Förderprogramme für Hauseigentümer

Zuschüsse und Darlehen für energetische Bau- und Sanierungsmaßnahmen

Für die energetische Sanierung von Wohngebäuden, den Austausch oder die Optimierung der Heizungsanlage, den Einsatz von erneuerbaren Energien und den Neubau von energieeffizienten Häusern gibt es Förderung vom Staat. Teils als Zuschüsse, teils als Steuervorteile oder zinsgünstige Darlehen. Wir bieten Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme.

Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Seit dem 28. Juli gelten für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Reihe neuer Regelungen. Die entsprechenden Änderungen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Änderungen umfassen z.B. neue Boni für "Worst-Perfoming-Building" und für den "Heizungs-Tausch", aber auch die Einstellung verschiedener Programme und die Reduzierung von Fördersätzen. Mehr dazu gibt es hier. 

 

Hinweis: Mit fast der doppelten Anzahl an Anträgen für die BEG Einzelmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr müssen sich Antragsteller leider auf deutlich längere Bearbeitungszeiten einstellen. Das BAFA hat bereits mehrere zusätzliche Maßnahmen gestartet, um die Bearbeitung weiter zu beschleunigen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier

Fördermöglichkeiten nach Maßnahmen

  • Dämmung, Fenstertausch oder Komplettsanierung

    Für die Dämmung der Gebäudehülle, den Austausch von Fenstern und Türen oder energetische Komplettsanierungen gibt es Fördermittel und steuerliche Vorteile vom Staat:

    Einzelne Maßnahmen an der Gebäudehülle oder der Fenster- und Türentausch werden in der "Bundesförderung für effiziente Gebäude - Einzelmaßnahmen" (BEG-EM) mit 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben bezuschusst. Wird nach einem individuellen Sanierungsfahrplan aus einer ebenfalls geförderten „Energieberatung für Wohngebäude" vorgegangen, erhöht sich der Fördersatz um weitere 5 Prozentpunkte.

    Alternativ können energetische Einzelmaßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum auch steuerlich geltend gemacht werden: 20 Prozent der Aufwendungen (max. 40.000 Euro pro Wohnobjekt), verteilt über drei Jahre, sind steuerlich abzugsfähig.

     

    Umfassende Komplettsanierungen auf einen Effizienzhausstandard werden von der KfW im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude - Wohngebäude" gefördert. Die Höhe der Förderung hängt vom erreichten Effizienzhausstandard ab. Die Sanierung zum Effizienzhaus bzw. Effizienzgebäude 100 inklusive der EE- und NH-Klasse ist nicht mehr möglich. Neu hinzu kommt ein Bonus für "Worst Performing Buildings" in Höhe von 5 Prozentpunkten, wenn diese auf das Niveau EH/EG 40 oder EH/EG 55 saniert werden. Der Bonus ist kumulierbar mit der EE- oder NH-Klasse. Als "Worst Performing Building" bezeichnet man ein Gebäude, das auf Grund des energetischen Sanierungsstandes seiner Bauteilkomponenten zu den energetisch schlechtesten 25 Prozent des deutschen Gebäudebestandes gehört.

     

    Im Zusammenhang mit diesen Programmen fördern die KfW und das BAFA auch die vorherige Beratung inklusive der Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans und die professionelle Baubegleitung. Mehr Informationen dazu finden Sie unter "Vor-Ort-Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung" weiter unten.

  • Photovoltaik

    Da PV-Anlagen in der Regel wirtschaftlich zu betreiben sind, gibt es derzeit nur noch einen Kredit bei der KfW, jedoch keine sonstigen Förderungen mehr von Seiten des Bundes und des Landes. Die Einspeisevergütung für PV-Strom, der ins Netz eingespeist wird, besteht weiter und wird 2023 erhöht. 

    Photovoltaik-Anlagen:
    Die KfW fördert mit dem Programm 270 "Erneuerbare Energie - Standard" die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen mit einem Förderkredit.

     

     

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    Stecker-Solar / Balkonkraftwerke

    Auch für kleinere Steckersolargeräte für den Balkon gibt es aktuell weder vom Bund noch vom Land Förderungen. Einige niedersächsische Kommunen haben jedoch regionale/kommunale Förderprogramme aufgelegt.  

