Förderprogramme des Bundes

Bundesförderung Effiziente Gebäude: Umsetzung in drei Schritten

Die neue Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) soll als neue Fördersystematik die bestehenden Bundesprogramme zur Förderung von Energieeffizienz und zu erneuerbaren Energien in Gebäuden zusammenfassen und die Antragstellung erleichtern. Die Förderung gliedert sich zukünftig nur noch in drei Teilprogramme:

  • Die BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM),
  • die BEG Wohngebäude (BEG WG) und
  • die BEG Nichtwohngebäude (BEG NWG),

in den beiden letztgenannten werden Komplettsanierungen auf Effizienzhaus- bzw. Effizienzgebäudeniveau gefördert. Seit dem 02.01.2021 können in einem ersten Umsetzungsschritt Zuschüsse für die BEG Einzelmaßnahmen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Zukünftig ist vorgesehen, dass für alle Maßnahmen die Zuschussförderungen über das BAFA und die Kreditförderungen über die KfW beantragt werden können. Außerdem soll ein Antrag je Fördermittelgeber ausreichen, um die entsprechenden Förderangebote nutzen zu können.

Hintergrund

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude wird die energetische Gebäudeförderung in Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 vollständig neu aufgestellt und weiterentwickelt. Ziel der BEG ist es, die Beantragung von Fördermitteln übersichtlicher und einfacher zu machen. Außerdem sollen künftig noch stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien gesetzt werden, um damit einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele 2030 im Gebäudesektor zu leisten. Im Bereich Komplettsanierungen werden höhere Effizienzstandards eingeführt.

Zeitlicher Ablauf

Die Umsetzung der neuen Bundesförderung startete am 02.01.2021 mit den Zuschüssen für Einzelmaßnahmen (Anlagentechnik und Gebäudehülle), die seitdem beim BAFA beantragt werden können. Das KfW-Zuschussprogramm 430 für Einzelmaßnahmen und das BAFA-Programm "Heizen mit erneuerbaren Energien" wurden damit eingestellt und von der BEG abgelöst.

Ab dem 01.07.2021 kann eine Kreditförderung für die BEG Einzelmaßnahmen sowie eine Kredit- oder Zuschussförderung für Vollsanierungen und effiziente Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden (BEG WG und BEG NWG) bei der KfW beantragt werden. Bis zum 30.06.2021 können Anträge für Vollsanierungen und effiziente Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden noch wie gewohnt für die entsprechenden Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren" bei der KfW gestellt werden.

Ab dem 01.01.2023 sollen die Zuschüsse für „Effizienzhäuser" (BEG Wohngebäude) und „Effizienzgebäude" (BEG Nichtwohngebäude) vom BAFA vergeben werden, so dass ab diesem Zeitpunkt alle Zuschussförderungen beim BAFA und alle Kreditförderungen bei der KfW verwaltet werden.


INHALTLICHE NEUERUNGEN

BEG Einzelmaßnahmen:
Das BEG Einzelmaßnahmen fördert Einzelmaßnahmen ausschließlich bei Sanierungen von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Verschiedene Förderprogramme des Bundes werden ganz oder teilweise integriert. Die folgenden Einzelmaßnahmen werden dann laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert:

  • Maßnahmen an der Gebäudehülle (bspw. Dämmung Außenwände, Dachflächen, Austausch von Türen und Fenstern): 20 Prozent
  • Anlagentechnik (bspw. Einbau und Austausch oder Optimierung raumlufttechnischer Anlagen, Einbau digitaler Systeme zur Verbrauchsoptimierung): 20 Prozent
  • Erneuerbare Energien für Heizungen (bspw. Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Hybridheizungen oder Solarthermieanlagen): 20 bis 45 Prozent
  • Maßnahmen zur Heizungsoptimierung (bspw. hydraulischer Abgleich einschließlich Austausch von Heizungspumpen): 20 Prozent
  • Fachplanung und Baubegleitung im Zusammenhang mit einer Einzelmaßnahme: 50 Prozent

Neu ist eine Anhebung der Fördersätze bei der Nutzung einer umfassenden Energieberatung: Wird nach einem individuellen Sanierungsfahrplan im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude" vorgegangen, ist ein zusätzlicher Förderbonus von 5 Prozent möglich. Damit werden kosteneffizient geplante, schrittweise Sanierungen besser honoriert.

