Verbrauch und Kosten senken durch Energieeinspar-Contracting

Beim„Energie-Contracting“ wird unterschieden zwischen „Wärmeliefer-Contracting“ (auch Anlagen-Contracting oder Nutzenergie-Lieferung genannt) und „Einspar-Contracting“ (auch Performance-Contracting genannt). Beide Formen sind Betriebs- und Finanzierungsverfahren zur Bereitstellung gebäudespezifischer Energiedienstleistungen. Sie zielen auf Energieeinsparungen und Kostensenkung durch Modernisierung und Optimierung von Anlagen oder gesamten Gebäuden.

Beim Einspar-Contracting verantwortet der Contractor die gewerkeübergreifende Optimierung der Gebäudetechnik und des Anlagenbetriebes. Es kommt nur bei Bestandsbauten zur Anwendung. Der Contractor verpflichtet sich vorhandene Einsparpotenziale zu identifizieren und zu erschließen. Notwendige Investitionen werden aus den Energiekosteneinsparungen finanziert – dies hat den Vorteil, dass auch nicht- und geringinvestive Einsparmaßnahmen umgesetzt werden. Vertraglich garantiert der Contractor den Erfolg der Energieeinspar-Maßnahmen über eine feste Laufzeit. Somit ist die garantierte Energiekosteneinsparung ein wesentlicher Vertragsbestandteil und dient zur Refinanzierung der umgesetzten Maßnahmen innerhalb der Vertragslaufzeit.

Beim Wärmeliefer-Contracting wird der gesamte Prozess von Planung, Errichtung, Finanzierung, Betriebsführung und Instandhaltung einer Anlage einem Contractor übergeben. Typischerweise treten Energieversorger als Contractoren auf, es können aber auch Heizungsbauer und andere Unternehmen sein. Faktisch werden Contractoren rechtlicher und wirtschaftlicher Eigentümer der durch sie eingebauten technischen Anlage. Das bedeutet: Gehörte die Heizungsanlage in einem Schulzentrum zuvor der Kommune, erfolgt durch Wärmeliefer-Contracting eine Privatisierung öffentlichen Eigentums.

BAFA-Programm „Förderung von Beratungen zum Energiespar-Contracting”

Für die große Mehrheit der Kommunen ist Einspar-Contracting wirtschaftlich sinnvoll. Know-How und Marktvorteile des Contractors führen zu garantierten Energiekosteneinsparungen, ohne finanzielle Vorleistung. Daher hat das BAFA am 01.01.2015 eine Richtlinie zur Förderung von Beratungsleistungen zum Energiespar-Contracting veröffentlicht.

Die Zuschuss-Förderung für Kommunen zum Energiespar-Contracting:

  • Orientierungsberatung mit Erstanalyse und Handlungsempfehlungen:
    80% der förderfähigen Beratungskosten (Nettohonorar), max. 2.000 €
    und
  • Umsetzungsberatung für Kommunen:
    50% der förderfähigen Beratungskosten (Nettohonorar), max. 12.500 € 

Weitere Informationen unter:
http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Contracting_Beratung/contracting_beratung_node.html

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin:

Ruth Drügemöller

0511 89 70 39-27

ruth.druegemoeller [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Gutes Beispiel

Die Gemeinde Großenkneten nutzt Einsparcontracting für das Energiecontrolling ihrer kommunalen Liegenschaften

Die Projektbeschreibung als PDF