Steuerliche Förderung

Mit energetischen Sanierungsmaßnahmen die Steuerschuld mindern

Seit dem 01.01.2020 ist die steuerliche Förderung bestimmter energetischer Maßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum („Steuerbonus") möglich. Förderfähig sind Einzelmaßnahmen, die auch in bestehenden Programmen der Gebäudeförderung des Bundes (KfW und BAFA) als förderfähig eingestuft sind, z. B. Wärmedämmung, Erneuerung von Fenstern, Außentüren oder einer Heizungsanlage. Die Förderung erfolgt durch den Abzug von der Steuerschuld. Bis zu 20 Prozent der förderfähigen Aufwendungen, höchstens jedoch 40.000 Euro je begünstigtes Objekt, können – verteilt über drei Jahre – berücksichtigt werden. Kosten für Energieberatung durch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zum Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude" zugelassene Energieberater werden sogar zu 50 Prozent gefördert.

Ob für Sie die steuerliche Abschreibung oder eines der nachfolgend genannten Förderprogramme sinnvoller ist, hängt von Ihrem Vorhaben ab.

Weitere Informationen auf der Seite des Bundesfinanzministeriums

KfW-Energieeffizient Sanieren

Dämmmaßnahmen, Fenstertausch oder Komplettsanierung

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite und Zuschussförderungen für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Wenn Sie Ihr Eigenheim zum KfW-Effizienzhaus oder durch effiziente Einzelmaßnahmen sanieren wollen, können Sie die das Förderprogramm 151/152 "Energieeffizient Sanieren - Kredit" oder das Förderprogramm 430 "Energieeffizient Sanieren - Zuschuss" nutzen.
Zu den Förderprogrammen bei der KfW:

KfW 151/152 "Energieeffizient Sanieren - Kredit"

KfW 430 "Energieeffizient Sanieren - Zuschuss"

Im Zusammenhang mit diesen Programmen fördert die KfW auch die professionelle Baubegleitung. Mehr Informationen dazu finden Sie unter "Vor-Ort Energieberatung und Baubegleitung".

  • Rechenbeispiel

    Zu Beginn des Jahres 2020 sind, wie im Klimapaket beschlossen, die Förderbedingungen für energieeffiziente Gebäude deutlich verbessert worden. Neben der Erhöhung der Zuschussförderung durch die KfW und das BAFA wurde auch die steuerliche Förderung für die Sanierung selbstgenutzter Wohngebäude eingeführt. Wir haben eine Gegenüberstellung der alten und neuen Fördermöglichkeiten bei Sanierung der Gebäudehülle (Dämmung, Fenstertausch etc.) durch die KfW vorgenommen und die Änderungen an einer Beispielrechnung durchgespielt. Denn in den KfW-Programmen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren ist nicht nur der Anteil der Förderung an den Investitionskosten auf bis zu 40 Prozent angehoben worden, sondern darüber hinaus sind auch die maximalen Fördersummen gestiegen.

    Die folgende Tabelle zeigt die Änderungen in den Zuschüssen und den Höchstsätzen für Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden und für den Neubau von Wohngebäuden (KfW-Programme 151/152, 153 und 430). Daneben wird die steuerliche Förderung dargestellt, die aber nur für selbstgenutztes Wohneigentum möglich ist.

    Beispiel Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 85

    Wir haben die Änderungen für ein fiktives Beispiel einmal durchgerechnet: Die Sanierung eines durchschnittlich großen Einfamilienhauses zu einem KfW-Effizienzhaus 85.

    Abhängig vom sonstigen Zustand des Hauses, kann die Kombination der folgenden Sanierungsmaßnahmen laut KfW zum KfW-Effizienzhaus-Standard 85 führen:

    • Außenwanddämmung 14 cm
    • Dachdämmung 20 cm
    • Kellerdämmung 8 cm
    • Neue Fenster mit Doppelverglasung
    • Gas-Brennwertheizung und Solaranlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

    Bei einer einfachen Durchführung nehmen wir in diesem Beispiel für ein Einfamilienhauses Investitionskosten von rund. 75.000 EUR an.