    • Ob in Ihrer Kommune ein entsprechendes Angebot besteht, sollten Sie am besten direkt bei Ihrer Kommune erfragen.
    • Einige regionale Förderprogramme für Steckersolargeräte finden Sie im Faktenpapier zum Thema "Stecker-PV"
    • Die Inanspruchnahme des KfW-Förderkredits 270 (der bei größeren Anlagen Sinn ergibt - siehe oben), sollte bei Steckersolargeräten gründlich geprüft werden - eine Bedingung beinhaltet nämlich die zumindest teilweise Einspeisung und/oder Verkauf des erzeugten Stroms, wodurch der bürokratische Aufwand deutlich erhöht wird.
  • Heizung: Wärmepumpen, erneuerbare Energien und Optimierung

    Erneuerbare Energien für die Heizung/Heizungstausch
    Im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude - Einzelmaßnahmen" werden die Nutzung von Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Biomasseanlagen zu Heizzwecken sowie Erneuerbare-Hybridheizungen in Bestandsgebäuden gefördert. Die Höhe der Förderung hängt von der eingesetzten Heiztechnik ab. Wird eine Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage, Wärmepumpenanlage oder durch den Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz ersetzt, erhöht sich der gewährte Fördersatz nochmals um 10 Prozentpunkte.

    Alternativ kann die Erneuerung der Heizungsanlage in selbstgenutztem Wohneigentum steuerlich geltend gemacht werden. 20 Prozent der Aufwendungen (max. 40.000 Euro pro Wohnobjekt), verteilt über drei Jahre, sind steuerlich abzugsfähig.

    Zu den Förderprogrammen auf den Seiten der Fördermittelgeber:


    Brennstoffzellen
    Private Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern können von der KfW eine Förderung für Brennstoffzellensysteme bekommen. Über das Programm 433 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle" wird ein Investitionszuschuss gewährt.


    Optimierung von Heizungsanlagen
    Im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude - Einzelmaßnahmen" wird außerdem die Optimierung von Heizungsanlagen gefördert. Dazu gehören unter anderem
    - der Ersatz von Heizungspumpen oder Warmwasserzirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen,
    - der hydraulische Abgleich am Heizsystem und
    - der Einbau von Mess- und Regelungstechnik.

    Eine steuerliche Förderung ist ebenfalls möglich.

    Zu den Förderprogrammen auf den Seiten der Fördermittelgeber:

  • Energieeffiziente Neubauten

    Der Neubau oder Ersterwerb eines "Effizienzhauses 40-Nachhaltigkeitsklasse" wird von der KfW im Rahmen der "Bundesförderung für Effiziente Gebäude - Wohngebäude" durch einen Kredit mit 5 Prozent Tilgungszuschuss gefördert. Zum 01.01.2023 wird das Förderprogramm komplett neu aufgelegt.

    Zum Förderprogramm auf der Seite der KfW:


    Im Zusammenhang mit diesen Programmen wird auch eine professionelle Baubegleitung gefördert. Mehr Informationen dazu finden Sie unter "Vor-Ort Energieberatung und Baubegleitung".

     

  • Vor-Ort-Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung

    Auch für die Planung und professionelle Baubegleitung während der energetischen Sanierung oder beim Neubau eines Effizienzhauses gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Zuschuss zu erhalten.

    Energieberatung für Wohngebäude für die Planung von Sanierungsmaßnahmen
    Bei einer Energieberatung für Wohngebäude des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt ein Energieberater oder eine Energieberaterin vor Ort den energetischen Zustand des Wohngebäudes. Auf dieser Grundlage erstellt er/sie ein passendes Sanierungskonzept. Als Hilfestellung werden zudem Hinweise gegeben, welche Fördermittel beantragt werden können. 

    Die Ergebnisse werden in einem schriftlichen Energieberatungsbericht zusammengefasst. Dieser kann in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) dargestellt werden. Wenn Maßnahmen aus einem solchen iSFP umgesetzt werden, kann dies die mögliche Förderhöhe für die Umsetzung der Maßnahmen nochmals erhöhen. Ausgenommen ist hierbei der Austausch von Heizungsanlagen.

    Die Beratungen werden mit 80 Prozent des zuwendungsfähigen Beratungshonorars bezuschusst, maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.700 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten. Die Förderung wird an die Energieberater:innen ausgezahlt.


    Fachplanung und Baubegleitung bei der Verwendung von Fördermitteln der Bundesförderung für effiziente Gebäude

    Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die Fördermittel aus dem Programm "Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)" in Anspruch nehmen, können zusätzlich die Fachplanung und professionelle Baubegleitung während der Sanierung oder des Neubaus gefördert bekommen. Es werden 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen. Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten hängt vom jeweiligen Teilprogramm ab: Für komplexere Vorhaben wie Komplettsanierungen oder Neubauten sind höhere Kosten anrechenbar als für Einzelmaßnahmen.

    Die Baubegleitung wird im jeweiligen Teilprogramm der BEG direkt mitbeantragt. 

    Alternativ kann für selbstgenutztes Wohneigentum die steuerliche Förderung genutzt werden, auch hier sind  50 Prozent der Kosten abzugsfähig.

Bundesförderung für effiziente Gebäude: Fördersätze im Überblick

BEG-Fördersätze Einzelmaßnahmen (gültig seit dem 15. August 2022)

BEG-Fördersätze Effizienzhaus / Effizienzgebäude Neubau

BEG-Fördersätze Effizienzhaus / Effizienzgebäude Sanierung

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