Salzwasser-Batterien als interessante Alternative

Solarspeicher: Es müssen nicht immer Lithium-Batterien sein

PV-Speicher waren im vergangenen Jahr in Niedersachsen so beliebt wie noch nie. Im Speicher-Segment sind dabei insbesondere Lithium-Batterien gängig, die jedoch aufgrund teilweise nicht nachhaltiger Bedingungen bei der Lithium-Gewinnung in der Kritik stehen. Salzwasser-Batterien können hierzu eine interessante Alternative darstellen.

Batteriespeicher sind in Verbindung mit Solarstromanlagen in Niedersachsen so populär wie noch nie. So wurde in Niedersachsen im Jahr 2020 nicht nur über 30% mehr Solarstromleistung installiert als im Vorjahr, sondern gleichzeitig wurden über 40% der Anlagen auch mit einem Stromspeicher versehen, damit der tagsüber erzeugte Strom vom eigenen Dach für das E-Mobil oder auch in der Nacht im eigenen Haus genutzt werden kann. 

Dieser Nachfrageboom wird aktuell noch durch das Förderprogramm „PV-Batteriespeicher" des Niedersächsischen Umweltministeriums verstärkt. Im Zuge des Programms wird die Installation von Batteriespeichern bei gleichzeitiger Errichtung oder Vergrößerung einer PV-Anlage mit bis zu 40% oder bis zu 50.000 € bezuschusst.

Diese Förderung ist bewusst technologieoffen. Denn manch einer ist besorgt über nicht nachhaltige Bedingungen bei Abbau und Gewinnung von Lithium, einem wesentlichen Bestandteil der inzwischen am weitesten verbreiteten Batteriespeichertechnologie, der Lithium-Ionen-Batterie (LiOH-Batterie).

Salzwasser-Batterien als nachhaltige Alternative?

Demgegenüber werden Salzwasser-Batterien zu einem hohen Anteil aus nachhaltigen Einsatzstoffen hergestellt. Wie der Name schon verrät, bestehen sie zu großen Teilen aus einer wässerigen Lösung mit Natrium-Ionen als Elektrolyt. Daraus ergeben sich weitere Vorteile:

• Keine giftigen, sondern nachhaltige Inhaltstoffe
• Weder brennbar noch entflammbar
• Tiefenentladung 100% möglich
• Wartungsfrei
• Europäische Produktion

Allerdings gibt es auch einige Nachteile: Die spezifischen Kosten von Salzwasserbatterien liegen je installierter kWh Speicherkapazität etwas höher als bei LiOH-Batterien. Die Anlagen sind etwa doppelt so groß wie LiOH-Speicher und die Be- und Entladung ist nicht so dynamisch und somit bspw. nicht so gut für Lastmanagementaufgaben geeignet. Der Wirkungsgrad liegt zudem mit 88,5% unter dem der LiOH-Speicher.

Darüber hinaus muss festgehalten werden, dass Salzwasserbatterien relativ neu im Markt sind und es noch an Langzeiterfahrung fehlt. Entwicklungen aus den 1970er-Jahren waren nicht erfolgreich, da u.a. Fehler beim Batteriemanagement gemacht wurden. Aktuelle Anbieter sind der Überzeugung, mit einem zeitgemäßen Energiemanagement diese Herausforderung überwunden zu haben. Damit könne man 5.000 Ladezyklen ohne Degradation sicherstellen.

 

Kontakt

Matthias Rudloff

0511 89 70 39-24
matthias.rudloff [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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