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Wärmepumpe - ein Heizsystem mit Zukunft

Wer heute ein neues Haus bauen möchte, plant die Zukunft des Gebäudes gleich mit. Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sind Auslaufmodelle, erneuerbare Energieträger übernehmen zunehmend die Versorgung für Wärme und Warmwasser im Haus. Bereits fast die Hälfte aller Neubauten nutzt dazu eine Wärmepumpe. Sie ist unabhängig von Brennstoffen und nutzt vorwiegend die Wärme aus der Umwelt. 

Im Neubau eignet sich die Wärmepumpe besonders gut. Mit einer abgestimmten Planung wird die Wärmepumpe ein wesentlicher Bestandteil Ihrer energieeffizienten Heiz- und Warmwasserversorgung. 

 

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Wärmequellen

Bei einer Wärmepumpe können verschiedene Wärmequellen genutzt werden: Erde, Wasser, Luft. Welche für das jeweilige Gebäude die sinnvollste ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Die Erdwärme gelangt über vertikale Erdwärmesonden oder horizontale Erdwärmekollektoren zur Wärmepumpe, das Wasser wird über einen Förderbrunnen an die Oberfläche gepumpt, und bei der Nutzung der Luft übernimmt ein Luftwärmeübertrager die Umweltwärme von außen. 

 

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Funktionsweise

Die Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank. Der Kühlschrank entzieht seinem Inneren die Wärme und gibt sie nach außen ab, die Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Erde, Wasser oder Luft) die Wärme und gibt sie nach innen ab. So wird Heizwärme und warmes Trinkwasser für das Gebäude erzeugt. Das Besondere ist: die Wärmepumpe kann mit dieser Technik in umgekehrter Wirkung im Sommer die Räume auch kühlen. 

 

Heizen mit hoher Effizienz

Ein Indikator für die Effizienz einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl. Sie beschreibt das Verhältnis der Nutzenergie in Form von Wärme zur aufgewendeten Verdichterenergie in Form von Strom. Die Jahresarbeitszahlen liegen in der Regel zwischen 3 und 4,5 – gut ausgeführte Anlagen erreichen sogar Jahresarbeitszahlen von größer 5.

Diese berechnen sich so: Für ihren Betrieb benötigt die Wärmepumpe Strom, den sie jedoch recht effizient einsetzt: Eine gute Erdreich-Wärmepumpe kann mit einer Kilowattstunde Strom 4 Kilowattstunden Wärme erzeugen, eine gute Luftwärmepumpe schafft noch 3 Kilowattstunden Wärme. Heißt: Die gewünschte Heizleistung in einem Gebäude kann zu 65 bis 80 Prozent aus kostenloser Umweltenergie und nur zu 35 bis 20 Prozent aus Strom erzeugt werden. 

Besonders klimafreundlich ist es, wenn hierzu Ökostrom genutzt wird, den im Idealfall eine hauseigene Solaranlage kostengünstig produziert. 

 

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Wärmepumpen funktionieren am besten, wenn im Gebäude Flächenheizungen eingesetzt werden. Diese kommen mit geringerer Vorlauftemperatur aus und können im Fußboden, aber auch an bzw. in den Wänden oder den Decken verlegt sein. Herkömmliche Heizkörper funktionieren auch, wenn sie entsprechend groß dimensioniert werden. Ebenso wichtig ist der Einbau von Strom- und Wärmemengenzählern, um den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe zu kontrollieren.

Kontakt

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Georg K. Schuchardt

0511 89 70 39 26

georg.schuchardt[at] klimaschutz-niedersachsen.de

Förderprogramme

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern Wärmepumpen.

Förderprogramme

Weitere Informationen

Die Energieagentur Göttingen hat eine Broschüre zum Thema Wärmepumpen veröffentlicht. 

"Wärmepumpen: Umweltwärme richtig nutzen"