    Nach den alten Förderbedingungen hätten die Eigentümer für diese Sanierung einen Investitionszuschuss von 15.000 Euro (20 Prozent) erhalten. Unter den neuen Bedingungen betrüge der Zuschuss 22.500 Euro (30 Prozent). Ein Unterschied von 7.500 Euro. Für die einzelnen Maßnahmen könnte alternativ die steuerliche Förderung in Anspruch genommen werden. Verteilt über drei Jahre könnten hier 15.000 Euro (20 Prozent) von der Steuerschuld abgezogen werden.

    Alles eine Frage der Höchstbeträge

    Bei dieser relativ niedrigen Investitionshöhe ist der Vergleich zur steuerlichen Förderung recht einfach zu ziehen. Wenn die Ausgaben für die Sanierungsmaßnahmen aber die maximal anrechenbaren Beträge übersteigen, kann es bei selbstgenutztem Wohneigentum unter Umständen günstiger sein, die steuerliche Förderung zu nutzen, da hier in einigen Fällen die maximale Fördersumme höher liegt.

    Das wäre zum Beispiel bei Einzelmaßnahmen mit einer Investitionssumme von 70.000 Euro der Fall. Hier betrug die KfW-Förderung zu den alten Bedingungen 5.000 Euro (10 Prozent, maximale Förderhöhe 5.000 Euro), zu den neuen Bedingungen sind es 10.000 Euro (20 Prozent, maximale Förderhöhe 10.000 Euro). Über die steuerliche Förderung wäre es möglich, verteilt über drei Jahre 14.000 Euro von der Steuerschuld abzuziehen, vorausgesetzt diese liegt in den drei folgenden Jahren bei rund 5.000 Euro oder darüber.

    Die Frage, ob es für EigentümerInnen von selbstgenutztem Wohneigentum nicht günstiger ist, die steuerliche Förderung für die einzelnen Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, stellt sich auch noch in den folgenden Fällen:

    • Bei Einzelmaßnahmen mit einer förderfähigen Investitionssumme über 50.000 Euro
    • Bei einer Sanierung zum Effizienzhaus 85/100/115 oder Denkmal und einer förderfähigen Investitionssumme über 150.00 Euro, abhängig vom geplanten Effizienzhausstandard

    Wenn die Maßnahmen einen Heizungstausch beinhalten, könnte es auch sinnvoll sein, diesen alternativ über einen BAFA-Zuschuss mit bis zu 45 Prozent fördern zu lassen und die restlichen Maßnahmen von der Steuerschuld abzuziehen.

    Wenn höhere Effizienzstandards erreicht werden, ist die KfW-Förderung in jedem Fall lukrativer als die steuerliche Förderung. Für eine Sanierung zum Effizienzhaus 55 beispielsweise gab es zu den alten Konditionen maximal 27.500 Euro Tilgungszuschuss bzw. 30.000 Euro Investitionszuschuss. Nach den neuen Fördersätzen gibt es nun maximal 48.000 Euro für beide Zuschüsse. Steuerlich absetzbar wären maximal 40.000 Euro.

Solaranlage, Wärmepumpe, Biomasse

Nutzung erneuerbarer Enerigen

Photovoltaik:

Die KfW fördert mit dem Programm 270 "Erneuerbare Energie - Standard"die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen.

Zu den Förderprogrammen auf der Seite der KfW:
KfW 270 "Erneuerbare Energie - Standard"

Erneuerbare Energien zum Heizen:

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms „Heizen mit erneuerbaren Energien" die Nutzung von Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und Biomasseanlagen zu Heizzwecken sowie bestimmte Hybridheizungen mit einem Zuschuss. Wird eine Ölheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage ersetzt, erhöht sich der gewährte Fördersatz nochmals um 10 Prozentpunkte.

