Der richtige Zeitpunkt für Wärmedämmung

Die Putzfassade eines Hauses muss in der Regel nach 10 Jahren neu gestrichen werden. Sonst dringt Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein. Wenn diese Arbeit ansteht, dann ist das eine besonders günstige Gelegenheit für den Einbau einer Wärmedämmung, weil die meisten Kosten ohnedies anfallen: Handwerker, Gerüst, Material. Die zusätzliche Gebäudedämmung verursacht nur einen untergeordneten Kostenanteil von etwa 30 Prozent. Das belegen Studien des Instituts für Wohnen und Umwelt in Darmstadt. Steht die Neueindeckung des Daches an, greift das gleiche Prinzip.

Über die Gebäudehülle, also, Fassade, Fenster, Dach, Keller, entweicht die meiste Wärme.
Die Wärmeverluste verteilen sich in etwa so: 25-30 Prozent über die Außenwände, 10 bis 20 Prozent über die Fenster, 10 bis 30 Prozent über das Dach, 5 bis 10 Prozent über den Keller und Bodenplatte. Mit einer Dämmung haben Sie den größten Stellhebel für die Einsparung von Heizenergie in der Hand. Die tatsächlichen Wärmeverluste sind abhängig von Bauart, Baujahr der Bauteile und des Gebäudes.

Womit das Haus dämmen?

Mineralwolle, Polystyrol, Styropor und Polyurethan sind gängige und erprobte Dämmstoffe. Lassen Sie sich beraten, welche Stoffe für Ihr Vorhaben am geeignetsten sind. Auch pflanzliche Dämmstoffe wie Flachs, Zellulose, Holzfaser, Kokosfaser und tierische Stoffe wie Schafwolle sind vielfältig einsetzbar.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Wärmedämmung. Eine Energieberatung hilft, die richtige Entscheidung zu treffen

Am wichtigsten sind die Dämmeigenschaften des Materials. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit oder auch die Wärmeleitgruppe (WLG) des Dämmmaterials, desto besser ist die Dämmeigenschaft. Eine Energieberatung hilft auch hier die richtige Entscheidung zu treffen.

Tipp: Eine gute Wärmedämmung sorgt auch dafür, dass Ihr Haus im Sommer vor zu viel Wärme geschützt ist. Die besten Dämmstoffe haben wenig Masse, also eine geringe Speicherkapazität.

Dämmtechniken an der Fassade

Bei Außenwänden unterscheidet man zwischen so genannten »Vorhangfassaden«, »Wärmedämmverbundsystemen« und »Kerndämmung«.

Vorhangfassaden sind vorgesetzte Systeme, die aus einer Unterkonstruktion mit Wärmedämmung und Hinterlüftungsspalt bestehen. Darauf kann eine Verkleidung der Fassade aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Schiefer oder Naturstein angebracht werden.

Bei Wärmedämmverbundsystemen wird ein festes Element aus Polystyrol, Mineralwolle oder Polyurethean auf eine Wand geklebt und gedübelt. Darüber wird zum Schutz eine Armierungsschicht angebracht. Zum Schluss erhält dass WDVS einen Oberputz.

Die Kerndämmung  kommt für zweischaliges Mauerwerk in Frage. Darunter versteht man eine Außenwand in mehrschaliger Bauweise. Außen meist Klinker als Witterungsschutz, die innere Schale trägt die Konstruktion. In den Hohlraum zwischen Verblendung und Innenschale wird beim Neubau die Dämmung angebracht. In Bestandsbauten wird die Dämmung geschüttet oder eingeblasen.

Fenster einbeziehen

Fensteraustausch und Fassadendämmung in einem Zug verringern die Kosten. So muss z.B. der Fensterbankaustausch nur einmal bezahlt werden. Es ist auch einfacher die Schnittstelle zwischen Wand und Fenster optimal herzustellen. Mit der Kombination von Außenwanddämmung und Fensteraustausch erhalten Sie eine völlig geschützte Hülle um Ihr Haus. Die Wärme bleibt im Haus, die Wände strahlen keine Kälte mehr ab und die Wohnqualität steigt deutlich.

Tipp: Wenn Sie nur Ihre Fenster erneuern wollen ohne die Außenwand zu dämmen, sollten Sie folgendes beachten: Die sogenannten Dämmeigenschaften der Außenbauteile müssen zueinander passen. Das heißt, das Fenster muss im Vergleich zur Wand das wärmetechnisch schlechtere Bauteil sein. Sonst kann sich Schimmel an der Wand bilden. Eine Förderung für den Einbau neuer Fenster von der KfW ist nur möglich, wenn die sogenannten U-Werte zusammenpassen oder durch weitere Maßnahmen Kondenswasserbildung und Feuchteschäden ausgeschlossen werden. Auch hier hilft der Energieberater. 

 

Dämmung hat sich bewährt

Eine gerne immer wieder erhobene generelle Kritik an der Dämmung entbehrt jeder fachlichen Grundlage. Langjährige Praxistests und bauphysikalische Forschungen belegen eindeutig, dass die Dämmung von Gebäuden sinnvoll ist. Gut gedämmte Gebäude sparen Energie, die Bausubstanz wird geschützt und die Wohnqualität ist besser.

Förderprogramme

Die KfW bietet umfangreiche Förderprogramme für die energetische Sanierung an. Darlehen für Einzelmaßnahmen und komplette Sanierungen bieten eine gute Grundlage für ein Finanzierungskonzept.
Die wichtigsten Programme im Überblick

HBCD-haltige Dämmstoffe

07.07.2017: Der Bundesrat hat neue Verordnung zur Ent- sorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen beschlossen.

Mehr erfahren im aktualisierten Faktenpapier

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert (früher k-Wert) beschreibt den Wärmestrom, der durch ein Bauteil fließt. Je kleiner der U-Wert, desto schlechter wird Wärme geleitet und desto besser die Dämmwirkung. Der U-Wert wird in Watt pro m2 mal Kelvin gemessen. Die KfW verlangt für die Förderung der Außenwanddämmung die Einhaltung von 0,20 W/m2K

Wärmeleitgruppe

Bei der Wärmeleitgruppe (WLG) verhält es sich ähnlich wie beim U-Wert. Die WLG beschreibt die Dämmeigenschaften eines Materials. Auch hier gilt: Je kleiner die WLG, desto besser dämmt das Material. Mineralwolle hat z.B. eine durchschnittliche WLG von 035.