Bionale stellt Holzbau im Mittelpunkt - Vereinfachungen für den Geschosswohnungsbau angekündigt

Holzsiedlung in Hannover © KEAN

Vom 27.09. bis zum 3.10.2019 fand erstmals in Hannover die Bioökonomie Aktionswoche "Bionale" statt. Sie wurde gemeinsam vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium des Landes ausgerichtet und drehte sich um das Thema Bauen und das Leben mit umweltschonenden Produkten. Im Mittelpunkt stand das Bauen mit dem Rohstoff Holz. In einem Muster-Holzhaus wurde über die Einsatzmöglichkeiten des Baustoffs informiert, auch die KEAN war mit einem Informationsstand vertreten. 

Holz gilt als relativ klimafreundlicher Baustoff, denn im Holz ist Kohlenstoff eingelagert, der nur beim Verbrennen oder Vermodern in klimaschädliches CO2 umgewandelt wird. Durch die Verwendung als Baustoff wird die Wiederfreisetzung des gebundenen Kohlenstoffs um viele Jahrzehnte verzögert und somit eine Kohlenstoffsenke geschaffen. Im Vergleich zu anderen Baustoffen wird zur Verarbeitung von Holz außerdem wenig Energie benötigt, was die im Gebäude gebundene „graue Energie“ erheblich reduziert.

Knapp 20% der fertiggestellten Wohnhäuser wurden letztes Jahr in Deutschland in Holz hergestellt, in Niedersachsen lag die Quote bei lediglich 10,6 Prozent, mit zunehmender Tendenz. Bei Ein- bis Zweifamilienhäusern ist die Holzbauweise seit Langem etabliert. Die Umsetzung in mehrgeschossigen Gebäuden hingegen war bislang rechtlich schwierig. 

Zeitgleich zur Bionale haben der Bundesbauminister Seehofer und die Bauminister der Länder angekündigt, dies zu vereinfachen:  Dazu wollen sie die Musterbauordnung ändern. Sie ist die Grundlage für das Baurecht der Länder. Die Genehmigung höherer Gebäude soll vereinfacht werden. Bislang waren Brandschutzgutachten, Zulassungen im Einzelfall und weiterer höherer Planungsaufwand erforderlich. Enge Absprachen mit den Genehmigungsbehörden im Vorfeld setzten auch hier besonderes Fachwissen voraus. Auch Aufstockungen von mehrgeschossigen Wohnungsbauten sollten damit interessanter werden, denn die Holzbauweise gilt als leicht und von der Statik her einfacher zu realisieren. Niedersachsens Bauminister Olaf Lies hat angekündigt, die nötigen Änderungen in der Niedersächsischen Bauordnung auf den Weg bringen zu wollen.