Von der KfW gibt es hierzu einen passenden Ergänzungskredit (Programmnummer 167 "Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit").

Zu den Förderprogrammen auf den Seiten der Fördermittelgeber:
BAFA "Heizen mit Erneuerbaren Energien"
KfW 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit"

Wärmepumpe:

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. bietet einen umfassenden aktuellen "Förderratgeber 2020" zum Download an.

Optimierung oder Austausch

Maßnahmen an der Heizung

Optimierung von Heizungsanlagen

Das BAFA fördert den Ersatz von Heizungspumpen und Warmwasserzirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen sowie den hydraulischen Abgleich am Heizsystem.

 Zum Förderprogramm auf der Seite des BAFA:
BAFA "Heizungsoptimierung"

 

Erneuerbare Energien für die Heizung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms „Heizen mit erneuerbaren Energie" die Nutzung von Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und Biomasseanlagen zu Heizzwecken sowie bestimmte Hybridheizungen mit einem Zuschuss. Wird eine Ölheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage ersetzt, erhöht sich der gewährte Fördersatz nochmals um 10 Prozentpunkte.

Von der KfW gibt es hierzu einen passenden Ergänzungskredit (Programmnummer 167 "Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit").

 Zu den Förderprogrammen auf den Seiten der Fördermittelgeber:

BAFA "Heizen mit Erneuerbaren Energien"
KfW 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit"

 

Brennstoffzellen

Private Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern können von der KfW eine Förderung für Brennstoffzellensysteme bekommen. Über das Programm 433 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle" wird ein Investitionszuschuss gewährt.

 Zum Förderprogramm auf der Seite der KfW:
KfW 433 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle"

 

Mini-Blockheizkraftwerke

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert neue Mini-KWK-Anlagen („Blockheizkraftwerke") mit einer Leistung bis 20 Kilowatt (kWel) in bestehenden Gebäuden mit einem einmaligen Investitionszuschuss. Er ist nach der elektrischen Leistung der Anlage gestaffelt. Anträge sind nur noch bis Ende des Jahres 2020 möglich.

 Zum Förderprogramm auf der Seite des BAFA:
BAFA "Mini-KWK-Zuschuss"

  • Rechenbeispiel Heizungstausch

    30.01.2020: Zu Beginn des Jahres 2020 sind, wie im Klimapaket beschlossen, die Förderbedingungen für energieeffiziente Gebäude deutlich verbessert worden. Um die Änderungen im Bereich des klimafreundlichen Heizens noch verständlicher zu machen, haben wir uns die Bedingungen für den konkreten Fall des Heizungstauschs als Einzelmaßnahme in Bestandsgebäuden genauer angesehen und die vorherigen Fördermöglichkeiten mit den neuen Bedingungen verglichen.

    Die Neuerungen in der Förderkulisse von Anfang des Jahres bieten vielfältige Vorteile und Verbesserungen beim Heizungstausch, der nun alleine über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert wird. Es werden jetzt sogenannte „Umfeldmaßnahmen" mitgefördert. Gerade dieser Bereich beinhaltet zum Teil große Kostenfaktoren, wie zum Beispiel die Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen, Bohrungen für Erdwärmesonden, Optimierungen des Heizungsverteilsystems, der Austausch von Heizkörpern, bzw. der Einbau von Flächenheizungen oder die Installation eines Pufferspeichers, die nun über die Förderung mit abgedeckt werden. Eine vollständige Liste der förderfähigen Kosten finden Sie hier (PDF).

    Das vorherige System mit festen Fördersummen und zusätzlich möglichen Boni für begleitende Maßnahmen wurde durch eine anteilige Förderung von 35 bzw. 30 Prozent abgelöst, welche die Umfeldmaßnahmen mit einschließt. Wenn das neue Heizsystem eine Ölheizung ersetzt, steigt der Fördersatz sogar nochmals um 10 Prozentpunkte. In Niedersachsen sind immer noch rund 350.000 Ölheizungen im Einsatz, die im Durchschnitt knapp 20 Jahre alt sind. Die hohen Fördersätze für den Austausch dieser alten Systeme lassen hier auf eine deutliche Wirkung hoffen.