Zudem ist die Verbrauchsoptimierung beispielsweise durch Mess- und Regeltechnik erstmals eigenständig förderfähig; damit wird der effiziente Betrieb von Anlagen in Gebäuden stärker berücksichtigt, ein Thema, dem sich KEAN schön länger im Forschungsprojekt „Feldanalyse zur Betriebs-Optimierung von Mehrfamilienhäusern" widmet.

Die Möglichkeit den Fördersatz für den Einbau erneuerbarer Heizsysteme durch die Erstellung eines Sanierungsfahrplans nochmal anzuheben führt zusammen mit der seit Anfang des Jahres laufenden CO2-Bepreisung dazu, dass Heizen mit erneuerbaren Energien auch wirtschaftlich immer interessanter wird. Die KEAN unterstützt private Eigentümerinnen und Eigentümer mit der Beratungskampagne „clever heizen!" und umfassenden Informationen zum Einsatz von Wärmepumpen bei der Planung ihrer klimafreundlichen Wärmeversorgung.


BEG Wohngebäude:
In der BEG Wohngebäude werden ab dem 01.07.2021 Komplettsanierungen oder Neubauten von energieeffizienten Wohngebäuden gefördert.

In der Sanierungsförderung wird die Effizienzhausstufe 40 mit einem Fördersatz von 45 Prozent hinzukommen, bisher reichten die Sanierungsstufen nur bis 55. Dafür entfällt der Effizienzhausstandard 115.

Bei Neubauten und Komplettsanierungen wird der Einsatz erneuerbarer Energien noch stärker prämiert. Wenn die Wärme einen Mindestanteil von 55 Prozent erneuerbaren Energien aufweist, kann das EE-Paket ergänzt werden und der Fördersatz steigt bei Komplettsanierungen um 5 Prozentpunkte, bei Neubauten um 2,5 Prozentpunkte. Im Neubau gibt es außerdem die Möglichkeit eine vom Bund anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung einzureichen (NH-Paket), in diesem Fall erhöht sich der Fördersatz um 2,5 Prozent.

Auch in diesem Teilprogramm wird das Einbeziehen einer umfassenden Energieberatung für die Sanierung nochmals extra honoriert: Wird nach einem individuellen Sanierungsfahrplan im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude" vorgegangen, ist ein zusätzlicher Förderbonus von 5 Prozent möglich.

Für die Sanierung auf einen Effizienzhausstandard 40 mit EE-Paket, die einem individuellen Sanierungsfahrplant folgt wäre also zukünftig ein Fördersatz von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

BEG Nichtwohngebäude:
In der BEG Nichtwohngebäude werden Komplettsanierungen oder Neubauten von energieeffizienten Nichtwohngebäuden gefördert. 

Auch bei Nichtwohngebäuden gibt es Änderungen der Effizienzstufen. In der Sanierung wird es hier künftig die Effizienzhausstufen 55 (Fördersatz 40 Prozent) und 40 Fördersatz 45 Prozent) geben. Auch im Neubau wird die Kategorie 40 (Fördersatz 20 Prozent) neu eingeführt, dafür entfällt der Effizienzhausstandard 70.

Die bei Wohngebäuden beschriebenen Zusatz-Pakete wird es auch für Nichtwohngebäude geben. Bei einer Komplettsanierung und im Neubau kann das EE-Paket oder das NH-Paket hinzugefügt werden. Ebenso wie bei Wohngebäuden führen sie in der Sanierung zu einer Erhöhung des Fördersatzes um 5 Prozentpunkte und beim Neubau um 2,5 Prozentpunkte.

Fördersätze für Einzelmaßnahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude

Fördersätze der Bundesförderung für effiziente Gebäude für Komplettsanierungen und Neubauten, Tilgungszuschuss oder direkter Zuschuss (ab 01.07.2021)

Fachplanung und Baubegleitung
Auch zukünftig wird die Fachplanung und Baubegleitung bei Neubau und Sanierung mit einem Fördersatz von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben honoriert. Die Höchstgrenzen der förderfähigen Ausgaben variieren je nach Gebäudetyp. Die Förderung der Baubegleitung kann zukünftig im jeweiligen Teilprogramm des BEG gleich mitbeantragt werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beantwortet auf seiner Internetseite eine Reihe von häufig gestellten fragen zum BEG.

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