme- und Infrastrukturen

Wasserstoff - gibt es ausreichend grüne Moleküle für die Dekarbonisierung? (KEAN und VKU)

Die Entwicklung des deutschen Wasserstoffkernnetzes nimmt Fahrt auf – erste Leitungen sind bereits in Betrieb. Doch: Reicht die Erzeugung von grünem Wasserstoff, um die künftige Nachfrage zu decken? Diese Frage stand am 20. November 2025 im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Veranstaltung von Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und der VKU-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen, die spannende Einblicke in aktuelle Projekte und Entwicklungen bot.

Die Veranstaltung „Wasserstoff - gibt es ausreichend grüne Moleküle für die Dekarbonisierung?“, organisiert von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der VKU-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen, bot spannende Einblicke in aktuelle Projekte und Herausforderungen rund um grünen Wasserstoff. Im Fokus stand die wichtige Frage, ob die Erzeugung von grünem Wasserstoff ausreicht, um die zukünftige Nachfrage zu decken.

Yvonne Bönner von der KEAN gab einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand der Netze, Speicher und Erzeuger sowie der regulatorischen Rahmenbedingungen in Niedersachsen, einem zentralen Knotenpunkt für die Wasserstoffwirtschaft mit rund 1.800 Kilometern geplanter Wasserstoff-Infrastruktur (davon 56% umgewidmete Erdgasröhren). Sie machte deutlich, dass Niedersachsen mit seinen Ressourcen und der Infrastruktur eine Schlüsselrolle in der Transformation hin zur Klimaneutralität einnimmt.​

Stefan Rößler von bhyo stellte mit dem Speyerer Projekt eine innovative Methode vor, organischen Wasserstoff aus biogenen Reststoffen wie Klärschlamm und Grünabfällen zu gewinnen. Diese CO₂-negative Wasserstoffproduktion könnte einen wichtigen Beitrag zur regionalen und nachhaltigen Wasserstoffversorgung leisten. Alexander Malchus von EWE AG präsentierte das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“, das den Aufbau einer integrierten Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten Deutschlands vorantreibt, um Kommunen, Industrie und Energieversorger in die grüne Transformation einzubinden.

Die Veranstaltung zeigte auf, wie dezentrale Elektrolyse und biogene Prozesse zur Versorgung mit grünem Wasserstoff beitragen und welche Chancen sich daraus für Kommunen und die Industrie ergeben. Zugleich wurde die Herausforderung betont, dass die Nachfrage an grünem Wasserstoff bis 2030 auf 60 bis 80 TWh steigen wird, langfristig sogar bis zu 320-490 TWh prognostiziert, während der Ausbau der Inlandsproduktion und Importe noch nicht im notwendigen Tempo voranschreiten. Die Teilnehmer erhielten wichtige Impulse, wie sie ihre eigenen Projekte jetzt optimal positionieren und zur Dekarbonisierung des Energiesystems beitragen können.​

Insgesamt unterstrich die Veranstaltung die zentrale Rolle von grünem Wasserstoff im Rahmen der Energiewende und die Notwendigkeit, alle Akteure frühzeitig einzubinden, um Versorgungssicherheit und Klimaschutzziele miteinander zu verbinden. Niedersachsen nimmt hier mit seiner Wasserstoffinfrastruktur und innovativen Projekten eine Vorreiterrolle ein

Fazit: Wasserstoff ist ein grundlegender Baustein der Energiewende, jedoch wird die nationale Produktion den bundesweiten Bedarf langfristig nicht komplett abdecken können, weswegen zusätzliche Importe notwendig bleiben. Die Veranstaltung hebt insbesondere das große Potenzial dezentraler Projekte hervor. Für den wirtschaftlicher Einsatz von grünem Wasserstoff sind allerdings weiterhin politische Rahmenbedingungen wie grüne Leitmärkte erforderlich. Nur so kann die Nachfrage auf der Abnehmerseite stimuliert und der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft vorangetrieben werden. Die niedersächsische Wasserstoffwirtschaft positioniert sich bereits jetzt mit ihren innovativen Projekten als Vorreiter in diesem Transformationsprozess.

Hier finden Sie die Präsentationen: 

→ Und unterhalb die Video-Aufzeichnung zur Veranstaltung bei YouTube

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Kontakt

Yvonne Bönner

0170 207 216 7
yvonne.boenner [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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