Die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) und die Konsequenzen

Zahlen, bitte!

Die EU-Effizienzrichtlinie 2023/1791 verpflichtet die Mitgliedsstaaten, künftig detaillierte Energieverbrauchsdaten öffentlicher Stellen zu melden, um ihre Effizienzfortschritte nachzuweisen. Ein neues Energieverbrauchsregister (EVR) soll diese Daten bündeln. Parallel soll in einem Gebäudeinventar (GI) der Sanierungszustand aller Gebäude der öffentlichen Stellen erfasst werden. Die Deutsche Energieagentur (dena) bereitet auf Bundesseite ein Datenbanksystem vor, welches später vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betrieben werden wird. Doch letztlich müssen die Energieverbräuche dort erfasst und in das System eingegeben werden, wo sie entstehen.  

Kommunen, die auf eine automatische Zählerdatenerfassung setzen, sind für die künftige Verpflichtung zur Datenübermittlung gut vorbereitet. Der hiermit verbundene Arbeitsaufwand ist erheblich kleiner als mit der weit verbreiteten “manuellen” Datenerhebung per Erfassungsbogen. 

Einige Kommunen haben schon jetzt ein Kommunales Energiemanagement (KEM) eingeführt, erfassen auch automatisiert auf digitalem Wege Energieverbräuche, identifizieren ihre Optimierungspotentiale und setzen gezielt Effizienzmaßnahmen um. Viele dieser Maßnahmen sind geringinvestiv – insbesondere die Optimierung der Einstellungen an technischen Anlagen. Die hieraus entstehenden Einsparungen sind zumeist beachtlich und ermöglichen höherinvestive Maßnahmen wie energetische Sanierungen. Diese senken den Energiebedarf insgesamt und führen zu noch größeren Energie- und Kosteneinsparungen. Es gilt also, diesen Kreislauf in Gang zu setzen und idealerweise über eine transparente Darstellung dieser Prozesse Mitarbeitende und Nutzende in der eigenen Kommune wie auch in Nachbarkommunen zum Mit- und Nachmachen zu motivieren. 

Grundvoraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Erfassung der Zählerstände, damit die größten Energieverbraucher auch identifiziert werden können. Viele Kommunen tun sich damit noch schwer, da sie zurecht zusätzlichen Aufwand scheuen. Doch schon mit einfachen Systemen zur automatischen Erfassung der Verbrauchsdaten kann der Aufwand für die Mitarbeitenden in Grenzen gehalten werden. Gleichzeitig können deutlich kleinere Ausleseintervalle realisiert werden, wodurch Missstände in der Anlagentechnik schneller erkannt und hohe Verluste vermieden werden können. 

Wer das kommunale Energiemanagement systematisch aufbauen will, kann auf das kostenfreie Online-Portal Kom.EMS zurückgreifen. Kom.EMS enthält auch Arbeitshilfen zur regelmäßigen Datenerfassung und Informationen zum Aufbau einer automatischen Zählerdatenerfassung. Gebündeltes Fachwissen und gegenwärtig über 160 praxiserprobte Arbeitshilfen sind hier zu einer “Schritt- für-Schritt-Anleitung" zum professionellen kommunalen Energiemanagement verknüpft. Das Portal bietet einen sicheren Weg zur Zertifizierung, die im Wesentlichen der Umsetzung der DIN EN 50001 auf kommunaler Ebene entspricht.

Kontakt

Florian Lörincz

0151 514 734 08
florian.loerincz [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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