    Besonders Solarthermieanlagen profitieren von den neuen attraktiven Investitionszuschüssen. Anlagen, die der Warmwasserbereitung oder der  Unterstützung der Raumheizung dienen, erhalten einen Zuschuss bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

    Auch die gänzliche Umstellung auf erneuerbare Energien ist mit einem Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten lukrativ. Für den Neubau lohnt sich z. B. die Kombination einer Wärmepumpe mit Solarthermie. Wärmepumpen sind eine besonders effiziente Technologie, die in gut gedämmten Gebäuden ideal einsetzbar ist. In Niedersachsen werden bisher nur in rund 21 Prozent der Neubauten Wärmepumpen eingesetzt, im Bundesdurchschnitt sind es über 40 Prozent. Die verbesserten Förderbedingungen könnten dem Ausbau auch in Niedersachsen neuen Schwung verleihen.

    Insgesamt sind die Förderbedingungen für den Heizungstausch nicht nur lukrativer, sondern auch wesentlich einfacher geworden, was die folgende Übersicht über beispielhafte Maßnahmen zeigt. Eine steuerliche Förderung von maximal 20 Prozent der Kosten ist im Fall des Heizungstauschs finanziell nicht attraktiver als die Zuschussförderung des BAFA.

    Die vollständige Übersicht zu den Neuerungen bei der Heizungsförderung finden Sie auf der Seite des BAFA.

Energieeffiziente Neubauten

Für Bau oder Ersterwerb eines neuen KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 Plus gibt es über die KfW ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss. Das Förderprogramm 153 "Energieeffizient Bauen - Kredit" greift auch bei der Umwidmung unbeheizter Nicht-Wohngebäude (zum Beispiel Scheunen) zu einem Wohngebäude.

Zum Förderprogramm bei der KfW:
KfW 152 "Energieeffizient Bauen - Kredit"

Im Zusammenhang mit diesen Programmen fördert die KfW auch die professionelle Baubegleitung. Mehr Informationen dazu finden Sie unter "Vor-Ort Energieberatung und Baubegleitung".

Vor-Ort-Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung

Auch für die Planung und professionelle Baubegleitung während der energetischen Sanierung oder beim Neubau eines KfW-Effizienzhauses gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Zuschuss zu erhalten.

 

Baubegleitung bei Verwendung von Fördermitteln aus dem KfW-Programm "Energieeffizient Bauen und Sanieren"

Die KfW fördert für Hauseigentümer, die Fördermitteln aus dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren" (mit den Programmnummern 151/152, 430 und 153) in Anspruch nehmen, zusätzlich die Fachplanung und professionelle Baubegleitung während der Sanierung oder des Neubaus. Aus dem Programm 431 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung" werden 50 Prozent der Kosten, bis 4.000 Euro pro Vorhaben, übernommen.

Zum Förderprogramm auf der Seite der KfW:
KfW 431 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung"

 

Vor-Ort-Beratung für die Planung von Sanierungsmaßnahmen

Bei einer Vor-Ort-Beratung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt ein Energieberater oder eine Energieberaterin vor Ort den energetischen Zustand des Wohngebäudes. Auf dieser Grundlage erstellt er/sie ein passendes Sanierungskonzept. Als Hilfestellung werden zudem Hinweise gegeben, welche Fördermittel beantragt werden können. Die Ergebnisse werden in einem schriftlichen Energieberatungsbericht zusammengefasst.

Die Beratungen werden mit 80 Prozent des zuwendungsfähigen Beratungshonorars bezuschusst, maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.700 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten. Die Förderung wird an die EnergieberaterInnen ausgezahlt.

Zum Förderprogramm auf der Seite des BAFA:
BAFA Vor-Ort-Beratung

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