Maßnahmen des kommunalen Energiemanagements

Um die mit dem Energiebericht ermittelten Einsparpotenziale auch zu nutzen, sind praktische Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs in kommunalen Liegenschaften nötig. Dazu gehören sowohl nicht- und geringinvestive Maßnahmen wie die Optimierung der Gebäudetechnik und die Förderung des energiesparenden Nutzerverhaltens, als auch investive Maßnahmen wie die Sanierung von Gebäuden und die Erneuerung von technischen Anlagen.

Nicht- und geringinvestive Maßnahmen

Nicht- und geringinvestive Maßnahmen sollten zu Beginn des kommunalen Energiemanagements umgesetzt werden, denn sie versprechen schnelle Erfolge und bedürfen keiner großen finanziellen Ausstattung. Und schnelle Erfolgserlebnisse tragen zur Motivation aller Beteiligten bei. Allein mit diesen Maßnahmen können bis zu 20 Prozent der Energiekosten eingespart werden. 

Haustechnik

Im Bereich der Haustechnik sind solche nicht- und geringinvestiven Maßnahmen z.B. die Optimierung der Reglung der Vorlauftemperatur, Nachtabsenkung sowie die Regelung der Laufzeiten von Heizung und Lüftung etc.

Unsere Checkliste mit Maßnahmen im nicht-investiven Bereich bietet einen guten Überblick über die Möglichkeiten und dient als Leitfaden für einen Gebäuderundgang, sie steht im grauen Kasten rechts zum Download bereit. Außerdem haben sich Dienstanweisungen, die den effizienten Umgang mit der Haustechnik regeln, bewährt. Ebenfalls im grauen Kasten rechts stellen wir Ihnen eine Beispiel-Dienstanweisung zum Betrieb haustechnischer Anlagen zur Verfügung. Für Hausmeister, die täglich mit der Haustechnik umgehen, haben wir außerdem ein spezielles zugeschnittenes Schulungsangebot.
Mehr zu den Hausmeisterschulungen

Durch die kontinuierliche Überwachung der haustechnischen Anlagen wird der Betrieb fortlaufend an die aktuellen Erfordernisse angepasst und somit optimiert.  Nutzungszeiten, Witterungsverhältnisse, vertragliche Rahmenbedingungen sowie bauliche Gegebenheiten und Zuständigkeiten ändern sich von Zeit zu Zeit. Energiemanagement ist folglich ein dauerhafter Prozess.

Nutzerverhalten

Neben der richtigen Einstellung der technischen Anlagen spielt das Verhalten der Nutzer in den kommunalen Liegenschaften eine entscheidende Rolle. Heizung, Lüftung, die Warmwasserbereitung und Beleuchtung können nur energiesparend arbeiten, wenn sie auch entsprechend genutzt werden.

Ein wirksames Mittel, um die kommunalen Mitarbeiter zu energiesparendem Verhalten in den Gebäuden zu motivieren, sind Energiespar-Kampagnen. Unsere "Realisierungshilfe für Energiespar-Kampagnen in Verwaltungen" unterstützt Kommunen finanziell bei der Durchführung solcher Kampagnen.
Mehr zu Eneriegsparkampagnen in Verwaltungen

 

Investive Maßnahmen

Umfänglicheren Energiespar- und Sanierungsmaßnahmen bedürfen der genaueren Planung. Nach der Bestandaufnahme und Datenauswertung im Energiebericht sollten einzelne Gebäude gezielt analysiert werden, um die anstehenden Investitionen so effektiv wie möglich vornehmen zu können.  

Das Strom-Wärme-Kosten-Diagramm ist eine gute Grundlage für die Entscheidung darüber, in welchen Liegenschaften investive Maßnahmen zuerst notwendig sind. Es stellt den Energie- und Kostenverbrauch von bis zu 20 Liegenschaften auf einen Blick in einer Darstellung sehr übersichtlich dar. Es ermöglicht damit auch dem Laien einen Vergleich der verschiedenen Gebäude auf einen Blick. 
Mehr zum Strom-Wärme-Kosten-Diagramm

Tipp:
Das BAFA fördert mit einem eigenen Programm die Energieberatungen für Nichtwohngebäude. Mit Hilfe dieser Förderung können Sanierungsfahrpläne für die einzelnen Liegenschaften entwickelt werden.
Zur Seite Förderprogramme

Praxisbeispiel

Dank eines Energiesparprojekts und eines professionellen Energiemanagements konnte der Landkreis Harburg die Energiekosten in seinen Schulen und Sporthallen senken – trotz vergrößerten Raumbedarfs und mehr Technik.

Die Projektbeschreibung "Kostenersparnisse durch transparentes Energiemanagement" als PDF

Sollten Sie in Ihrer Kommune über erfolgreich eingesetzte und umgesetzte Maßnahmen im Bereich des Energiemanagements verfügen, von denen auch andere Kommunen profitieren könnten, würden wir uns freuen, wenn Sie uns diese Instrumente für eine Veröffentlichung und ggf. zum Download auf unserer Internetseite zur Verfügung stellen würden.

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin:

Ruth Drügemöller

0511 89 70 39-27

ruth.druegemoeller [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Download

Checkliste mit Maßnahmen im nicht-investiven Bereich

Beispiel-Dienstanweisung zum Betrieb haustechnischer Anlagen