Nachlese: Politik trifft Wirtschaft und Wissenschaft

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15.05.2017, Berlin: Im Rahmen der 3. Dialogplattform Power-to-Heat fand die Abendveranstaltung zum Thema „Heizen mit Strom: Beitrag der Sektorkopplung zum Erfolg der Energiewende“ statt, die von der KEAN organisiert wurde. Rund 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten die rechtlich-regulatorischen Herausforderungen, aber auch Fragen der technischen Machbarkeit.

Die Energiewende im Interesse des Klimaschutzes steht nicht allein vor der Aufgabe, bei der Bereitstellung von Strom, sondern auch in den anderen Energieverbrauchssektoren fossile Energieträger effizient durch Erneuerbare Energien zu ersetzen.

 

Über die Sektorkopplung kann die Nachfrage nach Energie in Haushalten und Verkehr sowie in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung in einem erheblichen Umfange mittels Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dabei spielt der Wärmebedarf eine herausragende Rolle: Mit erneuerbarem Strom in Wärmepumpen kann man insbesondere den großen Anteil an Raumheizwärme schnell CO2-frei machen, natürlich bei weiterem Ausbau von Wind und Sonne.


Das mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel und dem Staatssekretär aus dem Bundeswirtschaftsministerium Rainer Baake sowie Dr. Kai Schiefelbein (Bundesverband Wärmepumpe), Michael Wübbels (Verband der kommunalen Unternehmen) und Prof. Dr. Hartmut Weyer (Energieforschungszentrum Niedersachsen) hochrangig besetzte Podium führte eine intensive und von der Wirtschaftsjournalistin Dr. Ursula Weidenfeld sehr kompetent moderierte Diskussion. Den Einstieg in die Thematik bildeten Impulsvorträge von Stefan Wenzel und Rainer Baake.


Wesentliche Diskussionspunkte an diesem Abend waren, ob Stromversorgung eine rein zentrale oder auch dezentrale Aufgabe ist sowie die Frage nach der gerechten Verteilung der Lasten auf Strom und Wärme. Bislang wird die Energiewende maßgeblich über die EEG-Umlage finanziert, die ausschließlich von Stromkunden bezahlt wird. Sie ist inzwischen höher als die Gesamtkosten für den Bezug von Erdgas inkl. aller Steuern und Abgaben. Der gewünschte Primärenergieträger Strom wird dadurch immer teurer im Vergleich zu den fossilen Energieträgern. Wenn die Energiewende wirklich ein Erfolg werden soll, müssen diese Fragen in naher Zukunft geklärt werden – darüber schienen sich die meisten Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an diesem Abend einig zu sein.